Mönchengladbach (NRW) – Die maskierten Räuber waren drei Muttersöhnchen (21, 22, 22) aus den Niederlanden. Mit einem Sturmgewehr und einem Taser wollte das Trio einen Goldhändler in Mönchengladbach überfallen. Doch bei Juwelier Ahmad A. (46) waren sie an den Falschen geraten.
Ein Video des missglückten Verbrechens verbreitete sich im vergangenen Sommer. Darin zu sehen: Als die Gangster fliehen wollen, warten schon zwei Polizisten vor dem Geschäft – doch die Beamten müssen zunächst zusehen, wie Zeugen die Räuber übel verprügeln, erst nach einem Warnschuss gelingt die Festnahme.
Die Staatsanwaltschaft hatte Danilo B. (22), Luganno M. (21) und Malik P. (22) wegen besonders schweren, gemeinschaftlichen Raubes und Körperverletzung angeklagt. Die drei Niederländer, die alle noch bei ihrer Mutter wohnen, machten am Mittwoch am Landgericht Mönchengladbach (NRW) reinen Tisch, gestanden und baten um Entschuldigung.

Ein Räuber gibt auf, wirft die Waffe auf den Gehweg
Foto: privat
Schmuck für eine halbe Million Euro eingepackt
Die anzunehmen, fiel Goldhändler Ahmad A. nicht leicht. „Erst dachte ich, da kommen Polizisten ins Geschäft. Als der dritte mit der Tasche folgte, wusste ich, das ist ein Überfall“, sagte der Syrer. Als er sah, wie die Räuber Schmuck für eine halbe Million Euro einpackten, wehrte er sich – und packte die funktionstüchtige Kalaschnikow-Nachbildung. Der Juwelier: „Ich habe sie nicht losgelassen, auch nicht, als sich ein Schuss löste und einer mich fünf oder sechsmal mit einem Taser attackierte.“

Juwelier Ahmad A. (46) packte das Sturmgewehr der Täter und hielt es lange fest
Foto: Andreas Wegener
Beim Versuch, einen der Räuber bei der Flucht zu verfolgen, sei er aber vor die Ladentür gerannt. Benommen stürzte er zu Boden. Nach dem Mut kam die Angst – bis heute leidet der Juwelier seiner Aussage nach unter Angst und Schlafstörungen, nimmt Medikamente und macht eine Therapie. 170 Gramm Gold sind weiterhin verschwunden.
Nach Überfall in Mönchengladbach: Hier werden drei Gold-Räuber vermöbelt
Quelle: BILD Lesereporter11.08.2025
Gab Marokko-Mafia den Auftrag für den Überfall?
Zwei der Niederländer wollen von der marokkanischen Mafia zu dem Überfall gedrängt worden sein, nachdem sie bei illegalen Pokerrunden in einer Shishabar Tausende Euro verloren hatten. Laura P. Nardelli, die Verteidigerin von Marik P.: „Mein Mandant ging davon aus, dass die Waffen zur Einschüchterung reichen. Er hatte nicht damit gerechnet, dass die Situation so eskalieren würde.“
Insgesamt fünf Zeugen und Polizisten wurden verletzt. Der Prozess wird fortgesetzt.