Anfang Januar hat das amerikanische Militär Ziele in Venezuela angegriffen und den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen. Die neuesten Entwicklungen im Live-Ticker.

NZZ-Redaktion07.01.2026, 22.43 UhrAktualisiert

Mit einem gezielten Militärschlag haben die USA zentrale Einrichtungen des venezolanischen Militärs angegriffen.

Das Wichtigste in Kürze

  • Amerikanische Streitkräfte haben am Mittwoch (7. 1.) den Öltanker «Marinera» beschlagnahmt. Er steht in Verbindung mit Venezuela und fährt unter russischer Flagge. Die Operation ist Teil der US-Strategie, venezolanisches Öl zu kontrollieren. Zum Bericht
  • Die USA haben am frühen Samstagmorgen (3. 1.) einen Angriff auf die Hauptstadt Venezuelas durchgeführt. Dabei nahmen sie den Präsidenten Nicolás Maduro und dessen Frau fest und verlegten sie in eine Haftanstalt nach New York. Dort müssen sie sich vor Gericht wegen «Drogenterrorismus» verantworten. Unterdessen tritt Delcy Rodríguez als Übergangspräsidentin Venezuelas an. Zum Bericht | Zur Analyse | Zur Bildstrecke | Zum Porträt Nicolás Maduros
  • Donald Trump kündigte an, dass die USA so lange im Land bleiben und Venezuela regieren würden, «bis wir einen sicheren, ordnungsgemässen und umsichtigen Übergang gewährleisten können». Zum Kommentar

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Mittwoch, 7. 1.22.41 Uhr: Beschlagnahmter Tanker transportiert Öl aus Iran

Der von den USA beschlagnahmte und unter russischer Flagge fahrende Tanker transportiert laut US-Angaben nicht nur Erdöl aus Venezuela, sondern auch aus Iran. US-Justizministerin Pam Bondi schrieb auf der Plattform X, die USA hätten einen Befehl zur Beschlagnahmung des Rohöltankers vollstreckt, «der für den Transport von sanktioniertem Öl aus Venezuela und Iran verantwortlich ist». Wohin das Öl aus dem nun beschlagnahmten Schiff transportiert werden sollte, wird aus Bondis Mitteilung nicht deutlich.

Das Schiff sei wegen seiner Rolle «in einem Netzwerk zur Umgehung von Sanktionen, das für die Unterstützung ausländischer terroristischer Organisationen verantwortlich ist», in das Visier der USA geraten, schrieb Bondi. Das US-Militär hatte zuvor den Öltanker im Nordatlantik beschlagnahmt. Russland kritisierte das US-Vorgehen scharf und forderte die ungehinderte Heimkehr der Seeleute. Bondi schrieb weiter, gegen die Besatzungsmitglieder des Schiffs werde umfassend ermittelt, weil sie den Anweisungen der Küstenwache nicht Folge geleistet und versucht hätten zu fliehen. Gegen alle schuldigen Akteure würden strafrechtliche Schritte eingeleitet.

21.37 Uhr: Venezuelas Staatsölkonzern verhandelt mit USA

Venezuelas staatlicher Ölkonzern PDVSA bestätigt Gespräche mit den USA über den Verkauf von Erdöl. «Derzeit läuft eine Verhandlung mit den Vereinigten Staaten über den Verkauf von Erdölmengen im Rahmen der bestehenden Handelsbeziehungen», teilte PDVSA mit. Grundlage für den Handel seien Transparenz und «Nutzen für beide Seiten», hiess es.

Am Mittwoch kündigte die US-Regierung eine Lockerung von Sanktionen gegen Venezuela an. Ziel sei es, den Transport und den Verkauf venezolanischen Öls auf dem Weltmarkt zu ermöglichen, teilte das US-Energieministerium mit. Welche Sanktionen genau gelockert werden sollen und wann, ging aus der Ankündigung nicht hervor. Derzeit sind bestimmte Öl-Tanker von den USA mit Sanktionen belegt. Auch der Ölkonzern PDVSA unterliegt seit 2019 umfassenden US-Sanktionen.

Laut Energieminister Chris Wright, nähmen die USA den Verkauf venezolanischen Öls «auf unbestimmte Zeit» in ihre Hand. Bereits am Dienstag hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren – «zum Wohl des venezolanischen Volkes und der Vereinigten Staaten». Das Ölgeschäft ist für Venezuelas Regierung die wichtigste Einnahme- und Devisenquelle. Zuletzt war China der grösste Abnehmer für venezolanisches Erdöl.

Energieminister Chris Wright kündigt an, dass die USA die Ölreserven Venezuelas «auf unbestimmte Zeit» kontrollieren werden.Energieminister Chris Wright kündigt an, dass die USA die Ölreserven Venezuelas «auf unbestimmte Zeit» kontrollieren werden.

Kent Nishimura / Reuters

18.02 Uhr: Moskau fordert freie Heimkehr für Tanker-Besatzung

Das russische Aussenministerium fordert eine ungehinderte Heimkehr der Seeleute auf dem von der US-Marine im Nordatlantik aufgebrachten Öltanker. Man verfolge die Lage auf der «Marinera» aufmerksam, teilte das Ministerium in Moskau laut Angaben russischer Nachrichtenagenturen mit. Das US-Militär benutzt für den Tanker den Namen «Bella-1», so hiess es vor einer Umbenennung.

«Angesichts der Berichte, dass russische Bürger zur Besatzung gehören, verlangen wir von der amerikanischen Seite, ihre humane und würdige Behandlung sicherzustellen, ihre Rechte und Interessen strikt zu wahren und eine schnellstmögliche Rückkehr in die Heimat nicht zu behindern», hiess es.

Das russische Verkehrsministerium kritisierte das US-Vorgehen unter Verweis auf die Uno-Seerechts-Konvention von 1982. Demnach habe kein Staat das Recht, in internationalen Gewässern die freie Fahrt ordnungsgemäss registrierter Schiffe zu behindern. Der Tanker habe am 24. Dezember eine vorläufige Erlaubnis erhalten, unter russischer Flagge zu fahren, hiess es. Diese sei ordnungsgemäss und nach internationalem Recht erteilt worden.

Ein Bild des Tankers «Marinera» (Ex-Bella 1) vom Mittwoch.Ein Bild des Tankers «Marinera» (Ex-Bella 1) vom Mittwoch.

U.S. European Command via Reuters

17.00 Uhr: USA wollen Verkauf von Öl aus Venezuela langfristig steuern

Die USA wollen nach den Worten von Energieminister Chris Wright «auf unbestimmte Zeit» den Verkauf venezolanischen Öls in ihre Hand nehmen. Zuerst soll es dabei um Lagerbestände gehen, wie er sagte. «Wir werden zunächst das aus Venezuela stammende Rohöl vermarkten, das in den Lagern liegt, und dann auf unbestimmte Zeit die Produktion aus Venezuela auf dem Markt verkaufen.»

Die USA agierten dabei in enger Zusammenarbeit mit Venezuela, so Wright. Geplant seien ausserdem Lieferungen von Verdünnungsmitteln und Ersatzteilen sowie Dienstleistungen zur Stabilisierung der Industrie. Langfristig sei das Ziel, dass sich grosse amerikanische Energieunternehmen wieder in Venezuela engagieren können. «Die Ressourcen sind immens – das sollte ein reiches, florierendes und friedliches Energiezentrum werden.»

Erst einen Tag zuvor hatte US-Präsident Donald Trump einen direkten Eingriff seines Landes in die Ölindustrie Venezuelas angekündigt und sich die Kontrolle über Einnahmen aus dem Verkauf von Öl gesichert. Das südamerikanische Land werde zwischen 30 und 50 Millionen Barrel (je 159 Liter) an sanktioniertem Öl an die USA liefern, kündigte der Republikaner auf der Plattform Truth Social an. Er selbst werde die Einnahmen aus dem Verkauf des Öls kontrollieren, schrieb Trump weiter.

16.28 Uhr: Tanker «Marinera» nun im Besitz der US-Küstenwache

Wie die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf einen amerikanischen Beamten berichtet, befinde sich der Tanker «Marinera» nun im Besitz der amerikanischen Küstenwache. Stunden zuvor hatten US-Spezialeinheiten das Schiff beschlagnahmt, das unter russischer Flagge navigiert und in Verbindung zu Venezuela steht. Die Operation fand im Nordatlantik in der Nähe der isländischen Küste statt.

Ein hochrangiger russischer Parlamentarier der regierenden Partei «Einiges Russland», Andrej Klishas, bezeichnete die Beschlagnahmung des Öltankers als einen Akt der Piraterie. Das berichtet die russische staatliche Nachrichtenagentur Tass. Das russische Verkehrsministerium gab an, dass es den Kontakt zu dem Schiff «Marinera» verloren habe, nachdem amerikanische Seestreitkräfte an Bord gegangen waren.

