
Algeriens Bundesliga-Angreifer beißen sich gegen die Demokratische Republik Kongo 119 Minuten lang die Zähne aus. Dann hat ein Profi aus Katar einen Geistesblitz.
Lange Zeit hatten sich Algerien und die Demokratische Republik Kongo im Achtelfinale des Afrika-Cups am Dienstag neutralisiert. Nach ereignisarmen 119 Spielminuten sah in Marokkos Hauptstadt Rabat alles nach einem Elfmeterschießen aus. Doch dann kam der große Moment von Adil Boulbina, einem 22 Jahre alten Newcomer, der in Katars erster Liga bei Al-Duhail SC spielt.
Boulbina dribbelte sich nach schönem Zuspiel von Ramiz Zerrouki auf halblinks in Schussposition und traf satt ins rechte obere Eck. Damit sicherte er Algerien einen hart erkämpften 1:0 (0:0, 0:0)-Sieg nach Verlängerung und ein Viertelfinale in Marrakesch gegen Nigeria (Samstag, 17.00 Uhr).
Defensivreihen stehen sicher
Zuvor hatten beide Teams unter Beweis gestellt, warum sie in den drei Gruppenspielen jeweils nur ein Tor kassiert hatten. Algerien dominierte das Spiel, was angesichts seiner Favoritenrolle auch keine Überraschung war. Mit drei Vorrundensiegen hatten die Nordafrikaner bestätigt, dass sie zu den Medaillenkandidaten gehören.
Allerdings fand Algerien keine Lücke im tief stehenden Abwehrblock des Kongo, kam erst in der 42. Minute zum ersten aussichtsreichen Abschluss: Leverkusen-Profi Ibrahim Maza schoss aus 18 Metern rechts vorbei. Der 20 Jahre alte gebürtige Berliner war einer von vier Bundesligaprofis in Algeriens Startelf. Er stürmte neben dem Wolfsburger Mohamed Amoura, über links unterstützt von Frankfurts Farès Chaibi.
Ibrahim Maza kontrolliert den Ball
Bensebaini als Abwehrchef
In Algeriens Abwehr ist Dortmunds Ramy Bensebaini der Chef – und er hielt im Verbund mit seinen Defensivkollegen die Null. Der Kongo hatte nach 25 Minuten zwar eine Doppelchance bei einem Konter und der anschließenden Ecke, brachte ansonsten offensiv aber wenig zustande.
Auch die DR Kongo war ohne Niederlage durch die Gruppenphase gekommen, gewann gegen Benin und Botswana und spielte gegen den Senegal 1:1. Der einzige Bundesligaprofi des Kaders, Samuel Essende vom FC Augsburg, kam gegen Algerien nicht zum Einsatz.
Chancenarmut auch nach der Pause
Nach der Pause änderte sich nicht viel: Kein Team ging ins Risiko, die Partie blieb taktisch geprägt, umkämpft und arm an Spektakel. Erst in der 74. Minute gab es den nächsten Abschluss, der Luca Zidane in Algeriens Tor aber vor keine Probleme stellte. Der 27-Jährige ist der Sohn von Frankreich-Legende Zinédine Zidane und bestritt sein viertes Länderspiel für Algerien.
Kurz meldete sich auch Algerien offensiv zu Wort. Amoura hatte auf links Platz, zwang Kongos Lionel Mpasi-Nzau aus spitzem Winkel immerhin zu einer Parade. Zu einem Tor reichte es in der regulären Spielzeit aber nicht mehr.
Boulbina hat das letzte Wort
In der Verlängerung war den Spielern auf beiden Seiten anzumerken, dass die Kräfte schwanden. Die Aktionen verloren an Genauigkeit, die Partie wurde wilder, aber nicht besser.
In der 111. Minute hatte Algerien eine Doppelchance, aber Mpasi-Nzau entschärfte die Abschlüsse von Chaibi und Bounedjah. Dann war er aber gegen Boulbinas präzisen Abschluss ohne Chance. Der Linksaußen verbesserte seine ohnehin schon starke Länderspielbilanz: Im sechsten Einsatz erzielte er sein viertes Tor.