07.01.2026, 15:30 Uhr, Kreisdekanat Recklinghausen
Ein Angebot in dieser Größenordnung hat es auf Stadtebene in Recklinghausen noch nie gegeben: Rund 300 pädagogische Mitarbeitende aus den 22 katholischen Kindertageseinrichtungen in Recklinghausen haben sich für den Fachtag „Spurensuche: Religion im Kita-Alltag“ angemeldet. Er findet am 27. Januar 2026 statt und beginnt um 9 Uhr mit einem gemeinsamen Auftakt in der St.-Paulus-Kirche. „Vielleicht ist das auch eine Idee für andere Pastorale Räume“, sagt Verbundleiterin Sarah Reinhardt.
Das Konzept entstand in der Arbeitsgruppe „Zukunft Kitapastoral“, in der Vertreterinnen und Vertreter der drei Pfarreien und der Caritas zusammenarbeiten. „Wir haben überlegt, was wir übergreifend anbieten können. Der Gedanke für einen gemeinsamen Fachtag ist schon früh entstanden“, berichtet Pastoralreferentin Katharina Müller. Unterstützung erhielt das Team von Marcus Bleimann und Stefanie Auditor vom Projekt „Kita – Lebensorte des Glaubens“ der Fachstelle Kita-Pastoral des Bistums Münster. Vorab wurden die Wünsche der Mitarbeitenden in einer Umfrage ermittelt.

Pastoral kann unterschiedlich im Alltag von Kitas gelebt werden. Darum geht es beim Fachtag, an dem rund 300 Mitarbeitende der 22 katholischen Kindertageseinrichtungen teilnehmen.
© Pfarrei St. Antonius
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Pastoral im Alltag gelebt werden kann. „Es muss nicht über Gott gesprochen oder explizit gebetet werden. Gott ist da“, ist Müller überzeugt. Reinhardt ergänzt: „Unsere Haltung als christliche Träger ist die Nächstenliebe. Sie vorzuleben, ist auch Pastoral. Wir möchten den Mitarbeitenden die Scheu nehmen. Niemand braucht eine theologische Vorbildung.“
Die Teilnehmenden können aus 20 Workshops wählen, die jeweils mehrfach angeboten werden. Die Themen reichen von niederschwellig bis intensiv: vom Singen über Biographiearbeit bis hin zum LEGO® Serious Play® Workshop. „Es geht um alltagsnahe Themen wie Resilienz, Bewahrung der Schöpfung oder die Planung von Gottesdiensten“, nennt Johanna Schulte, Leiterin der Familienbildungsstätte (FBS) Recklinghausen, weitere Beispiele. Geleitet werden die Angebote von Seelsorgenden aus den Pfarreien sowie von der Ehe-, Familien- und Lebensberatung (EFL), der Krankenhaus- und der Telefonseelsorge. „Es ist ein wunderbarer Effekt, dass die Teilnehmenden die Verantwortlichen kennenlernen. Wir freuen uns, dass alle mitmachen“, sagt Reinhardt.
Die Organisatorinnen betonen die gelungene Kooperation mit den drei Pfarreien, der FBS, dem Bildungswerk Kreis Recklinghausen, der EFL, der Caritas und der Telefonseelsorge. Für alle Fachkräfte, die sich weiter im Bereich Pastoral fortbilden möchten, gibt es zudem das Programm Kita – Lebensort des Glaubens des Bistums.
Mit dem Fachtag endet die Arbeit der AG Zukunft. „Wir haben gemeinsam Leitsätze für die Kita-Pastoral und die Zusammenarbeit entwickelt. Künftig wird eine Expertenrunde die stadtweite Kooperation inhaltlich weiter gestalten“, erklärt Müller. Geplant sind außerdem religionspädagogische Arbeitskreise und weitere stadtweite Angebote, die den Austausch fördern. Der Fachtag ist damit nicht nur ein starkes Signal für die Zusammenarbeit in Recklinghausen, sondern auch ein Impuls, wie Kita-Pastoral gemeinsam weiterwachsen kann und die Kitas als Lebensorte des Glaubens aktiv zu einer lebendigen Gemeinschaft beitragen.
Michaela Kiepe