US-Verteidigungsminister Pete Hegeseth schrieb auf X: «Die Vereinigten Staaten setzen die Blockade gegen alle Schiffe der ‹dark fleet› fort, die illegal venezolanisches Öl transportieren, um illegale Aktivitäten zu finanzieren und damit das venezolanische Volk zu bestehlen. Nur legitimer und rechtmässiger Energiehandel – wie von den USA festgelegt – wird zugelassen. Zum Bericht

Ein Mitglied der amerikanischen Küstenwache beobachtet am Mittwoch den beschlagnahmten Tanker «Marinera».Ein Mitglied der amerikanischen Küstenwache beobachtet am Mittwoch den beschlagnahmten Tanker «Marinera».

Us European Command / Handout

16.10 Uhr: Russland beklagt einen Verstoss gegen das Seerecht

Russland sieht in der Beschlagnahmung eines unter russischer Flagge fahrenden Öltankers im Atlantik durch die USA einen Verstoss gegen das Seerecht. «Gemäss dem Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen von 1982 gilt auf hoher See die Freiheit der Schifffahrt, und kein Staat hat das Recht, Gewalt gegen Schiffe anzuwenden, die ordnungsgemäss in der Gerichtsbarkeit anderer Staaten registriert sind», erklärte Russland in einer Stellungnahme. Es hiess, der Kontakt zu dem Schiff «Marinera» sei abgebrochen, nachdem amerikanische Seestreitkräfte an Bord gegangen seien.

15.39 Uhr: Zweiter Tanker in lateinamerikanischen Gewässern festgesetzt

Nebst der Übernahme des Tankers «Marinera» im Nordatlantik haben die USA am Mittwoch einen zweiten Öltanker festgesetzt, der in Verbindung mit Venezuela steht. Wie das US-Südkommando mitteilt, sei das sanktionierte Schiff M/T Sophia in internationalen Gewässern beschlagnahmt worden. Es habe sich in der Karibischen See befunden und illegale Aktivitäten durchgeführt. Die amerikanischen Streitkräfte eskortierten es derzeit Richtung Vereinigte Staaten.

«In einer Aktion vor Tagesanbruch hat das Kriegsministerium in Zusammenarbeit mit dem Heimatschutzministerium heute Morgen einen staatenlosen, sanktionierten Motortanker der Dark Fleet ohne Zwischenfälle beschlagnahmt», erklärte das Militär.

15.33 Uhr: USA bestätigen Übernahme eines russischen Öltankers

Amerikanische Streitkräfte haben den Öltanker «Marinera» übernommen, der mit Venezuela in Verbindung steht und unter russischer Flagge navigiert. Das bestätigt ein amerikanischer Beamter auf NBC News. Dass das Schiff durch amerikanische Kräfte beschlagnahmt wurde, bestätigten zudem ein amerikanischer und ein europäischer Beamter in der Zeitschrift «Politico». Das amerikanische Heimatschutzministerium sowie das Militär hätten laut den Berichten die Operation durchgeführt. Davor hatten Offizielle einen Enterversuch bestätigt.

Der Zugriff im Nordatlantik sei wegen «Verstössen gegen US-Sanktionen» erfolgt, teilte das Europa-Kommando der amerikanischen Streitkräfte (Eucom) mit. Der Einsatzort soll sich in der Nähe von Island befinden, auch ein russisches U-Boot habe sich in der Gegend aufgehalten.

Der russische Staatssender RT soll ein Bild eines Helikopters veröffentlicht haben, von dem die amerikanischen Soldaten bei dem Einsatz gesprungen sein sollen. Ein amerikanischer Beamter sagte zu Reuters, dass die USA versuchen würden, den «mit Sanktionen belegten Öltanker zu beschlagnahmen» – nach einer mehr als zweiwöchigen Verfolgungsjagd. Zuvor soll das Schiff eine amerikanische Seeblockade umgangen haben.

Allerdings soll das besagte Schiff inzwischen unter russischer Flagge fahren, wie Reuters mit Verweis auf die staatlichen russischen Medien weiter schreibt. Demnach habe das russische Aussenministerium verlauten lassen, das Schiff sei in internationalen Gewässern unterwegs und handle dem internationalen Seerecht entsprechend. Weiter soll das Aussenministerium die westlichen Länder aufgefordert haben, das Recht auf freie Schifffahrt zu respektieren.

Ob die Registrierung des Schiffes rechtens war, ist unklar. Mehrere Medien melden, dass Russland den Namen des Öltankers kurzfristig geändert hat: von «Bella 1» zu «Marinera».

Amerikanische Streitkräfte haben diesen Öltanker übernommen. Er steht mit Venezuela in Verbindung und navigiert unter russischer Flagge.Amerikanische Streitkräfte haben diesen Öltanker übernommen. Er steht mit Venezuela in Verbindung und navigiert unter russischer Flagge.

Hakon Rimmereid / UGC

08.01 Uhr: Ölpreise sinken nach Trumps angekündigtem Markteingriff

Der Eingriff von Donald Trump in die Ölindustrie Venezuelas lässt die Ölpreise weiter sinken. Trump hatte angekündigt, Venezuela werde zwischen 30 und 50 Millionen Fass Öl an die USA liefern. Das entspricht ungefähr der gesamten Produktion der venezolanischen Ölindustrie von einem bis zwei Monaten. Durch einen solchen Schritt stiege das Ölangebot.

Ein Fass der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März verbilligte sich am Morgen um 56 Cent oder knapp 1 Prozent auf 60,14 Dollar, nachdem der Preis gestern bereits um knapp 2 Prozent gesunken war. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte WTI mit Lieferung im Februar sank um 73 Cent oder 1,3 Prozent auf 56,40 Dollar.

06.46 Uhr: Russland eskortiert laut dem «Wall Street Journal» einen Öltanker mit U-Boot

Russland eskortiert laut einem Bericht des «Wall Street Journal» einen Öltanker vor der Küste Venezuelas mit einem U-Boot und weiteren ⁠Marineschiffen, um die Blockade der USA zu umgehen. Das «Wall Street Journal» verweist dabei auf einen amerikanischen Regierungsvertreter. Bei dem Schiff soll es sich um den 24 Jahre alten Öltanker «Bella 1» handeln, der unter der Flagge von Guyana registriert ist.

03.53 Uhr: Venezuela soll laut Trump Öl an die USA liefern

Donald Trump hat die Lieferung von grossen Mengen venezolanischen Öls an die USA angekündigt. «Ich freue mich, Ihnen mitteilen zu können, dass die Übergangsbehörden Venezuelas zwischen 30 und 50 Millionen Fass hochwertiges, mit Sanktionen belegtes Öl an die Vereinigten Staaten von Amerika liefern werden», schreibt Trump auf seiner Plattform Truth Social.

Die Öl-Raffinerie El Palito in Puerto Cabello, Venezuela.Die Öl-Raffinerie El Palito in Puerto Cabello, Venezuela.

Matias Delacroix / AP

Dieses Öl werde zum Marktpreis verkauft, «und ich als Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika werde die Einnahmen kontrollieren, um sicherzustellen, dass sie dem venezolanischen und dem amerikanischen Volk zugutekommen». Er habe den Energieminister Chris Wright beauftragt, diesen Plan unverzüglich umzusetzen. Das Öl werde mit Lagerschiffen transportiert und direkt zu den Entladehäfen in den Vereinigten Staaten gebracht, so Trump weiter.

Dienstag, 6. 1.21.18 Uhr: 24 venezolanische Soldaten bei Angriff der USA getötet

Bei der Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro sind mindestens 24 venezolanische Soldaten getötet worden. Das schreiben die dortigen Streitkräfte in einer Mitteilung. Dazu wurden Fotos der getöteten Personen veröffentlicht. Zuvor hatte die kubanische Regierung mitgeteilt, dass bei der Aktion des amerikanischen Militärs ausserdem 32 kubanische Sicherheitskräfte getötet worden seien. Nach Meinung vieler Experten schickt Kuba seit Jahren Soldaten und Geheimagenten ins verbündete Venezuela, wo sie auch als Leibwächter von Maduro tätig waren.

14.29 Uhr: Trump will Ölkonzerne subventionieren

Donald Trump stellt mögliche Subventionen für Ölkonzerne in Aussicht, die den Wiederaufbau der Energieinfrastruktur Venezuelas unterstützen. Dieses Vorhaben könne in weniger als achtzehn Monaten abgeschlossen werden, sagte er dem amerikanischen Sender NBC News am Montag in einem Interview.

Trump gab sich nach Angaben des Senders überzeugt, dass die USA dieses Ziel schneller erreichen könnten, es allerdings viel Geld erfordern werde. «Eine enorme Summe Geld muss ausgegeben werden, und die Ölunternehmen werden diese ausgeben, und dann werden sie von uns oder durch Einnahmen entschädigt.»

