Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) – Die Ermittler der Soko „Kernbohrer“ kamen nach Schalterschluss um 16.24 Uhr. Aktuell durchsucht die Polizei die Sparkasse-Filiale in Gelsenkirchen-Buer. Razzia nach dem spektakulären 100-Millionen-Tresor-Coup kurz vor Silvester!
Die zehn eingesetzten Beamten wollen Computer, Festplatten und auch die Daten des digitalen Sicherheitssystems sicherstellen! Bislang hat die Sparkasse nach BILD-Informationen die freiwillige Herausgabe der Informationen zumindest teilweise verweigert. Angeblich aus Datenschutzgründen und zum Schutz der geschädigten Kunden. Doch die Ermittler brauchen genau diese Daten, um die Täter ermitteln und überführen zu können.

Insgesamt zehn Beamte sind bei der Durchsuchung der Filial-Räume dabei
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Nach dem Millionen-Coup brauchte die Filiale Polizei-Schutz, weil aufgebrachte Kunden Zugang und Antworten wollten
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Denn die entscheidende Frage ist weiterhin: Wie konnten die dreisten Täter in die Bank in Gelsenkirchen (Nordrhein-Westfalen) eindringen und sich dort zwei Tage aufhalten, ohne dass Alarm ausgelöst wurde? Polizeisprecher Thomas Nowaczyk zu BILD: „Aus diesem Grund haben Kräfte der Polizei die Geschäftsräume in der betroffenen Filiale an der Nienhofstraße in Buer durchsucht. Den dazu notwendigen Beschluss hat die zuständige Staatsanwaltschaft Essen bei Gericht beantragt.“

Mit einem Spezialbohrer bohrte sich die Bande in den Tresorraum und plünderte die Schließfächer
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Ermittler werten Kundendaten aus
Die bei der Durchsuchung sichergestellten Datenträger sollen Informationen über die Zugangssysteme in den von dem Einbruch betroffenen Bereich liefern. Außerdem geht es um die Kundendaten der Schließfächer. Das alles soll jetzt akribisch ausgewertet werden. Ein weiterer Ermittlungsansatz ist aktuell der Hinweis, dass der mit einem Stahlrolltor gesicherte Zugang zum Tiefgaragenbereich der Sparkasse kurz vor der Tat gestört war.

Videoaufzeichnungen zeigen, dass die Bande in die gesicherte Tiefgarage kam
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Wurden die Täter in die Tiefgarage gelassen?
Laut Anwohnern soll von Donnerstag bis Samstag die Öffnung durch den Elektro-Chip nicht funktioniert haben. Daraufhin wurde allen Mietern manuell geöffnet, wenn sie an der Einfahrtssäule klingelten. Das könnten auch die Täter für sich genutzt haben, denn es gibt keine Kameraüberwachung an dem Zugangstor. Sie könnten also vorgetäuscht haben, sie seien Mieter der Tiefgarage.
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Es sollen sich deshalb bei der Soko auch Zeugen melden, die bereits an den Tagen vor der Tat im Bereich des Parkhauses verdächtige Personen gesehen haben. Insbesondere Männer, die möglicherweise an den Zufahrts-Säulen hantiert haben. Sie können möglicherweise auch wie Handwerker ausgesehen haben. Hinweise zu den Panzerknackern an die Kripo in Gelsenkirchen unter den Telefonnummern 0209-3658112 oder 0209-3658240.
Nach Tresor-Einbruch auf die Sparkasse: „Wir wollen rein! Wir wollen rein!“
Quelle: BILD30.12.2025