Tokio (Japan) – Obst essen ist gesund. Und kann ganz schön ins Geld gehen. In Japan wurde jetzt eine Kiste der berühmten „Sato Nishiki“-Kirschen für unfassbare 1,8 Millionen Yen (umgerechnet 9828 Euro) versteigert. Wie das Nachrichtenportal „Japan Today“ berichtet, kostet damit eine einzige rote, saftige Frucht umgerechnet fast 142 Euro!
Ziemlich happig für einen Happen. Aber warum erreichten diese Kirschen bei der Auktion so einen Wahnsinnspreis? Zum einen ist es die Zeit: Kirschen in Japan gibt es eigentlich im Frühsommer und nicht zum Anfang des Jahres.
Kirschen durch Kühlung schon im Winter reif
Doch das Unternehmen JA Tendo Foods griff zu einem Trick: Die Bäume wurden schon vor dem Winter gekühlt. Denn Kirschbäume benötigen niedrige Temperaturen für einen gleichmäßigen Knospenaustrieb und guten Fruchtansatz. Dann kamen sie in Gewächshäuser. So reift das Obst viel früher als normal.

Die im März beginnende Kirschblüte (Sakura) ist in Japan eines der wichtigsten Ereignisse des Jahres, wird ausgiebig mit Familie und Freunden gefeiert
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Dazu kommt: Die Sorte, auch „Königin der japanischen Kirschen“ genannt, ist eine ganz besondere Züchtung. Wie das Unternehmen berichtet, wurden Anfang des 20. Jahrhunderts Kirschen meist aus Europa und Amerika importiert, weil die eigentliche Ernte in Japan in die Regenzeit fällt und die Früchte sehr anfällig für die Nässe waren.
Bierbrauer züchtete die „Königin der Kirschen“
Eisuke Sato, eigentlich Sojabierbrauer, kaufte Anfang des letzten Jahrhunderts verschiedene Setzlinge, pflanzte sie in seinem Garten und kreuzte eine süße, wohlschmeckende, aber nicht lange lagerfähige Sorte mit einer harten, sauren, aber beständigeren Sorte namens Napoleon.
1924 war die Kreuzung gelungen, 1928 bekam die Sorte den Namen Sato Nishiki – nach dem Namen des Entdeckers und dem japanischen Wort Nishiki, das für außergewöhnliche Qualität steht. Die Früchte haben eine tiefe, rubinrote Farbe, der Durchmesser erreicht mehr als 30 Millimeter. Gewöhnliche Süßkirschen schaffen gerade mal bis zu 25 Millimeter.