Der amerikanische Präsident Donald Trump.Der amerikanische Präsident Donald Trump.

Aaron Schwartz / Imago

14.23 Uhr: Grönlands Regierungschef warnt nach Trump-Drohungen vor Panik

Vor dem Hintergrund der amerikanischen Ansprüche auf Grönland hat der grönländische Ministerpräsident Jens-Frederik Nielsen seine Landsleute dazu aufgerufen, Ruhe zu bewahren. Er verstehe, dass manche Grönländer mit Blick auf die Situation in Venezuela beunruhigt über die jüngsten Aussagen von US-Präsident Donald Trump seien, sagte Nielsen bei einer Pressekonferenz in der Hauptstadt Nuuk. «Aber Venezuela und Grönland sind nicht vergleichbar.»

Nielsen forderte nun einen direkten Draht nach Washington. Er sei es satt, dass die Kommunikation mit den USA über die Medien stattfinde. Grönland und die USA hätten in der Vergangenheit immer gut zusammengearbeitet. Eine Annexion Grönlands über Nacht werde nicht passieren. «Wir sind offen für einen Dialog», sagte Nielsen. «Aber die internationalen Regeln und Gesetze basieren auf Frieden, Zusammenarbeit und getroffenen Vereinbarungen.»

Der grönländische Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen.Der grönländische Ministerpräsident Jens Frederik Nielsen.

Oscar Scott Carl / EPA

07.42 Uhr: Venezuelas Oppositionsführerin schwärmt von Trump

Venezuelas Oppositionsführerin María Corina Machado hat sich überschwänglich bei US-Präsident Donald Trump für die Festnahme von Nicolás Maduro bedankt. «Der 3. Januar wird als der Tag in die Geschichte eingehen, an dem die Gerechtigkeit die Tyrannei besiegt hat», sagte die Friedensnobelpreisträgerin dem amerikanischen Sender Fox News.

«Das ist ein Meilenstein», sagte Machado über Trumps Vorgehen. «Und das ist nicht nur für das venezolanische Volk und unsere Zukunft von grosser Bedeutung. Ich denke, es ist ein grosser Schritt für die Menschheit, für die Freiheit und für die Menschenwürde», sagte sie in dem auf X verbreiteten Video-Ausschnitt des Gesprächs schwärmend. In einem anderen Post schrieb Machado, Venezuela werde «der wichtigste Verbündete der Vereinigten Staaten in den Bereichen Sicherheit, Energie, Demokratie und Menschenrechte sein».

07.09 Uhr: Topdemokrat kritisiert das Vorgehen der USA als Wunschdenken

Der demokratische Minderheitsführer im amerikanischen Senat, Chuck Schumer, hat die Pläne der US-Regierung, Venezuela vorübergehend zu führen, als vage und auf Wunschdenken beruhend kritisiert. Er habe keine Zusicherungen erhalten, dass die amerikanische Regierung in anderen Ländern nicht dasselbe versuchen würde, sagte der Senator nach einem Briefing der Kongressführer. Das Briefing sei zwar sehr umfassend und lang gewesen, habe aber weitaus mehr Fragen als Antworten aufgeworfen, sagte Schumer.

Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer.Der demokratische Minderheitsführer im US-Senat, Chuck Schumer.

Jose Luis Magana / AP

02.56 Uhr: Meldungen über Schüsse im Regierungsviertel in Caracas

Wenige Tage nach der Festnahme des Staatschefs Nicolás Maduro ist es gemäss Berichten in sozialen Netzwerken in der Nähe des Präsidentenpalastes Miraflores zu heftigen Schusswechseln gekommen. In Videos, die im Internet veröffentlicht wurden, waren Schüsse zu hören und gepanzerte Fahrzeuge der Sicherheitskräfte in den Strassen der Hauptstadt Caracas zu sehen. Die Hintergründe blieben zunächst unklar.

In Venezuela gibt es eine Reihe bewaffneter Gruppen, darunter kriminelle Organisationen und der Regierung nahestehende Paramilitärs, die sogenannten Colectivos. Schiessereien sind zumindest in einigen Vierteln von Caracas keine Seltenheit.

Mitglieder der Milizgruppe Colectivos fordern die Freilassung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Bild aufgenommen am 4. Januar in Caracas.Mitglieder der Milizgruppe Colectivos fordern die Freilassung von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro. Bild aufgenommen am 4. Januar in Caracas.

Gaby Oraa / Reuters

02.32 Uhr: Venezuela sucht nach Kollaborateuren beim Angriff der USA

Nach der Festnahme des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro durch amerikanische Elitetruppen in Venezuela fahndet die venezolanische Polizei nach Kollaborateuren. Alle Polizeidienststellen auf Bundes-, Staats- und Gemeindeebene sollten nach Personen suchen, die den Angriff der Vereinigten Staaten unterstützten, hiess es in dem am Montag (Ortszeit) veröffentlichten Dekret zur Verkündung des Ausnahmezustands.

In verschiedenen amerikanischen Medien hiess es zuvor, dass das US-Militär bei der Kommandoaktion am Wochenende offenbar Unterstützung vor Ort gehabt habe. So soll eine Person im direkten Umfeld von Maduro ständig Informationen über seinen Aufenthaltsort übermittelt haben.

Montag, 5. 1.21.45 Uhr: Knapp 200 amerikanische Einsatzkräfte bei Angriff laut Hegseth

Bei dem Angriff der USA auf Venezuela sind knapp 200 amerikanische Einsatzkräfte im Zentrum der Hauptstadt Caracas gewesen. Dies sagte Verteidigungsminister Pete Hegseth bei einer Veranstaltung in Newport News im amerikanischen Gliedstaat Virginia. Ob es sich dabei ausschliesslich um Soldaten handelte, sagte er nicht.

18.53 Uhr: «Ich bin ein Kriegsgefangener», sagt Maduro

In der ersten kurzen Anhörung vor Gericht stellte sich Nicolás Maduro dem Richter als Präsident Venezuelas vor und sagte, er sei «entführt» worden: «Ich bin unschuldig. Ich bin nicht schuldig. Ich bin ein anständiger Mensch», sagte Maduro über einen Dolmetscher. Der Richter Alvin Hellerstein hatte ihn nach seinem Plädoyer zu Anklagen gefragt, zu denen unter anderem Narco-Terrorismus und Verschwörung zur Einfuhr von Kokain gehörten. Maduro fügte hinzu: «Ich bin immer noch Präsident meines Landes.» Das berichtet die «New York Times» aus dem Gerichtssaal.

Nicolás Maduro (l.) und seine Frau Cilia Flores (2.v.r.) erscheinen am Montag, 5. Januar, vor einem Bundesgericht in Manhattan in Begleitung ihrer Verteidiger.Nicolás Maduro (l.) und seine Frau Cilia Flores (2.v.r.) erscheinen am Montag, 5. Januar, vor einem Bundesgericht in Manhattan in Begleitung ihrer Verteidiger.

Gerichtszeichnung Elizabeth Williams / AP

Maduros Ehefrau Cilia Flores, die wie ihr Mann ein kurzärmeliges dunkelblaues Hemd über einer orangefarbenen Gefängnisuniform trug, erklärte sich ebenfalls für «nicht schuldig, völlig unschuldig».

Vor Gericht trug Flores einen Verband auf der Stirn und wies nahe ihrem rechten Auge eine Verletzung auf. Diese soll wie ein Bluterguss ausgesehen haben. Als sie für ihr Plädoyer aufstand, schien sie sich zur Unterstützung an einem Marshall festzuhalten.

Die nächste Anhörung ist für den 17. März vorgesehen.

Als Maduro den Gerichtssaal verliess, sagte er auf Spanisch: «Ich bin ein Kriegsgefangener.»

Am Montag wurde Maduro zum Gerichtsgebäude in New York gebracht.Am Montag wurde Maduro zum Gerichtsgebäude in New York gebracht.

EPA

18.38 Uhr: Maduros Sohn vor Parlament: «Mein Vater wurde entführt»

Nicolás Maduros Sohn hat die Ergreifung seines Vaters durch amerikanische Eliteeinheiten in Caracas als Entführung bezeichnet. «Wenn wir die Entführung von Staatschefs normalisieren, ist kein Land mehr sicher. Heute ist es Venezuela, morgen kann es jedes andere Land sein, das sich nicht unterwirft», sagte der Abgeordnete Nicolás Maduro Guerra bei der konstituierenden Sitzung der venezolanischen Nationalversammlung. «Ohne Völkerrecht gilt in der Welt wieder das Recht des Stärkeren.»

