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Eine Großstadt in Frankreich führt die Liste der gefährlichsten Städte Europas an. Bandenkriege verwandeln das beliebte Urlaubsparadies zur Risiko-Zone.

Kassel – Die malerische Côte d‘Azur mit ihrem mediterranen Charme zieht jährlich Millionen von Touristen an. Doch ausgerechnet eine der beliebtesten Ferienregionen Frankreichs birgt erhebliche Gefahren: Die zweitgrößte Stadt des Landes führt ein aktuelles Ranking als gefährlichste Stadt Europas an. Im Jahr 2026 dürfte sich allerdings eine andere französische Stadt als neues beliebtes Reiseziel entpuppen.

Stadt und Hafen von Marseille.Wunderschön, aber unsicher: Marseille gilt als gefährlichste Stadt Europas. © Panthermedia/IMAGO

Das Forschungsunternehmen Numbeo ermittelte für die südfranzösische Hafenstadt einen alarmierenden Kriminalitätsindex von 66,7 Punkten. Damit übertrifft Marseille deutlich andere europäische Großstädte und belegt einen unrühmlichen Spitzenplatz in der Sicherheitsstatistik. Wer allerdings auf ein anderes Urlaubsland ausweichen will, muss eventuell mit deutlich teureren Liegen am Strand rechnen.

Gefährlichste Stadt Europas ist beliebte Urlaubsregion in Frankreich

Die Bewertung durch das Rankingportal Numbeo erfolgt anhand umfassender Online-Befragungen von Teilnehmern aus aller Welt. Dabei fließen sowohl objektive Kriminalitätsstatistiken als auch subjektive Sicherheitswahrnehmungen ein. Die Befragten bewerten ihre Sorgen vor Einbrüchen, Diebstählen, Überfällen sowie Korruption und Bestechung. Ganz oben in der Liste tauchen oft Städte in Frankreich und Großbritannien auf:

Marseille Frankreich 66,70 Birmingham Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 63,83 Grenoble Frankreich 62,64 Neapel Italien 62,30 Coventry Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 61,71 Montpellier Frankreich 60,95 Lyon Frankreich 59,30 Bradford Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland 59,03 Nantes Frankreich 58,63 Lüttich Belgien 58,28

Besonders dramatisch ist die Situation im Bereich der organisierten Kriminalität. Drogenhandel und gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen rivalisierenden Banden bestimmen das Geschehen in vielen Stadtteilen. „Es ist Krieg“, beschreibt Nicolas Bessone, Staatsanwalt in Marseille, die Lage gegenüber dem Deutschlandfunk. Vielleicht geht der Urlaub im nächsten Jahr in eine andere europäische Region – zum Beispiel an den weltweit besten Strand 2025.

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Die Zahlen sprechen eine deutliche Sprache: Allein im Jahr 2023 verloren 49 Menschen ihr Leben im Zusammenhang mit Drogenkonflikten. Besonders besorgniserregend ist dabei der Trend, dass die Gangmitglieder immer jünger werden. Der Grünen-Politiker Hassen Hammou sieht laut Deutschlandfunk die Ursachen in den mangelnden Zukunftsperspektiven für junge Menschen. Viele Jugendliche hätten im Drogenhandel die einzige Möglichkeit, schnell Geld zu verdienen und gesellschaftliche Anerkennung zu erlangen.

In den Top 50 der unsichersten Städte befinden sich zwei deutsche Städte: Bremen auf Platz 40 (47,09) und Hannover auf Platz 49 (45,07). München erweist sich mit einem Index von 21,13 als sicherste deutsche Stadt und rangiert europaweit auf dem sechsten Platz. Am sichersten ist Den Haag in den Niederlanden (20,01). (Quellen: Numbeo, Deutschlandfunk) (resa)

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