Corporation for Public Broadcasting (CPB)Die Corporation for Public Broadcasting (CPB) wird nach 58 Jahren aufgelöst. Der Verwaltungsrat der privaten, gemeinnützigen Organisation hat dafür gestimmt, nachdem der US-Kongress sämtliche Bundesmittel gestrichen hatte. Die Entscheidung beendet die Arbeit einer Institution, die seit 1967 den öffentlichen Rundfunk in den USA mitgetragen hat.

Die CPB war durch den Public Broadcasting Act of 1967 gegründet worden, um die staatlichen Investitionen in den öffentlichen Rundfunk zu verwalten. Nach Angaben der Organisation folgte der Beschluss auf anhaltende politische Angriffe und die vollständige Streichung der Finanzierung, die eine Fortsetzung der Arbeit unmöglich gemacht hätten.

Patricia Harrison (Bild: © CPB)Patricia Harrison (Bild: © CPB)

CPB-Präsidentin und CEO Patricia Harrison erklärte: „Mehr als ein halbes Jahrhundert lang existierte die CPB, um sicherzustellen, dass alle Amerikaner – unabhängig von Wohnort, Einkommen oder Herkunft – Zugang zu vertrauenswürdigen Nachrichten, Bildungsprogrammen und lokalem Storytelling haben.“

Weiter sagte sie: „Als Administration und Kongress die Bundesfinanzierung gestrichen haben, stand unser Vorstand vor einer grundlegenden Verantwortung: Der letzte Akt der CPB sollte darin bestehen, die Integrität des Public-Media-Systems und die demokratischen Werte zu schützen, indem wir die Organisation auflösen, anstatt sie ohne Mittel und anfällig für weitere Angriffe fortbestehen zu lassen.“

Auch die Vorsitzende des Verwaltungsrats, Ruby Calvert, äußerte sich deutlich: „Was dem öffentlichen Rundfunk widerfahren ist, ist verheerend.“ Nach nahezu sechs Jahrzehnten innovativer, bildungsorientierter Radio- und Fernseharbeit habe der Kongress sämtliche Mittel für die CPB gestrichen und dem Board damit keine Möglichkeit gelassen, die Organisation weiterzuführen oder das Public-Media-System zu unterstützen, das von ihr abhänge.

Zugleich zeigte sie sich zuversichtlich: „Trotz dieses Moments bin ich überzeugt, dass der öffentliche Rundfunk überleben wird und dass ein neuer Kongress die Rolle von Public Media in unserem Land wieder aufgreifen wird – denn sie ist entscheidend für die Bildung unserer Kinder, unsere Geschichte, Kultur und Demokratie.“

CPB unterstützte mehr als 1.500 lokal geführten öffentlichen Radio- und Fernsehsender

Die CPB hatte den Aufbau und Betrieb eines landesweiten Systems mit mehr als 1.500 lokal geführten öffentlichen Radio- und Fernsehsendern unterstützt. Zu den bekannten Inhalten zählen Bildungsprogramme wie Mister Rogers’ Neighborhoodund Sesame Street, aber auch Notfallwarnungen bei Naturkatastrophen sowie journalistische Angebote mit lokalem Fokus.

Nach Darstellung der Organisation kam der Verwaltungsrat zu dem Schluss, dass eine handlungsunfähige, nicht mehr finanzierte CPB weder dem öffentlichen Interesse diene noch die Ziele des öffentlichen Rundfunks fördere. Zudem bestehe die Gefahr politischer Einflussnahme auf eine solche Struktur.

Im Zuge der geordneten Abwicklung will die CPB verbleibende Mittel entsprechend der Intention des Kongresses verteilen. Darüber hinaus soll die Unterstützung des American Archive of Public Broadcasting fortgesetzt werden, um historisches Material zu digitalisieren und zu bewahren. Die eigenen Archive der CPB sollen in Kooperation mit der University of Maryland erhalten und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.

Abschließend sagte Harrison: „Der öffentliche Rundfunk bleibt für eine gesunde Demokratie unverzichtbar. Wir hoffen, dass künftige Führungskräfte und Generationen seinen Wert erkennen, seine Unabhängigkeit verteidigen und die Arbeit fortsetzen, vertrauenswürdige, bildungsorientierte und gemeinwohlnahe Medien für alle Amerikaner zugänglich zu halten.“

Quelle: Corporation for Public Broadcasting (CPB)

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