18.28 Uhr: Maduro plädiert auf nicht schuldig

Nicolás Maduro hat vor einem New Yorker Gericht auf nicht schuldig plädiert. Das berichtete unter anderem die «New York Times» aus dem Gerichtssaal.

Am Montag kommt es vor dem Manhattan Federal Court in New York zu Protesten. Um 12 Uhr Ortszeit musste Maduro vor Gericht erscheinen.Am Montag kommt es vor dem Manhattan Federal Court in New York zu Protesten. Um 12 Uhr Ortszeit musste Maduro vor Gericht erscheinen.

Heather Khalifa / AP

18.16 Uhr: Maduro vor Gericht in New York

Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores sind einem Gericht in New York vorgeführt worden. Der 63-Jährige wird dort erstmals angehört. Im Gerichtssaal angekommen, schüttelte er seinen Anwälten die Hand. Er trug Kopfhörer zur Übersetzung, wie die «New York Times» und der Sender Sky News berichteten.

Der autoritäre Präsident ist unter anderem wegen des Vorwurfs des «Drogenterrorismus» angeklagt. Er soll sein wegen Wahlfälschung illegal erlangtes Amt dazu genutzt haben, dass Tausende Tonnen Kokain in die USA transportiert werden konnten. Maduro habe für sich daraus Vorteile gezogen und soll sich dafür mit Drogenhändlern verbündet haben. Bislang hat sich Maduro nicht zu den Vorwürfen geäussert.

14.10 Uhr: Maduro bei New Yorker Gericht angekommen

Nicolás Maduro ist bei einem New Yorker Bundesgericht angekommen. Um 12 Uhr (Ortszeit, 18 Uhr MEZ) soll er dort erstmals zu einem Termin erscheinen.

Auf Videoaufnahmen, die vom Sender CNN übertragen wurden, war zu sehen, dass für seinen Transport neben einem gepanzerten Fahrzeug auch ein Helikopter benutzt wurde. Maduro wurde unter anderem von Beamten der amerikanischen Drogenpolizei DEA begleitet.

Nicolás Maduro trifft am 5. Januar am Downtown Manhattan Heliport in New York City ein. Er wird zum Manhattan United States Courthouse geführt für seine erste Anhörung.12.33 Uhr: Bundesrat friert Vermögenswerte von Maduro ein

Der Schweizer Bundesrat sperrt mit sofortiger Wirkung allfällige Vermögenswerte von Nicolás Maduro und dessen Umfeld. Zudem will die Regierung in Bern sicherstellen, dass keine Vermögenswerte abfliessen können. Das schreibt sie in einer Mitteilung.

Die Anordnung zur Sperrung betrifft 37 Personen. Mitglieder der amtierenden Regierung von Venezuela seien von der Sperrung nicht betroffen, heisst es. Zur Gesamthöhe der gesperrten Vermögenswerte können keine Angaben gemacht werden.

10.20 Uhr: Trump droht Mexiko, Kuba und Grönland

Donald Trump hat sich in einem Interview an Bord der Regierungsmaschine Air Force One zu Venezuela geäussert und Drohungen gegen weitere Länder ausgesprochen. Der amerikanische Präsident antwortete auf die Frage, wer in Venezuela das Sagen habe: «Wir haben das Sagen.»

Donald Trump spricht in der Air Force One über verschiedene Länder.

Anschliessend sagte er, dass «Drogen durch Mexiko strömen» würden. Zudem stehe «Kuba kurz vor dem Zusammenbruch».

Ausserdem attackierte Trump Kolumbien, das von einem kranken Mann regiert werde, der es liebe, «Kokain zu produzieren und es in die Vereinigten Staaten zu verkaufen». Auf die Nachfrage einer Journalistin, ob es einen Militäreinsatz gegen Kolumbien geben werde, sagte Trump: «Das klingt für mich gut.»

Weiter bekräftigte Trump frühere Aussagen, dass die USA «Grönland brauchen».

09.40 Uhr: Venezuelas Regierung gedenkt getöteter kubanischer Bürger

Die venezolanische Regierung hat laut eigenen Angaben der 32 kubanischen Staatsbürger gedacht, die laut kubanischen Angaben bei der US-Militäroperation getötet worden sind. In einer Erklärung des Aussenministeriums in Caracas heisst es laut Reuters, die Getöteten hätten ihr Leben im Dienst gegeben und seien «im Rahmen der Zusammenarbeit souveräner Staaten» mit Schutz- und Verteidigungsaufgaben betraut gewesen.

In Caracas versammeln sich am 4. Januar 2026 die Unterstützer von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zu einer Demonstration.In Caracas versammeln sich am 4. Januar 2026 die Unterstützer von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro zu einer Demonstration.

Pedro Mattey / Imago

06.34 Uhr: Trump droht Venezuelas geschäftsführender Präsidentin

Donald Trump hat Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez mit Blick auf den künftigen Kurs des ölreichen Landes offen gedroht. Unter Hinweis auf die Festnahme von Präsident Nicolás Maduro bei dem Militäreinsatz sagte der amerikanische Präsident, Rodríguez könne eine noch «schlimmere Situation» drohen. Maduro habe immerhin schnell aufgegeben. «Er hat seine Hände gehoben. Er hat aufgegeben», sagte Trump während eines Flugs nach Washington vor Journalisten.

Bereits zuvor hatte Trump der Zeitschrift «The Atlantic» über Rodríguez gesagt: «Wenn sie nicht das Richtige tut, wird sie einen sehr hohen Preis zahlen, wahrscheinlich einen höheren als Maduro.» Die genaue Frage zu der Antwort veröffentlichte das Medium nicht – auch nicht, ob Trump sich dazu geäussert hatte, was er genau mit «richtig» meinte.

05.40 Uhr: Trump sieht Wahlen nicht als Priorität

Donald Trump sieht Neuwahlen in Venezuela derzeit nicht als Priorität. «Wir werden zur richtigen Zeit Wahlen haben, aber das Wichtigste ist, dass sie das Problem lösen. Das Land ist kaputt», sagte der US-Präsident vor der Presse. «Wir müssen es wiederbeleben, und dafür brauchen wir grosse Investitionen von den Ölgesellschaften, um die Infrastruktur wieder funktionsfähig zu machen.»

Auf die Frage von Reportern, ob die USA von Venezuelas geschäftsführender Präsidentin Delcy Rodríguez verlangen werden, dass sie Oppositionelle zurückkehren lässt oder politische Gefangene freilässt, sagte Trump: «So weit sind wir noch nicht. Im Moment wollen wir erst einmal die Ölindustrie wieder in Gang bringen, das Land wieder aufbauen, es wieder auf die Beine stellen und dann Wahlen abhalten.»

Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez während eines Treffens am 4. Januar 2026.Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez während eines Treffens am 4. Januar 2026.

Delcy Rodríguez via Instagram via Reuters

04.26 Uhr: Venezuelas neue Regierung bereit zu Kooperation mit USA

«Wir laden die Regierung der Vereinigten Staaten ein, gemeinsam an einer Agenda der Kooperation zu arbeiten, die auf gemeinsame Entwicklung ausgerichtet ist und im Rahmen des Völkerrechts ein dauerhaftes Zusammenleben in der Gemeinschaft stärkt», hat Venezuelas geschäftsführende Präsidentin Delcy Rodríguez auf Instagram geschrieben. Sie hatte sich unmittelbar nach dem Angriff der USA zunächst unbeugsam gezeigt.

«Unsere Völker und unsere Region verdienen Frieden und Dialog, keinen Krieg», schrieb sie nun an US-Präsident Donald Trump gerichtet. «Das war schon immer die Haltung von Präsident Nicolás Maduro und ist derzeit die Haltung ganz Venezuelas.» Rodríguez forderte eine von Respekt geprägte Beziehung zwischen den USA und Venezuela, die auf souveräner Gleichheit und Nichteinmischung basiert.

03.44 Uhr: Mehr als 30 Kubaner bei US-Angriff auf Venezuela getötet

Bei dem Angriff des US-Militärs auf Venezuela und der Ergreifung des autoritären Staatschefs Nicolás Maduro sind auch 32 Angehörige der kubanischen Sicherheitskräfte ums Leben gekommen. Sie waren auf Bitten der venezolanischen Behörden in das südamerikanische Land entsandt geworden, wie die regierende Kommunistische Partei Kubas mitteilte.

Sicherheitskräfte aus dem verbündeten Kuba sind nach Einschätzung von Experten seit Jahren in Venezuela im Einsatz. Unter anderem sollen kubanische Geheimdienstagenten beispielsweise dabei helfen, Soldaten der Streitkräfte auf Linie zu halten. Auch für die persönliche Sicherheit Maduros sollen vor allem kubanische Leibwächter verantwortlich gewesen sein.

