Der für Freitag im Norden erwartete Schneesturm könnte auch in Hamburg zu Schulfrei führen. „Wir beobachten die Lage und sind insbesondere mit dem Deutschen Wetterdienst im Austausch“, sagte ein Sprecher der Schulbehörde. Die Schulen würden spätestens am Donnerstag in einem Schulbrief noch einmal über die geltenden Regeln informiert

Demnach können Eltern generell bei einer nachweisbaren Gefährdungslage für den Schulweg entscheiden, ob ihr Kind zur Schule gehen soll oder nicht. Ist Letzteres der Fall, müssten die Kinder aber bei der Schule abgemeldet werden.

Schulen können selbst über Schneefrei entscheiden

Zudem könnten die einzelnen Schulen „aufgrund von Erfahrungswerten entscheiden, den Unterrichtsbetrieb am Freitag einzuschränken oder ganz abzusagen“, sagte der Sprecher. Dies komme insbesondere für Schulen am Stadtrand in Betracht. Auf jeden Fall müssten die Sorgeberechtigten über Schulausfälle informiert werden.

Vor allem weiterführende Schulen könnten auch Online-Unterricht anbieten, „da die technischen Voraussetzungen und die digitalen Unterrichtseinheiten vorliegen“, sagte der Sprecher. „Darüber entscheidet dann die Einzelschule.“ Immer müsse aber eine Notbetreuung angeboten werden, die gegebenenfalls auch gemeinsam durch mehrere Schulen organisiert werden könne.

Das Winterwetter wird Norddeutschland in den kommenden Tagen jedenfalls weiter fest im Griff behalten – dann auch mit stürmischem Ostwind, viel Neuschnee und der Gefahr von Schneeverwehungen. „Bisher hatten wir nur das Winterwetter mit den Schneefällen. Dazu kommt am Freitag der Sturm“, sagte Adrian Leyser Sturm, Meteorologe des Deutschen Wetterdienstes (DWD) in Offenbach. In ganz Norddeutschland müsse dann mit winterlichen Straßenverhältnissen gerechnet werden.

„Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Freitags recht verbreitet zu Verkehrsbehinderungen kommen wird – aufgrund des Neuschnees und der Schneeverwehungen“, sagte der Meteorologe.

Was am Freitag bevorsteht

„Richtig spannend wird es in der Nacht zu Freitag und am Freitag tagsüber. Da nähert sich nämlich das Sturmtief „Elli““, sagte Leyser Sturm. Der Höhepunkt der Schnee- und Sturmlage werde für den Freitagnachmittag erwartet.

Dann bringe stürmischer Ostwind Kaltluft aus Osteuropa in den Norden und Osten Deutschlands. Einsetzender, kräftiger Niederschlag soll dann durchweg als Schnee fallen. „Es ist davon auszugehen, dass am Freitag im Tagesverlauf nennenswerter Neuschnee zusammenkommt in weiten Teilen Norddeutschlands, der aufgrund des starken Ostwindes auch verwehen kann“, sagte der DWD-Wetterexperte.

Verbreitet sei dann mit Neuschneemengen von 5 bis 10 Zentimetern zu rechnen, regional seien bis zu 15 Zentimeter möglich. Noch ließen sich Schwerpunkte aber nicht genau festlegen. „Die Schneeverwehungen können natürlich deutlich höher werden“, sagte Leyser Sturm. Straßen und Wege könnten dadurch dann immer wieder mit Schnee zugeweht werden. Ab Freitagnachmittag gebe es zudem Dauerfrost.

Wie es am Wochenende weitergeht

Insbesondere an den Küsten müssen sich die Menschen zudem auf Sturm einstellen. Direkt an der Nordseeküste sind dem Wetterdienst zufolge orkanartige Böen aus Osten möglich. Für das Küstenumfeld und das angrenzende Binnenland sind stürmische Böen und Sturmböen angekündigt.

Am Samstag beruhige sich die Wetterlage langsam, sagte Leyser Sturm. „Im Küstenumfeld bleibt es weiter stürmisch mit der Gefahr von Verwehungen.“ Die Schneefälle sollen im Laufe des Wochenendes nachlassen.

Hier sind derzeit die größten Schneemengen

In ganz Norddeutschland liegt aktuell Schnee, aber nicht überall gleich viel. „Es gibt einige Hotspots, insbesondere das Nordseeküstenumfeld“, sagt Leyser Sturm. Dort gebe es zurzeit verbreitet eine etwa 10 Zentimeter dicke Schneedecke. In Schleswig-Holstein sei die Schneedecke teils sogar um 20 Zentimeter stark.

„Spitzenreiter ist Hattstedt an der Nordseeküste in Schleswig-Holstein mit 26 Zentimetern“, sagt der Wetterexperte mit Blick auf Messwerte von Mittwochfrüh. Hattstedt liegt bei Husum in Nordfriesland.

Auch im südniedersächsischen Bergland liege 10 bis 20 Zentimeter Schnee, sagte Leyser Sturm. „Im Harz auch mehr.“ Der Meteorologe verwies auf Angaben des Wetterportals „Kachelmannwetter“, in die auch Daten des Deutschen Wetterdienstes einflössen. Demnach meldete etwa Braunlage im Harz 41 Zentimeter Schnee.