Verblüffende Parallelen

„Jack Ryan“-Szene wird nach US-Militärschlag zum Hit

07.01.2026 – 13:41 UhrLesedauer: 2 Min.

John Krasinksi: Der einstige "The Office"-Star etablierte sich mit "Jack Ryan" engültig als ernstzunehmender Schauspieler.Vergrößern des Bildes

John Krasinksi: Der einstige „The Office“-Star etablierte sich mit „Jack Ryan“ engültig als ernstzunehmender Schauspieler. (Quelle: IMAGO)

Die Amazon-Serie „Jack Ryan“ von 2019 ist aktuell großes Gesprächsthema. Darin warnt der CIA-Analyst vor genau dem Land, in dem es nun zu einem US-Angriff kam.

Die Realität liefert normalerweise den Stoff für Filme und Serien – doch manchmal scheint es auch umgekehrt zu laufen. Nach der US-Militäraktion in Venezuela, bei der Präsident Nicolás Maduro festgenommen wurde, geht eine Szene aus der Amazon-Serie „Jack Ryan“ viral. In dem Clip aus der zweiten Staffel von 2019 warnt Hauptfigur Jack Ryan vor Venezuela.

Die Parallelen zwischen Fiktion und Realität sind verblüffend: So erklärt CIA-Analyst Ryan, gespielt von John Krasinski, einer Gruppe von Studenten, dass Venezuela „die größte Ressource für Öl und Mineralien auf dem Planeten“ sei. Dann schlägt er Alarm, ein „gescheiterter Staat“ vor der Haustür sei eine Gefahr für die USA.

Die Ähnlichkeiten zur aktuellen Situation gehen noch weiter: Am 3. Januar führten die USA Luftangriffe auf Venezuela durch und nahmen Präsident Maduro unter dem Vorwurf des Drogenterrorismus fest. US-Präsident Donald Trump verkündete anschließend von seinem Anwesen Mar-a-Lago aus, die USA würden Venezuela nun „führen“ und „das Öl wieder zum Fließen bringen“.

Auf der Videoplattform YouTube häufen sich seit dem US-Militärschlag Kommentare unter einem Clip, der die entsprechende Serienszene zeigt. „Ich schätze, der US-Präsident hat kürzlich eben diese Serie geschaut“, unkt ein User. An anderer Stelle heißt es: „Das ist gealtert wie guter Wein!“

Carlton Cuse, der die Serie gemeinsam mit Graham Roland entwickelte, zeigte sich von den Parallelen überrascht. „Was einen als Geschichtenerzähler immer wieder überrascht, ist, wie oft reale Ereignisse die Fiktion einholen“, erklärte er dem US-Branchenmagazin „Deadline“. Das Ziel der zweiten Staffel sei nicht Prophezeiung gewesen, sondern Plausibilität. „Wenn man eine Geschichte in realen geopolitischen Dynamiken verankert, findet die Realität oft einen Weg, im Einklang zu sein.“

Der Serienmacher betonte, dass er und sein Co-Autor keine politische Aussage treffen wollten. Sie hätten lediglich einen fiktiven, charaktergetriebenen Thriller erzählt, der in der langjährigen strategischen Bedeutung Venezuelas verwurzelt sei. „Unsere Aufgabe war es, die Situation glaubwürdig erscheinen zu lassen“, sagte Cuse.