«Viele Kubaner wurden gestern getötet, als sie versuchten, ihn zu beschützen», sagte der amerikanische Präsident Donald Trump. Das venezolanische Verteidigungsministerium teilte mit, dass bei dem Einsatz «ein Grossteil» von Maduros Sicherheitsteam getötet worden sei.

03.13 Uhr: Venezuelas Aussenminister bestätigt Maduro im Präsidentenamt

Trotz Inhaftierung in den USA halten Regimebefürworter in Caracas an Venezuelas umstrittenem Staatschef Maduro fest: «In Venezuela gibt es einen verfassungsmässigen Präsidenten, Nicolás Maduro Moros, der zwar derzeit illegal festgehalten wird, aber weiterhin das Staatsoberhaupt in voller Ausübung seines Mandats ist», sagte der Aussenminister Yván Gil laut dem regierungsnahen Sender Telesur an einer Krisensitzung der Gemeinschaft lateinamerikanischer und karibischer Staaten (Celac). «Trotz dem Angriff herrschen in Venezuela heute Frieden und Ruhe, die Institutionen funktionieren uneingeschränkt.»

Der venezolanische Aussenminister Yván Gil (links) mit der nun frisch ernannten Interimspräsidentin Delcy Rodríguez in Caracas im Sommer 2025.Der venezolanische Aussenminister Yván Gil (links) mit der nun frisch ernannten Interimspräsidentin Delcy Rodríguez in Caracas im Sommer 2025.

Gaby Oraa / Reuters

Sonntag, 4. 1.21.06 Uhr: Uno-Sicherheitsrat tagt am Montag zu US-Angriff auf Venezuela

Der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen hat eine Sondersitzung für Montag einberufen. Die Sitzung zu Venezuela ist für 10 Uhr Ortszeit (16 Uhr MEZ) angesetzt, wie aus einer Übersicht des Uno-Sicherheitsrates hervorgeht.

Die Regierung in Caracas hatte zuvor in einem Schreiben die Sondersitzung beantragt. Die Attacke stelle einen Verstoss gegen die Uno-Charta dar und gefährde den Frieden in der Region und der ganzen Welt. Der Uno-Sicherheitsrat solle die Aggression verurteilen und die Einstellung der Angriffe fordern, heisst es in dem Schreiben des Aussenministeriums. Russland und China unterstützten die Forderung.

20.28 Uhr: EU fordert Zurückhaltung in Venezuela

Die Länder der Europäischen Union, mit Ausnahme Ungarns, rufen alle Beteiligten in Venezuela zur Zurückhaltung auf. Ihrer Ansicht nach ist nur die Achtung des Willens des venezolanischen Volkes ein Weg, die Demokratie im Land wiederherzustellen.

«Die Europäische Union ruft alle Akteure zu Ruhe und Zurückhaltung auf, um eine Eskalation zu vermeiden und eine friedliche Lösung der Krise zu gewährleisten», heisst es in dem Schreiben der 26 EU-Staaten und der obersten EU-Diplomatin Kaja Kallas.

20.04 Uhr: Spanien und verschiedene Regierungen Lateinamerikas kritisieren Einsatz der USA in Venezuela

Spanien und eine Reihe lateinamerikanischer Staaten verurteilen den Militäreinsatz der USA zur Festnahme Nicolás Maduros in Venezuela. «Wir weisen unilaterale Militäreinsätze auf venezolanischem Territorium zurück. Sie verstossen gegen das Völkerrecht, speziell gegen das Gewaltverbot, den Respekt vor der Souveränität und die Achtung der territorialen Integrität», heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme der Regierungen von Spanien, Brasilien, Chile, Kolumbien, Mexiko und Uruguay.

Die Lage in Venezuela müsse ohne äussere Einmischung ausschliesslich durch Dialog und unter Achtung des Volkswillens beruhigt werden. Die Unterzeichner seien besorgt über jeglichen Versuch, die Kontrolle über die Regierungsgewalt und wichtige Bodenschätze zu erlangen, heisst es in dem Schreiben weiter.

19.53 Uhr: Trump warnt Vizepräsidentin Rodríguez in einem Interview

US-Präsident Donald Trump sagt gegenüber dem amerikanischen Magazin «The Atlantic», die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez könnte einen noch höheren Preis zahlen als der gestürzte Staatschef Nicolás Maduro, «wenn sie nicht das Richtige tut». Das Telefoninterview gab er bei der Ankunft auf seinem Golfplatz in West Palm Beach, Florida.

Ausserdem verteidigt Trump gegenüber dem Magazin seine Entscheidung, Maduro mit Gewalt zu stürzen. «Wissen Sie, der Wiederaufbau dort und der Regimewechsel, wie auch immer Sie es nennen wollen, ist besser als das, was es im Moment gibt. Schlimmer kann es nicht mehr werden.» Trump fügt an, dass andere Länder Gegenstand amerikanischer Interventionen werden könnten. «Wir brauchen Grönland unbedingt», sagt er über die Insel, die zu Dänemark gehört.

18.01 Uhr: Venezuelas Militär stellt sich hinter Vizepräsidentin

Die venezolanischen Streitkräfte haben die Vizepräsidentin Delcy Rodríguez als vorübergehende Staatschefin anerkannt. Nach der Gefangennahme des Staatschefs Nicolás Maduro übernehme sie verfassungsgemäss die Führung des Landes. Dies teilt Venezuelas Verteidigungsminister Vladimir Padrino López am Sonntag in einer Fernsehansprache mit.

Ausserdem sagt er, ein grosser Teil von Maduros Sicherheitsteam sei bei dem amerikanischen Angriff ums Leben gekommen. Konkrete Opferzahlen nennt Padrino López nicht.

Im gesamten Staatsgebiet würden Einheiten der Streitkräfte und der Polizei aktiviert, um die «imperialistische Aggression» der Vereinigten Staaten zurückzuschlagen, sagt er weiter. Die Gefangennahme von Maduro sei eine «feige Entführung» gewesen, bei der die US-Spezialkräfte einen Grossteil von Maduros Sicherheitsteam, Soldaten und unschuldige Bürger kaltblütig getötet hätten.

Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López verlässt am Samstag, 3. Januar 2026, das Büro der Vizepräsidentin in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.Der venezolanische Verteidigungsminister Vladimir Padrino López verlässt am Samstag, 3. Januar 2026, das Büro der Vizepräsidentin in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Matias Delacroix / AP

16.46 Uhr: Warum nicht mehr Festnahmen? Rubio rechtfertigt Umfang von Einsatz in Interviews mit amerikanischen Fernsehsendern

Der amerikanische Aussenminister Marco Rubio äussert sich am Sonntag gegenüber CBS News, warum neben dem Staatschef Nicolás Maduro und seiner Ehefrau Cilia Flores bei dem Angriff der USA auf Venezuela nicht weitere Regierungsmitglieder festgenommen worden sind. «Man kann nicht einfach reingehen und fünf Leute auf einmal festnehmen», sagt er CBS News. Es gebe jetzt schon viel Kritik an dem Einsatz, an dem neben dem Militär auch Eliteeinheiten beteiligt gewesen seien.

Für den Angriff der USA auf Venezuela ist nach Darstellung des amerikanischen Aussenministers keine Zustimmung des Kongresses vonnöten gewesen. «Sie war nicht erforderlich, weil es sich nicht um eine Invasion handelte. Wir haben kein Land besetzt. Es war eine Festnahme», sagt er im Gespräch mit dem Fernsehsender ABC News.

In einem anderen Interview – beim amerikanischen Sender NBC News – bezeichnet Rubio die Regierung in Kuba als «riesiges Problem». Das sagt er auf die Frage, ob nach dem amerikanischen Angriff auf Venezuela nun Kuba folge. Zwar wolle er nicht über zukünftige Schritte der US-Regierung mit Blick auf Kuba sprechen. «Aber ich denke, es ist kein Geheimnis, dass wir keine grossen Fans des kubanischen Regimes sind.» Dieses habe Venezuelas nun entmachteten Staatschef Nicolás Maduro unterstützt, sagt Rubio weiter.

Der amerikanische Aussenminister Marco Rubio sprach am Samstag während der Pressekonferenz nach dem Angriff der USA auf Venezuela.Der amerikanische Aussenminister Marco Rubio sprach am Samstag während der Pressekonferenz nach dem Angriff der USA auf Venezuela.

Jonathan Ernst / Reuters

15.43 Uhr: US-Verteidigungsminister Hegseth sieht keine Parallelen zum Vorgehen der USA im Irak

Der amerikanische Verteidigungsminister Pete Hegseth sieht bei dem Angriff auf Venezuela samt Festnahme des Staatschefs Nicolás Maduro keine Parallelen zum amerikanischen Einsatz im Irak. Auf die Frage, ob der Einsatz tatsächlich anders gewesen sei als beim Intervenieren der US-Streitkräfte im Irak, sagte er beim Sender CBS News: «Es ist genau das Gegenteil. Wir haben jahrzehntelang Unsummen ausgegeben und mit Blut bezahlt, ohne wirtschaftlich etwas dafür zu erhalten.» Präsident Donald Trump habe die Spielregeln geändert.

