Das am 7. Januar 2026 vom X-Account des US European Command veröffentlichte Foto zeigt laut Angaben des US European Command die Beschlagnahmung des Öltankers M/V "Bella 1" im Nordatlantik.

Stand: 07.01.2026 18:05 Uhr

Die US-Armee hat im Nordatlantik einen Öltanker mit Verbindungen zu Venezuela beschlagnahmt. Das Schiff soll unter russischer Flagge gefahren sein. In der Karibik wurde zudem ein weiterer Tanker aufgebracht: wegen „illegaler Aktivitäten“.

Das US-Militär hat einen unter russischer Flagge fahrenden Öltanker im Nordatlantik beschlagnahmt. Der Zugriff sei wegen „Verstößen gegen US-Sanktionen“ auf Anordnung eines Bundesgerichts erfolgt, teilte das Europa-Kommando der US-Streitkräfte (Eucom) mit. Russland soll zuvor ein U-Boot und weitere Schiffe zum Schutz des Tankers entsandt haben.

In der Karibik beschlagnahmten die US-Streitkräfte zudem einen weiteren, offiziell staatenlosen Frachter. Beide Schiffe sollen Verbindungen zu Venezuela haben.

Der unter russischer Flagge fahrende Tanker hatte sich Medienberichten zufolge vor mehreren Tagen einer US-Kontrolle im karibischen Raum entziehen können und war seitdem bis in den Nordatlantik von den USA verfolgt worden. Es handle sich um den Frachter „Bella 1“, teilte das Eucom mit. Das Frachtschiff hatte auf dem Weg nach Venezuela angesichts der drohenden US-Kontrolle plötzlich den Kurs gewechselt, wie das „Wall Street Journal“ berichtete. Um den USA zu entfliehen, soll es auch den Namen in „The Marinera“ geändert haben.

Moskau verurteilt US-Einsatz

Moskau kritisierte die Beschlagnahmung des Öltankers im Nordatlantik scharf. „Kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäß unter der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind“, erklärte das russische Verkehrsministerium.

„Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern“, hieß es weiter.

Das russische Verkehrsministerium verwies zudem auf die UN-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäß registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hieß es. Diese sei ordnungsgemäß und nach internationalem Recht erteilt worden.

„Sophia“ wird in die USA eskortiert

In der Karibik brachte die US-Küstenwache zudem das Schiff „Sophia“ auf und eskortierte es bis „zur endgültigen Klärung des Falls“ in die USA, wie das für die Region zuständige Südkommando des US-Militärs (Southcom) mitteilte. Dem Schiff werden „illegale Aktivitäten“ vorgeworfen. Bereits vor wenigen Wochen hatte das US-Militär zwei andere Öltanker vor der Küste Venezuelas unter seine Kontrolle gebracht.

US-Präsident Donald Trump hatte bereits vor dem Militäreinsatz am Wochenende in Venezuela zur Gefangennahme von Präsident Nicolás Maduro eine Seeblockade für sanktionierte Öltanker angeordnet, die Richtung Venezuela steuern oder einen Hafen des rohstoffreichen Landes verlassen. Er begründete dies damit, das südamerikanische Land habe Öl, Land und andere Vermögenswerte von den USA gestohlen – diese müssten zurückgegeben werden.