Stuttgart – Es hat Tradition bei der FDP: Immer am 6. Januar treffen sich die Liberalen zum Dreikönigstreffen. In der Oper in Stuttgart. Doch die Partei ist aus dem Bundestag geflogen – im höchsten, denkbaren Bogen: aus der Regierung ins Nirgendwo! Nach Bruchlandung hilft Humor – wie ihn Politiker halt so haben. Also wurde heute aus dem Dreikönigstreffen ein Zwei-Königstreffen – mit liberaler Muppet-Show.
Auch interessant
Anzeige
Auch interessant
Anzeige
Den grünen Frosch (Kermit) gabs nur als Wahlkampf gegen die in BaWü regierenden Grünen. Aber als Muppet-Dauergrummler Statler und Waldorf in der Opernloge: Marie-Agnes Strack-Zimmermann (67, EU, „Strack-Zack“), das Dumdumgeschoss der Liberalen, und Nord-Urgestein Wolfgang „Der Weinselige“ Kubicki (73). Der haararme und ergraute Kubicki nennt die haarweiße Strack und sich „Silberlocke“ (sie) und „Grauburgunder“ (den trinkt er immer). Hihihi! Hohoho …
Immerhin: Das Opern-Rot der Muppet Show verkneifen sich die Liberalen. Dafür ist der Plüschvorhang hier lila – die Farbe der Hoffnung. Und die stirbt ja bekanntlich zuletzt – also noch nach jeder verhungerten Pointe.

Bei der Geburt getrennt? Strack-Zimmermann und Kubicki in Stuttgart …
Foto: Bernd Weißbrod/dpa

… und Statler und Waldorf in der Muppet Show
Foto: David Dagley/Shutterstock
Was sollen sie auch machen, bei der FDP? Außer an die beiden und Ex-Chef und Neu-Gebrauchtwagenhändler Christian Lindner (46, Autoland AG) erinnert sich außerhalb der liberalen Blase ohnehin kaum noch einer. An die beiden aber viele.
Und wer weiß schon, wer der FDP-Parteichef (Dürr) ist oder gar die Generalsekretärin (Büttner)? Und: Die beiden Altgrauen haben einen – für die parlamentsobdachlose Partei – unschätzbaren Vorteil: Sie haben noch Büros, die man nutzen kann. So mit Internet, Telefon und Mitarbeitern! Kubicki als Ex-Vize-Bundestagspräsident in Berlin. Und Strack in Brüssel als EU-Abgeordnete.
Doch, nur lustig kann Kubicki nicht burgunderlos: Also knallt er vom Balkon einen raus, als es um den Terroranschlag auf das Stromnetz in Berlin geht: „Der parlamentarische Arm dieser terroristischen Gruppierung sitzt im Deutschen Bundestag und im Abgeordnetenhaus von Berlin.“ Namentlich gemeint: die Linke. Und deren Chef Jan van Aken. Der sei ein Fall für den Staatsanwalt („will Reiche erschießen …“) oder die Wähler („rauswählen aus den Parlamenten“, sagt der Rausgewählte!). Und: „Weil wir ja wissen, dass die Russen zugucken: Wenn der Medwedew jemanden entführen will aus Deutschland, dann bitte nicht den Merz, der ist nur unfähig. Dann lieber van Aken, der ist gemeingefährlich.“
Ansonsten wird gekalauert: Als bei „Freidenken“ auf der Bühne hinten das „n“ fehlt: „In Niedersachsen schafft man das Rechnen ab, und hier in Baden-Württemberg das Denken.“ Lacher! Hihihi und Hohoho! Zum Parteichef: „Lieber Dürr statt dürftig!“ Oder, so viel zu Strack: Wenn Fledermäuse wählen könnten, „hätten wir bessere Chancen“.
Und man fragt sich, wie in der Sesamstraße: „Wer? Wie? Was? Wieso? Weshalb? Warum?“