Stand: 07.01.2026 20:39 Uhr

Glatteis und Schnee haben Niedersachsen im Griff. Die Deutsche Bahn (DB) reduziert vorsorglich Fahrten im Fernverkehr. An einigen Schulen fällt am Donnerstag und Freitag der Unterricht aus.

Für Donnerstag erwarten die Meteorologen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) zeitweise Schneefall, im Küstenumfeld und nach Westen hin teils auch als Schneeregen oder Regen mit entsprechender Glättegefahr. In der Nacht zu Freitag sollen sich den Meteorologen zufolge vor allem in der zweiten Nachthälfte die Schneefälle verstärken. Am Freitag soll es im ganzen Norden neben den teils kräftigen Schneefällen auch stürmen. Intensive Schneefälle unter anderem in Hannover erwartet dabei Wetterexperte Frank Böttcher. Im Flachland seien zwischen 15 und 20 Zentimeter Neuschnee möglich, so Böttcher gegenüber dem NDR. Im Weserbergland und im Harz könnte noch deutlich mehr Schnee hinzukommen.

Bahn reduziert vorsorglich Fernverkehr

Die Deutsche Bahn (DB) reduziert eigenen Angaben zufolge ab Donnerstagnachmittag vorsorglich den Fernverkehr im Norden und Nordosten Deutschlands. Das Unternehmen erwartet in den nächsten Tagen „spürbare Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs“, wie es in der Mitteilung heißt. Von den Einschränkungen sind demnach unter anderem die Fernverkehrsverbindungen nach Norddeich-Mole, Kiel, Westerland/Sylt, Rostock, Binz/Rügen und Kopenhagen betroffen. Zudem werde auf den Schnellfahrstrecken Berlin-Wolfsburg, Hannover-Würzburg und Köln-Rhein/Main die Höchstgeschwindigkeit der ICE auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt, teilte die DB weiter mit. Das sei notwendig, um Schäden an den Zügen und der Strecke zu vermeiden. Die Fahrtzeit verlängere sich dadurch um bis zu 30 Minuten.

Bahn: „Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab“

In ganz Niedersachsen und Bremen kann es nach Angaben der DB voraussichtlich noch bis zum 11. Januar zu Beeinträchtigungen kommen. Die Bahn bittet Fahrgäste auf ihrer Webseite, nicht nötige Fahrten ausfallen zu lassen oder zu verschieben. Bei Extremfrost oder starken Schneeverwehungen kämen auch vorhandene Weichenheizungen an ihre Grenzen, sagte eine Bahn-Sprecherin am Dienstag. In diesen Fällen müssten Räumkräfte ausrücken und die Strecke per Hand freimachen. Verspätungen und Ausfälle seien mögliche Folgen des Winterwetters. Reisende sollten, sich vor Reiseantritt über die Verbindungen informieren.

Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab und verschieben diese nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt.

Deutsche Bahn, Webseite (Stand: 07.01.2026)

Einschränkungen auch im Regionalverkehr möglich

Auch auf den Strecken von Metronom kann es aufgrund der Wetterlage zu Einschränkungen kommen. Das teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit. Auch Erixx und Nordwestbahn kündigen auf ihre Webseiten an, dass Einschränkungen möglich sind.

Öffentlicher Busverkehr und Schulfahrten eingestellt

Unter anderem im Landkreis Wittmund wurde der öffentliche Personennahverkehr mit Bussen nach Behördenangaben am Mittwochnachmittag komplett eingestellt. Aufgrund des winterlichen Wetters sei es zuvor auf allen Buslinien in Wittmund zu massiven Verspätungen und Ausfällen gekommen, so der Landkreis. Betroffen war auch der Schulbusverkehr in Wittmund sowie in den Nachbarlandkreisen Aurich und Leer. Aus Sicherheitsgründen waren alle Schülerinnen und Schüler an allgemein- und berufsbildenden Schulen nach der sechsten Unterrichtsstunde nach Hause befördert worden, wie die Landkreise mitteilten. Für Donnerstag und Freitag haben mehrere Landkreise und Städte bereits Schulausfälle angekündigt – dazu kommt es vor allem im Nordwesten Niedersachsens.

Ein leeres Klassenzimmer in einer Schule. Stühle hochgestellt auf Tischen.

Vor allem im Nordwesten ist der Präsenzunterricht abgesagt worden. Meteorologen erwarten kräftigen Schneefall und glatte Straßen.

Wilhelmshaven rechnet mit Verkehrsproblemen

Bei Lüneburg haben Schnee und Glätte zu ersten Schäden auf den Straßen geführt. Auf der B4 ist im Bereich der Umgehungsstraße an einigen Stellen der Asphalt aufgebrochen. Nach Angaben der zuständigen Straßenbaubehörde von Mittwoch sind die Schäden provisorisch geflickt, es gilt aber jetzt ein Tempolimit. In Oldenburg wurden wegen der Schneelast auf den Dächern zwei Schulsporthallen gesperrt. In Wilhelmshaven wird in den kommenden Tagen wegen des Wetters mit Verkehrsproblemen gerechnet. Vor allem bei starken Schneefällen kann es laut Stadtverwaltung zu Einschränkungen im Straßenverkehr und somit auch im Busverkehr kommen. Dass dieser dann ganz oder in Teilen vorübergehend eingestellt wird, könne die Stadt nicht ausschließen. Das könne dann auch Folgen für den Schulbetrieb haben, so die Stadtverwaltung.