Hegseth, der sich seit einiger Zeit als Kriegsminister bezeichnet, machte kein Hehl aus den wirtschaftlichen Absichten der USA in Venezuela. «Wir können ihnen helfen und gleichzeitig die Vereinigten Staaten in der westlichen Hemisphäre stärken», sagte er. Er rechtfertigte den Einsatz damit, dass Venezuela eine lange Geschichte als reiches und wohlhabendes Land gehabt habe. «Dies wurde seinen Bürgern durch eine schreckliche Führung gestohlen.»

12.26 Uhr: Papst Leo XIV. spricht sich für unabhängiges Venezuela aus

Papst Leo XIV. hat erklärt, er verfolge die Entwicklungen in Venezuela nach dem Sturz von Präsident Nicolás Maduro durch die USA mit «grosser Besorgnis». Der Papst rief Venezuela beim Mittagsgebet am Sonntag auf dem Petersplatz in Rom dazu auf, ein unabhängiges Land zu bleiben und die Menschenrechte zu achten.

«Wir dürfen nicht zögern, die Gewalt zu überwinden und Wege der Gerechtigkeit und des Friedens einzuschlagen, während wir gleichzeitig die Souveränität des Landes gewährleisten», sagte der Papst. Leo XIV. ist der erste amerikanische Papst der Geschichte.

Anwohner blicken am 4. Januar 2026 in Catia La Mar nördlich von Caracas auf ein beschädigtes Wohngebäude.Anwohner blicken am 4. Januar 2026 in Catia La Mar nördlich von Caracas auf ein beschädigtes Wohngebäude.

Gaby Oraa / Reuters

11.06 Uhr: Bericht: Mindestens 40 Personen bei US-Militäraktion in Venezuela getötet

Bei der gestrigen Militäraktion in Venezuela sollen mindestens 40 Personen getötet worden sein. Dies berichtet die «New York Times» unter Berufung auf nicht näher genannte Quellen innerhalb der venezolanischen Regierung. Unter den Getöteten sollen sowohl Angehörige des venezolanischen Militärs wie auch Zivilisten sein.

Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores werden ins Metropolitan Detention Center Brooklyn in New York gebracht.

09.16 Uhr: Tausende Exil-Venezolaner feiern in Südamerika die Festsetzung Maduros

Venezolanische Migranten auf der ganzen Welt feiern die Festsetzung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro durch die USA. In Argentinien gingen Tausende Menschen auf die Strassen. In Buenos Aires versammelten sie sich am Obelisken, dem Wahrzeichen der Stadt. Sie jubelten, sangen und hüllten sich in venezolanische Flaggen. «Wir sind frei. Wir sind alle glücklich, dass die Diktatur gefallen ist und wir nun ein freies Land haben», «Meine Freude ist riesig», «Für uns Exilanten ist das ein Tag der Freiheit», sagten die Menschen in die Fernsehkameras. Auch in anderen Städten Südamerikas versammelten sich Dutzende Exil-Venezolaner, um ihrer Freude Ausdruck zu verleihen. In Argentinien suchten in den vergangenen Jahren Zehntausende Venezolaner jährlich eine neue berufliche Perspektive.

Venezolaner in Argentinien feiern am Obelisken in Buenos Aires die Operation der USA gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.Venezolaner in Argentinien feiern am Obelisken in Buenos Aires die Operation der USA gegen den venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro.

Luciano Gonzalez / Imago

06.49 Uhr: Nicolás Maduro muss sich in den USA vor Gericht verantworten

Venezuelas entmachteter Präsident Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores waren am Samstag bei einem US-Militäreinsatz von Spezialeinheiten festgenommen und in die USA gebracht worden. Sie sitzen nun in Haft, Maduro soll sich im Metropolitan Detention Center Brooklyn in New York befinden. Ein vom Weissen Haus auf der Plattform X verbreitetes Video zeigte, wie Maduro in Handschellen und begleitet von Beamten der US-Drogenpolizei DEA in einem Gang des Gebäudes abgeführt wird. Ihm und seiner Frau werden unter anderem «Verschwörung zum Drogenterrorismus» sowie «Verschwörung zum Kokainimport» vorgeworfen. Laut amerikanischen Medien soll Maduro in Kürze vor Gericht erscheinen.

Gemäss Medienberichten kam es in mehreren Städten in den USA zu Protesten gegen den amerikanischen Militäreinsatz, darunter in New York, Los Angeles und Washington. In Chicago protestierten Demonstranten laut der «New York Times» mit Transparenten, auf denen zu lesen war: «Kein Blut für Öl» und «Hände weg von Lateinamerika». Vor dem Weissen Haus war auf Plakaten zu lesen: «Trump ist ein Kriegsverbrecher» sowie «Kein US-Krieg gegen Venezuela», wie Fotos zeigten. Gleichzeitig gab es im Land an vielen Orten Versammlungen von Exil-Venezolanern, die den Sturz Maduros ausgelassen feierten, wie Medien berichten. Auch nahe der Haftanstalt im New Yorker Stadtteil Brooklyn, wo Maduro zunächst in Haft bleiben soll, versammelten sich Dutzende Venezolaner, oft mit der Flagge ihres Heimatlandes.

Demonstranten feiern die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Metropolitan Detention Center Brooklyn am Samstag in New York.Demonstranten feiern die Ankunft des gefangenen venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro im Metropolitan Detention Center Brooklyn am Samstag in New York.

Yuki Iwamura / AP

04.01 Uhr: Rodríguez übernimmt Regierung in Caracas interim

Der Oberste Gerichtshof in Venezuela hat laut örtlichen Medien angeordnet, dass Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die Führung des Landes übernimmt. Die 56-jährige Juristin gilt als überzeugte Hardlinerin des Regimes und zeichnet sich durch eine aggressive Rhetorik aus. In ihrer neuen Position soll sie «die administrative Kontinuität und die umfassende Verteidigung der Nation gewährleisten».

Rodríguez kündigte zuvor Widerstand gegen den US-Angriff an. «Wir werden nie wieder Sklaven sein.» Sie gilt als eine der loyalsten Figuren in Maduros Machtzentrum. Als Aussenministerin (2014–2017) prägte sie den konfrontativen Kurs gegen die USA, den sie als Vizepräsidentin (ab 2018) fortsetzte. Schon ihr Vater war ein linker Parteifunktionär, auch ihr Bruder Jorge Rodríguez bekleidete wichtige Ämter in Maduros Regierung. Nach dem US-Militäreinsatz forderte sie die sofortige Freilassung von Maduro und seiner Frau. Zum Bericht

Delcy Rodríguez soll das Amt als Interimspräsidentin übernehmen.Delcy Rodríguez soll das Amt als Interimspräsidentin übernehmen.

Ariana Cubillos / AP

23.59 Uhr: Maduro und seine Frau sind auf amerikanischem Boden

Nach seiner Festnahme bei einer Militäroperation ist der venezolanische Präsident Nicolás Maduro gemäss Meldungen in die USA, genauer gesagt nach New York in eine Haftanstalt, übergeführt worden. Mehrere TV-Sender zeigten am Abend (Ortszeit) ein Flugzeug auf einem auch militärisch genutzten Flughafen in der Nähe der Millionenstadt New York, aus dem wegen der Dunkelheit und der Entfernung der Kameras eine nicht näher zu identifizierende Gruppe stieg.

In der Nacht zum Samstag hatte das amerikanische Militär nach Angaben von Präsident Donald Trump Venezuela angegriffen. Bei der Operation «Absolute Entschlossenheit» hatten Eliteeinheiten Maduro und seine Frau Cilia Flores gefasst und ausser Landes gebracht. Laut Trump wurden beide per Helikopter auf das Kriegsschiff «Iwo Jima» gebracht, von wo aus sie nach New York geflogen wurden. Zum Bericht

Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wird in Gewahrsam von einem amerikanischen Flugzeug an der Stewart Air National Guard Base in Newburgh im US-Gliedstaat New York am 3. Januar 2026 geführt.Venezuelas Präsident Nicolás Maduro wird in Gewahrsam von einem amerikanischen Flugzeug an der Stewart Air National Guard Base in Newburgh im US-Gliedstaat New York am 3. Januar 2026 geführt.

ABC Affiliate WABC / Reuters

20.31 Uhr: Vizepräsidentin Rodríguez sagt, Maduro sei einziger Präsident Venezuelas

Nach der Intervention der USA in Venezuela hat Vizepräsidentin Delcy Rodríguez die sofortige Freilassung von Präsident Nicolás Maduro und seiner Ehefrau verlangt. Rodríguez sprach an einer Sitzung des Verteidigungsrates des südamerikanischen Landes, die live im Fernsehen übertragen wurde.

