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Schluss mit dem mühsamen Abziehen: Die weißen Fäden an Bananen sind essbar und sogar gesund. Ernährungsexperten erklären, warum Sie die sogenannten Phloeme ab sofort mitessen sollten.

München – Jeder kennt sie, die meisten sind genervt von ihnen: die weißen, faserigen Fäden, die beim Schälen einer Banane am Fruchtfleisch haften bleiben. Viele Menschen ziehen sie mühsam ab und werfen sie weg, dabei raten Ernährungsexperten dazu, diese sogenannten Phloeme einfach mitzuessen. Denn die unscheinbaren Strukturen sind tatsächlich sehr gesund.

Eine Hand hält eine Banane mit geöffneter Schale.Die „lästigen“ Fäden an Bananen sind eigentlich gesunde Nährstofflieferanten. (Symbolbild) © IMAGO/Panthermedia

Phloeme enthalten wertvolle Nährstoffe und sind keineswegs schädlich, wie viele Menschen fälschlicherweise annehmen. Ganz im Gegenteil: Sie können sogar einen kleinen Beitrag zu einer gesunden Ernährung leisten.

Was sind Bananenfäden eigentlich?

Bei Phloemen handelt es sich um einen Teil des Gefäßsystems der Banane, das die gesamte Pflanze durchzieht und das Nährstoffe – insbesondere Zucker – transportiert. Während das Xylem für den Wassertransport zuständig ist, sorgt das Phloem dafür, dass die in den Blättern gebildeten Nährstoffe zu den wachsenden oder speichernden Teilen der Pflanze gelangen.

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Das Phloem fungiert quasi als „Nabelschnur der Banane“ während des Wachstums. Über diese Leitbündel werden wichtige Nährstoffe in die Frucht transportiert, damit diese ihre charakteristische Süße entwickeln kann.

Darum sind Bananenfäden gesund

Die Phloeme enthalten vor allem Ballaststoffe. Um ihre Funktion als Nährstofflieferanten erfüllen zu können, bestehen sie zu großen Teilen aus diesen wertvollen Faserstoffen, erklärt Ernährungsforscher Dr. Nicholas D. Gillitt, Vizepräsident der Ernährungsforschung am Dole Nutrition Institute, im Gespräch mit der Huffpost.

Ballaststoffe kurbeln die Darmtätigkeit an und wirken sich positiv auf die Darmflora aus. Zusätzlich enthalten die Bananenfäden Vitamine und wertvolle sekundäre Pflanzenstoffe.

Der Geschmack ist Geschmackssache

Während die gesundheitlichen Aspekte für den Verzehr der Fäden sprechen, ist der Geschmack durchaus eine persönliche Angelegenheit. Ernährungsexpertin Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern merkt im Gespräch mit dem Bayerischen Rundfunk an: „Nach meiner Erfahrung sind sie nicht so aromatisch, wie das übrige Fruchtfleisch“. Viele Menschen entfernen die weißen Fäden außerdem wegen ihrer mehligen Konsistenz.

Die gute Nachricht ist jedoch: Auch ohne die zusätzlichen Nährstoffe aus den Phloemen sind Bananen bereits ein sehr gesunder Snack. Laut Bundeszentrum für Ernährung (BfZE) sind sie reich an Ballaststoffen und versorgen uns besonders mit Magnesium, Vitamin B6 und Kalium. Die gelbe Frucht enthält zudem Mineralstoffe wie Kalzium, Eisen und Zink.

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Mit dem Ratgeber erhalten Sie alle wichtigen Infos und Tipps zum Thema Ernährung.Mit dem Ratgeber erhalten Sie alle wichtigen Infos und Tipps zum Thema Ernährung. © IPPEN.MEDIAAuch andere Teile der Banane sind essbar

Was viele nicht wissen: Nicht nur die Fäden, sondern auch das oft als „Stachel“ bezeichnete Ende der Banane kann problemlos mitgegessen werden. Daniela Krehl erklärt: „Bei dem ‚Stachel‘ am Ende handelt es sich um den Blütenrest.“ Und: „Es ist vergleichbar mit den Kelchblättern beim Apfelbutzen“.

Bei Bio-Bananen ist sogar die Schale essbar und steckt voller wertvoller Inhaltsstoffe. Sie enthält viele Vitamine wie Vitamin C, Vitamin B6, Vitamin K, Folsäure und sogar Vitamin B12 sowie wichtige Mineralien wie Kalium, Magnesium und Phosphor. Besonders für Veganer ist das interessant, da Vitamin B12 ansonsten hauptsächlich in tierischen Lebensmitteln vorkommmt.

Da Bananenschalen einen eher bitteren Geschmack haben, eignen sie sich besonders für Smoothies oder können gekocht werden, um sie besser verdaulich zu machen. Vorsicht ist jedoch bei konventionell angebauten Bananen geboten, denn Pestizide und Fungizide sammeln sich hauptsächlich in der Schale an.

(Quelle: Bayerischer Rundfunk; Huffpost; Bundeszentrum für Ernährung; Eigene Recherche) (jade)

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