Die Stimmung sei „schon länger schlecht, jetzt ist sie unterirdisch“. So beschreibt ein Mitarbeiter aus dem Amt für Digitalisierung und IT seinen Arbeitgeber – die Stadt Stuttgart. Er bezieht sich dabei unter anderem auf die Sparmaßnahmen bei der Stadt; es wurde ein Einstellungsstopp verhängt, laufende Stellenausschreibungen gestoppt. Dies habe zur Folge, dass immer mehr Kollegen spontan auf andere Positionen versetzt würden, wenn dort mehr Bedarf sei.
Eine andere Mitarbeiterin berichtet – sie arbeitet im Amt für Umweltschutz –, dass es viele „sehr unfair“ fänden, dass die Stuttgart-Zulage von 150 auf 70 Euro gekürzt werde. Hinter der Stuttgart-Zulage steckt ein Zusatzgeld zum Tarifgehalt für städtische Mitarbeiter.
Susanne Kaufmann, die Sprecherin von OB Frank Nopper, betont, dass die seit Juli 2024 geltende Stuttgart-Zulage mit dem Hinweis gewährt worden sei, dass diese „durch einen Beschluss des Gemeinderats jederzeit widerrufen werden kann“. Aufgrund der „dramatischen Haushaltslage“ sei sie von 150 Euro auf 70 Euro reduziert worden. „Damit bezahlt die Landeshauptstadt aber weiterhin 70 Euro über den Tarif hinaus.“
Zudem werde die Zulage um 80 Euro auch bewusst erst zum 1. Mai 2026 reduziert, weil die Tarifentgelte zu diesem Zeitpunkt angehoben würden. Tarifbeschäftigte bekommen ab dann 2,8 Prozent mehr Gehalt, Azubis, Studierende und Praktikanten eine Erhöhung um 75 Euro. „Damit wird die finanzielle Einbuße im Regelfall weitestgehend aufgefangen.“
Bürgermeister: „Niemand muss um seinen Job bangen.“
Dem für Personal zuständigen Bürgermeister Fabian Mayer (CDU) ist es außerdem wichtig zu betonen, dass Stuttgart „ weiterhin als einzige Stadt in Baden-Württemberg eine außer- und übertarifliche Zulage“ zahle. Ein Wert an sich ist für ihn auch, „dass die Arbeitsplätze bei der Stadt Stuttgart sicher“ seien. „Niemand muss hier um seinen Job bangen“, so Mayer in einem schriftlichen Statement.
Tomas Brause, der Vorsitzende des Gesamtpersonalrats der Stadt, hatte zudem kritisiert, dass die Fortbildungsmittel um 20 Prozent gekürzt werden – während zugleich knapp eine halbe Million Euro für das Stuttgart-Sign ausgegeben werde, also für das geplante touristische Fotomotiv am Marktplatz. Diese Kürzung entspreche rund 645 000 Euro, rechnet Susanne Kaufmann vor, „damit stehen aber immer noch rund 2,58 Millionen Euro zur Verfügung“ für Fortbildungen. Dies entspreche rund 156 Euro pro Person und Jahr. Es sei für die Stadt Stuttgart „von zentraler Bedeutung, ihre Belegschaft kontinuierlich fortzubilden und weiterzubilden“, betont sie.