Standdatum: 7. Januar 2026.
Autorinnen und Autoren:
Alexander Schnackenburg
Auf der Hafenwirtschaft ruhen in Bremen große Hoffnungen, auch mit Blick auf den Arbeitsmarkt.
Bild: dpa Bildfunk | Sina Schuldt
Die Arbeitslosenquote im Land Bremen stagniert auf hohem Niveau. Einige wichtige Branchen bauen Stellen ab. Doch es gibt auch Lichtblicke im Vergleich zum Rest Deutschlands.
Die Chancen auf Arbeit stehen für arbeitssuchende Menschen derzeit so schlecht wie nie zuvor. Das zumindest hat Andrea Nahles, Chefin der Bundesagentur für Arbeit, Ende Dezember gesagt. Dem Arbeitsmarkt fehle Schwung. Wie es im Land Bremen aussieht – dazu wird die Agentur für Arbeit Bremen-Bremerhaven am Mittwoch neue Zahlen vorlegen und zugleich ein erstes Fazit für 2025 ziehen. Drei Merkmale der hiesigen Wirtschaft und ihres Arbeitsmarkts fallen schon jetzt ins Auge:
1 Konstant hohe Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote im Land Bremen liegt seit dem Jahr 2024 über elf Prozent, davor lag sie knapp darunter. Zwar ist sie von September 2025 bis November 2025 von 11,8 auf 11,2 Prozent gesunken (bundesweit: 6,1 Prozent). Ein ähnlicher Saisoneffekt ließ sich jedoch auch schon im Jahr zuvor beobachten. 2024 sank die Arbeitslosenquote im Land Bremen laut Statista von 11,3 Prozent im August auf elf Prozent im November – und stieg danach wieder langsam an.
2 Wenig offene Stellen
Es gibt im Land Bremen immer weniger offene Stellen. Waren es im Jahr 2023 nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit noch fast 9.000, so lag die Zahl der offenen Stellen im Land Bremen im November 2025 unter 6.600. Damit spiegelt sich im Land Bremen ein bundesweiter Trend wider, der sich bereits seit Mitte 2022 am Beschäftigungsbarometer des Ifo-Instituts ablesen lässt: Die Unternehmen blicken skeptisch in die Zukunft und bauen immer mehr Stellen ab.
Dazu sagt Klaus Wohlrabe, Leiter der Ifo-Befragungen: „Die schwache Konjunktur bremst den Arbeitsmarkt aus.“ Nahezu alle Branchen der Industrie seien davon betroffen. Im besonders exportabhängigen Land Bremen gilt dies nach Zahlen der Bundesagentur für Arbeit zum Beispiel für das Verarbeitende Gewerbe (-176), für das Baugewerbe (-48) sowie für das Kfz-Gewerbe (-92). Allein sie haben von November 2024 bis November 2025 316 Stellen abgebaut.
3 Bremen profitiert von Geld für die Häfen
Bremens Raumfahrtindustrie mit OHB als einem der wichtigsten Akteure boomt.
Bild: Imago | photothek/Thomas Trutschel
Trotz der auf den ersten Blick bescheidenen Perspektiven für den Arbeitsmarkt geht es der Bremischen Wirtschaft im Bundesvergleich relativ gut, zumindest einigen Branchen. So verzeichnete das Land der Handelskammer Bremen zufolge im ersten Halbjahr 2025 ein Wirtschaftswachstum von 2,9 Prozent. Bundesweit lag es bei null Prozent.
Auch für die Zukunft sieht die Kammer das Bundesland Bremen vergleichsweise gut aufgestellt: „Die breit aufgestellte norddeutsche Wirtschaft zeigt sich aktuell etwas robuster als die deutsche Wirtschaft insgesamt“, sagt Präses André Grobien. Auch stärke den Standort, dass der Bund in die Rüstung, in die Raumfahrt und in die Häfen investieren wolle. 1,35 Milliarden Euro sollten allein in die Bremischen Häfen fließen.
Schon jetzt entwickelten sich diese positiv, so Grobien. So sei der Gesamtumschlag von Januar bis September 2025 um 5,4 Prozent gewachsen, der Containerumschlag gar um zehn Prozent. Inwiefern Bremens Arbeitsmarkt davon profitieren wird, bleibt indes abzuwarten.
Quelle:
buten un binnen.
Dieses Thema im Programm:
butenunbinnen.de, Kaum offene Stellen: Welche Branchen in Bremen betroffen sind, 7. Januar 2026, 6:45 Uhr