Rodríguez erklärte weiter, dass Nicolás Maduro der einzige Präsident Venezuelas sei. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump erklärt, sie sei nach der Festnahme Maduros in dem südamerikanischen Land vereidigt worden.

Die Vizepräsidentin sprach im staatlichen Fernsehen zusammen mit ihrem Bruder, dem Präsidenten der Nationalversammlung, Jorge Rodríguez, Innenminister Diosdado Cabello sowie dem Aussen- und Verteidigungsminister. Sie rief zur Ruhe und Einheit auf, um das Land angesichts der «Entführung» Maduros zu verteidigen. Ausserdem betonte Rodríguez, dass Venezuela niemals die Kolonie irgendeines anderen Staates sein werde.

Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez während einer Sitzung in Caracas am 11. Dezember 2023.Die venezolanische Vizepräsidentin Delcy Rodríguez während einer Sitzung in Caracas am 11. Dezember 2023.

Rayner Pena R / EPA

20.02 Uhr: Russland fordert Freilassung Maduros aus US-Gewahrsam

Russland hat zur Freilassung von Nicolás Maduro und seiner Ehefrau aufgerufen. Moskau fordert die amerikanische Führung auf, ihre Position zu überdenken. Das teilte das russische Aussenministerium in einer von mehreren Stellungnahmen mit. Die Vereinigten Staaten und Venezuela müssten ihre Probleme auf dem Weg des Dialogs lösen.

Aussenminister Sergei Lawrow telefonierte laut seiner Behörde auch mit der Vizepräsidentin Delcy Rodríguez, die nun die Amtsgeschäfte führen könnte, und sicherte ihr Russlands Solidarität zu.

Russland hat eine strategische Partnerschaft mit Venezuela, die zwar keinen militärischen Beistand garantiert, wohl aber etwa Waffenlieferungen umfasst.

18.14 Uhr: 150 Flugzeuge im Einsatz, monatelange Vorbereitung

Der Militärchef Dan Caine gibt Details zur Operation bekannt. Es seien mehr als 150 Flugzeuge und Helikopter beteiligt gewesen. Ausserdem ging dem Einsatz des US-Militärs zur Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro eine penible Geheimdienstoperation voraus.

«Nach Monaten der Arbeit unserer Geheimdienstkollegen, Maduro ausfindig zu machen und zu verstehen, wie er sich bewegte, wo er lebte, wohin er reiste, was er ass, welche Kleider er trug, was seine Haustiere waren, wurden unsere Streitkräfte vorbehaltlich einer Reihe zusammenhängender Ereignisse in Bereitschaft versetzt», führt Caine aus.

Auch der amerikanische Militärchef Dan Caine spricht an der Medienkonferenz über die Operation in Venezuela.Auch der amerikanische Militärchef Dan Caine spricht an der Medienkonferenz über die Operation in Venezuela.

Alex Brandon / AP

17.47 Uhr: USA wollen in Venezuela bleiben und das Land führen, bis ein sicherer Übergang garantiert ist

Trump kündigt an, dass die USA so lange im Land bleiben und Venezuela regieren würden, «bis wir einen sicheren, ordnungsgemässen und umsichtigen Übergang gewährleisten können». Der Präsident signalisiert damit eine unbefristete Rolle der USA in der Karibik. Er sagt, dass das Embargo gegen das gesamte venezolanische Öl in vollem Umfang in Kraft bleibe.

Man könne nicht riskieren, dass jemand anderes die Macht in Venezuela übernehme, der die Interessen der Venezolanerinnen und Venezolaner missachte. Die USA wollten Frieden, Freiheit und Gerechtigkeit, sagt Präsident Trump. Die Bevölkerung Venezuelas habe gelitten, das habe nun ein Ende.

17.40 Uhr: Trump spricht von einer der erfolgreichsten Militäroperationen in der Geschichte der USA

Donald Trump äussert sich in seinem Resort Mar-a-Lago in Florida zum Angriff auf Venezuela. Er spricht von einer der beeindruckendsten, wirkungsvollsten und eindrucksvollsten Demonstrationen der militärischen Stärke der Vereinigten Staaten. Die Operation sei zu Land, zu Wasser und aus der Luft durchgeführt worden. Kein amerikanischer Soldat sei getötet worden, kein einziges Stück militärischer Ausrüstung sei verlorengegangen.

US-Präsident Donald Trump beginnt die Medienkonferenz in Mar-a-Lago, an der er über das weitere Vorgehen in Venezuela informiert.US-Präsident Donald Trump beginnt die Medienkonferenz in Mar-a-Lago, an der er über das weitere Vorgehen in Venezuela informiert.

Jonathan Ernst / Reuters

Einen solchen Angriff habe es seit dem Zweiten Weltkrieg nicht mehr gegeben, sagt Trump. Er spricht von einer spektakulären Aktion. «Venezuela war überfordert.»

Man habe damit gerechnet, dass ein zweiter Angriff nötig sei. Aber der erste sei so erfolgreich gewesen, dass es keinen zweiten Schlag mehr brauche. «Wir sind aber darauf vorbereitet, eine zweite, deutlich grössere Welle durchzuführen.»

15.40 Uhr: Trump sagt, er habe Maduro zur Kapitulation aufgefordert

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten vor einer Woche Venezuelas Staatschef Nicolás Maduro zur Kapitulation aufgefordert. «Ich sagte: ‹Du musst aufgeben. Du musst dich ergeben›», sagte Trump im Interview mit dem amerikanischen Fernsehsender Fox News. Maduro und er hätten vor etwa einer Woche miteinander telefoniert. Der nun von amerikanischen Eliteeinheiten festgenommene Staatschef habe sich geweigert.

Zusammen mit seiner Ehefrau Cilia Flores befinde sich Maduro derzeit auf dem Kriegsschiff «Iwo Jima», erklärte Trump. Das Schiff liegt vor der venezolanischen Küste. Maduro und seine Frau würden dann nach New York gebracht, so Trump weiter.

Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez (M.) spricht neben Präsident Nicolás Maduro (r.) und der First Lady Cilia Flores (l.) bei einer Feier in Caracas. (Archivfoto vom 3. Dezember 2023)Venezuelas Vizepräsidentin Delcy Rodríguez (M.) spricht neben Präsident Nicolás Maduro (r.) und der First Lady Cilia Flores (l.) bei einer Feier in Caracas. (Archivfoto vom 3. Dezember 2023)

Miguel Gutierrez / EPA

15.36 Uhr: US-Vizepräsident Vance verteidigt Militäraktion gegen Venezuela

US-Vizepräsident J. D. Vance hat die Kritik an dem amerikanischen Angriff auf Venezuela sowie an der Festnahme von Präsident Nicolás Maduro zurückgewiesen. «Gegen Maduro liegen in den Vereinigten Staaten mehrere Anklagen wegen Drogenschmuggels und Terrorismus vor. Man kann der Justiz in den USA nicht entgehen, nur weil man in einem Palast in Caracas lebt», schrieb Vance auf der Plattform X.

14.52 Uhr: Kritik von südamerikanischen Regierungen, Freudenfeiern auf den Strassen

Der amerikanische Angriff auf Venezuela hat in Südamerika zu gespaltenen Reaktionen geführt. So feierten Menschen in Chile auf den Strassen die Nachricht von der Festnahme von Präsident Maduro. Der chilenische Präsident Gabriel Boric kritisierte dagegen den amerikanischen Angriff auf der Plattform X. «Als chilenische Regierung verurteilen wir die Militäraktionen der Vereinigten Staaten in Venezuela und fordern eine friedliche Lösung der schweren Krise in dem Land.» Auch aus Kolumbien und Brasilien kam Kritik von den Staatschefs.

Der argentinische Präsident Javier Milei zeigte sich erfreut über den Sturz Maduros. «Die Freiheit schreitet voran. Es lebe die Freiheit, verdammt noch mal!», schrieb Milei, der ein enger Verbündeter von Donald Trump ist.

Venezolaner in Chile feiern, nachdem Maduro von den USA gefangen genommen worden ist.14.38 Uhr: EDA ruft zu Deeskalation auf

Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat zu «Deeskalation, Zurückhaltung und Achtung des Völkerrechts, einschliesslich des Verbots der Anwendung von Gewalt und des Grundsatzes der Achtung der territorialen Integrität», aufgerufen.