Schnee bedeckt Äste in einem Wald in Brietlingen.

Es handelt sich laut Verwaltung um eine vorsorgliche Maßnahme. Die Landesforsten mahnen zudem Spaziergänger zur Vorsicht.

Sturm: Fähren zu Nordseeinseln könnten ausfallen

Der angekündigte Sturm könnte auch den Betrieb der Fähren zu den Ostfriesischen Inseln beeinträchtigen. Weil der Wind aus östlichen Richtungen kommt, drückt er das Wasser von der Küste weg. Die Reederei Norden-Frisia zum Beispiel rechnet daher mit Ausfällen bei den Fährverbindungen. Die Fahrten von und nach Juist am Freitag und in den darauffolgenden Tagen bezeichnete die Reederei Norden-Frisia auf ihrer Webseite als „gefährdet“ – als Grund nennt sie die Vorhersagen zu Wind und Wasserstand. Die Fähren von und nach Spiekeroog, Wangerooge und Langeoog etwa seien tideabhängig, es bestehe das Risiko, dass zu wenig Wasser unter dem Kiel sei. Eine Ausnahme sind nach Angaben der Reederei die Fähren von und nach Norderney, die auch bei Extremwetter noch fahren könnten. Genaue Infos will Norden-Frisia spätestens am Donnerstag bekannt geben.

Viele Knochenbrüche: Klinikum Lüneburg verschiebt OPs

Das Wetter bekommt auch das Klinikum Lüneburg zu spüren. Durch die rutschigen Straßen gibt es viele Knochenbrüche, teilte das Krankenhaus mit. Hinzu kämen zahlreiche Lungenentzündungen, die ebenfalls behandelt werden müssen. Das Klinikum Lüneburg verschiebt deshalb vorerst geplante Operationen, die nicht zeitkritisch sind. Patienten müssten sich zudem auf lange Wartezeiten in der Notaufnahme einstellen, heißt es vom Klinikum.

Ein Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße

Ein Linienbus ist von der Bundesstraße 199 nahe Schafflund gerutscht. In Hamburg drohen Rohre wegen der Temperaturen zu bersten.

Hunderte Unfälle durch Schnee und Eisglätte gemeldet

Polizei und DWD rufen weiter dazu auf, vorsichtig zu fahren. Vor allem auf kleineren Straßen in Städten und Dörfern könne es landesweit weiterhin glatt sein. Seit dem Wochenende hatten Schnee und Eisglätte in Niedersachsen bereits einige spürbare Folgen. Es kam landesweit zu Hunderten Unfällen auf den Straßen. Die Feuerwehr Bleckede (Landkreis Lüneburg) weist zudem darauf hin, dass Löschwasser auch im Winter benötigt wird. Bürgerinnen und Bürger sollten daher beim Schneeräumen darauf achten, Hydranten und Hydrantendeckel nicht mit Schnee zuzuschütten.

Großer Andrang in Wintersportorten und Baumärkten

Während das winterliche Wetter in Niedersachsen für einige Verkehrsbehinderungen auf den Straßen und den Schienen sorgt, freut man sich anderswo über den Schnee. So erwarten die Betreiber im Harz weiter einen starken Ansturm auf ihre Lifte. Auch im Weserbergland soll Skilanglauf und Rodeln im Deister sowie im Solling möglich sein. Skilifte sind dort aktuell aber noch nicht in Betrieb. In mehreren Baumärkten in Niedersachsen sorgt das Winterwetter für große Nachfrage nach Winterequipment. In einigen Geschäften in der Region Lüneburg sind die Regale so gut wie leergefegt.

13:02 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es auf Basis einer Pressemitteilung des Klinikums Lüneburg, dass die Notaufnahme in Geesthacht (Schleswig-Holstein) derzeit geschlossen ist. Dies ist laut dem Krankenhaus in Geesthacht nicht korrekt. Zwar soll die Notaufnahme dort voraussichtlich Ende März 2026 geschlossen werden, derzeit ist sie aber im regulären Betrieb. Wir haben die Stelle entsprechend korrigiert.

Ein Blick auf die Stadt Lüneburg durch zugschneite Äste.

Im Interview mit NDR Niedersachsen spricht Wetterexperte Martin Gudd auch von möglichen Sturmböen in der Nacht zu Freitag.

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Hannover: Eine Eisfläche mit Mustern bedeckt den Maschsee an der Löwenbastion (Luftaufnahme mit Drohne)

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