Ein Agent der US-Einwanderungsbehörde ICE hat in Minneapolis eine Frau in ihrem Auto erschossen. Die 37-Jährige habe bei
einer Razzia im US-Bundesstaat Minnesota versucht, Beamte der Behörde mit ihrem Fahrzeug
zu rammen, teilte die Sprecherin des Heimatschutzministeriums, Tricia
McLaughlin, mit. 

Der demokratische Bürgermeister Jacob Frey bezeichnete ihre Darstellung in einer Pressekonferenz als „Bullshit“. Der Beamte habe rücksichtslos seine Macht ausgeübt, „was dazu führte, dass jemand starb, getötet wurde“. Frey machte die US-Regierung für die zunehmenden Spannungen
verantwortlich. „Die Anwesenheit von Bundesbeamten der
Einwanderungsbehörde stiftet Chaos in ⁠unserer Stadt“, schrieb er auf X. „Wir fordern, dass die ICE die Stadt sofort
verlässt.“

Der Polizeichef der Stadt, Brian O’Hara, sagte vor Reportern, die Frau sei kein Ziel der Einwanderungsmaßnahmen gewesen. Die vorläufigen Ermittlungen deuteten darauf hin, dass ihr Fahrzeug den Verkehr blockierte, als ein Bundesbeamter sich zu Fuß näherte. Das
Auto setzte sich demnach in Bewegung, woraufhin mindestens zwei Schüsse
fielen. Die Frau habe eine Kopfverletzung erlitten und sei im
Krankenhaus für tot erklärt worden. 

Der Vorfall ließ sich zunächst nicht unabhängig rekonstruieren. Videoaufnahmen zeigten, wie
das Auto in einem Wohnviertel gegen einen Mast krachte. In der Windschutzscheibe war ein Einschussloch zu sehen. 

Demonstranten versammeln sich in Wohnviertel

Die demokratische Abgeordnete Ilhan Omar, deren Kongressbezirk den Ort
der Schießerei umfasst, beschrieb die getötete Person laut New York Times als „Rechtsbeobachterin“. Es handele sich um die
Ehefrau eines prominenten Aktivisten, berichtete die Zeitung unter Berufung ⁠auf das Büro der demokratischen
Senatorin ​Tina Smith.

© Lea Dohle

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Der Vorfall ​löste umgehend Proteste in dem Wohnviertel in Minneapolis aus. Dabei standen sich Hunderte Demonstranten und zum Teil schwer ‍bewaffnete Bundesbeamte
gegenüber, die Reizgas einsetzten.

ICE ist eine Bundesbehörde des Heimatschutzministeriums und für
Festnahmen, Inhaftierungen und Abschiebungen zuständig. In der zweiten
Amtszeit von US-Präsident Donald Trump
wurde die Behörde stark ausgebaut und führt regelmäßig groß angelegte
Razzien gegen undokumentierte Migrantinnen und Migranten durch – oft ohne rechtliche Grundlage. Menschenrechtsorganisationen werfen ihr in diesem Zusammenhang die übermäßige Anwendung von Gewalt vor. 

US-Einwanderungsbehörde

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