14.24 Uhr: Parteiübergreifende Kritik in Deutschland an US-Militäreinsatz

Im Auswärtigen Amt in Berlin ist der Krisenstab der deutschen Bundesregierung zusammengetreten, um über die Entwicklungen in Venezuela zu beraten. Als einer der ersten deutschen Politiker kritisierte der SPD-Aussenexperte Adis Ahmetovic den amerikanischen Angriff. «Was wir hier mutmasslich erleben, ist eine hochgefährliche Verschiebung der internationalen Ordnung», sagte er. «Wenn militärische Gewalt ohne Uno-Mandat eingesetzt, Regime-Change offen betrieben und das Völkerrecht zur Verhandlungsmasse degradiert wird, dann ersetzt das Recht des Stärkeren zunehmend die Stärke des Rechts.»

Auch der Aussenexperte der CDU, Roderich Kiesewetter, verurteilte das amerikanische Vorgehen scharf. Er sprach von einem «Putsch». Die USA verliessen mit Präsident Trump endgültig die regelbasierte Ordnung, die uns seit 1945 geprägt habe. «Venezuela ist zwar ein Unrechtsstaat, aber kein Iran, das Nachbarländer wie Israel in der Existenz bedroht.» Der Vorsitzende der Linkspartei, Jan van Aken, fordert Sanktionen gegen Trump. «Wer wie Trump das Völkerrecht bricht und Präsidenten entführen lässt, der betreibt brutalen Staatsterrorismus.»

Menschen beobachten Rauch über dem Hafen von La Guaira. US-Präsident Donald Trump erklärte, das US-Militär habe einen Grossangriff gestartet und Präsident Nicolás Maduro festgenommen.Menschen beobachten Rauch über dem Hafen von La Guaira. US-Präsident Donald Trump erklärte, das US-Militär habe einen Grossangriff gestartet und Präsident Nicolás Maduro festgenommen.

Jesus Vargas / Getty

13.28 Uhr: Maduro und seine Ehefrau in den USA angeklagt

Der von den USA entmachtete Nicolás Maduro und seine Ehefrau Cilia Flores sind an einem Gericht im Südbezirk von New York angeklagt worden, wie die amerikanische Justizministerin Pam Bondi am Samstagmorgen auf der Plattform X erklärte. Maduro sei wegen «Verschwörung zum Drogenhandel und Terrorismus, Verschwörung zur Einfuhr von Kokain, Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern sowie Verschwörung zum Besitz von Maschinengewehren und Sprengkörpern» angeklagt worden.

«Sie werden bald die volle Wucht der amerikanischen Justiz auf amerikanischem Boden vor amerikanischen Gerichten zu spüren bekommen», fügt Bondi hinzu, ohne jedoch zu erklären, was Maduros Ehefrau vorgeworfen wird.

Anhänger der venezolanischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado feiern am Samstagmorgen in Miami im amerikanischen Gliedstaat Florida.Anhänger der venezolanischen Oppositionsführerin und Friedensnobelpreisträgerin María Corina Machado feiern am Samstagmorgen in Miami im amerikanischen Gliedstaat Florida.

Marco Bello / Reuters

12.47 Uhr: US-Aussenminister Rubio bezeichnet Maduro als Kopf einer Drogenbande

Der amerikanische Aussenminister Marco Rubio hat einen bereits im Juli 2025 auf der Plattform X geposteten Beitrag erneut geteilt, in dem er Nicolás Maduro abspricht, Venezuelas Präsident zu sein. «Maduro ist NICHT der Präsident Venezuelas, und sein Regime ist NICHT die legitime Regierung», schrieb Rubio damals. Maduro sei der Kopf des Drogenkartells Cartel de Los Soles, so Rubio.

Dass Rubio dies nun neu teilt, könnte eine Reaktion auch auf Kritik aus seiner eigenen Republikanischen Partei an der Festnahme des venezolanischen Präsidenten sein.

12.33 Uhr: Russland verurteilt «bewaffnete Aggression» gegen Venezuela

Venezuelas langjähriger Verbündeter Russland hat die «bewaffnete Aggression» der USA gegen das Land verurteilt. «Die Vorwände, die zur Rechtfertigung solcher Aktionen angeführt werden, sind unhaltbar», teilte das Aussenministerium in Moskau mit. Statt pragmatischer Handlungen habe eine «ideologisierte Abneigung» gegen die Führung in Venezuela Oberhand gewonnen. Wichtig sei jetzt, eine weitere Eskalation zu verhindern und den Dialog zu suchen. Russland sei zur Unterstützung bereit.

«Lateinamerika sollte eine Friedenszone bleiben», hiess es in der Mitteilung weiter. Venezuela habe das Recht, «seine eigene Zukunft ohne destruktive, geschweige denn militärische Einmischung von aussen zu bestimmen». Russland unterstütze Venezuelas Behörden auch bei der Forderung, unverzüglich eine Sitzung des Uno-Sicherheitsrates einzuberufen.

Der Kremlchef Wladimir Putin hatte Venezuelas Präsident Nicolás Maduro im Dezember angesichts wachsender Spannungen mit den USA seine Unterstützung zugesichert.

11.17 Uhr: US-Parlamentarier kritisieren Militäraktion in Venezuela

Mitglieder des amerikanischen Kongresses haben sich kritisch zu der US-Militäraktion in Venezuela geäussert. Der demokratische Senator von Arizona Ruben Gallego schrieb auf der Plattform X: «Dieser Krieg ist illegal. Es ist beschämend, dass wir uns vom Weltpolizisten zum Weltmobber entwickelt haben. Es gibt keinen Grund, warum wir mit Venezuela im Krieg sein sollten.»

Auch ein Parteifreund von Präsident Donald Trump, der republikanische Senator Mike Lee aus dem Gliedstaat Utah, meldete Zweifel an: «Ich bin gespannt darauf, zu erfahren, was – falls überhaupt etwas – diese Handlung verfassungsrechtlich rechtfertigen könnte, angesichts des Fehlens einer Kriegserklärung oder einer Genehmigung zum Einsatz militärischer Gewalt.»

Ruben GallegoMike Lee10.53 Uhr: Maduro offenbar durch Terrorismus-Spezialeinheit festgenommen

Laut dem amerikanischen Nachrichtensender CBS hat die Spezialeinheit Delta Force Venezuelas Präsidenten Maduro festgenommen. Dabei handelt es sich um eine Einheit des amerikanischen Militärs zur Geiselbefreiung und Terrorismusbekämpfung.

Die Delta Force sorgte bereits wiederholt für Schlagzeilen – etwa 2019, als der damalige Anführer der Terrormiliz Islamischer Staat (IS), Abu Bakr al-Baghdadi, in Syrien getötet wurde. Auch damals sollen Spezialkräfte der Einheit beteiligt gewesen sein.

Die amerikanische Militärpublikation «military.com» beschreibt die Delta Force als eine «hoch selektive, streng geheime Einheit» des amerikanischen Militärs. Es soll sich um eine Anti-Terror-Einheit handeln, die besonders dafür ausgebildet ist, Zielpersonen gefangen zu nehmen beziehungsweise zu töten und Terrorzellen auszuheben. Zusammen mit den Navy Seals zähle die Delta Force zu den am besten ausgebildeten Spezialeinsatzkräften des amerikanischen Militärs und der Welt, so die Militärzeitschrift.

Nicolás Maduro während einer Kundgebung in Caracas am 13. November 2025.Nicolás Maduro während einer Kundgebung in Caracas am 13. November 2025.

Pedro Mattey / Imago

10.32 Uhr: Trump meldet Festnahme Maduros

Der amerikanische Präsident Donald Trump hat die Festnahme des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro und seiner Frau vermeldet. Die beiden seien aus dem Land ausgeflogen worden. «Die Vereinigten Staaten von Amerika haben einen grossangelegten Angriff gegen Venezuela und seinen Staatschef Nicolás Maduro erfolgreich durchgeführt, der zusammen mit seiner Frau festgenommen und aus dem Land ausgeflogen wurde», erklärte Trump in einem Beitrag auf Truth Social.

09.40 Uhr: Explosionen und Rauchsäulen über Caracas

In venezolanischen Medien und in sozialen Netzwerken waren Aufnahmen von Explosionen und Rauchsäulen in der Hauptstadt Caracas zu sehen. Mehrere davon sollen sich im Gebiet La Carlota ereignet haben, wo ein Stützpunkt der venezolanischen Luftwaffe liegt. Auf einem Video des Senders VPItv war zu sehen, wie mehrere Helikopter über die nächtliche Stadt fliegen. Nahe dem Präsidentenpalast Miraflores waren gepanzerte Fahrzeuge der venezolanischen Sicherheitskräfte zu sehen.

Videos vom 3. Januar zeigen Helikopter und Explosionen in der venezolanischen Hauptstadt Caracas.

Mit Agenturmaterial.

Auf diesem Screenshot aus einem am 14. Oktober 2025 veröffentlichten Video ist ein brennendes Boot vor der Küste Venezuelas zu sehen.