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Während sich bargeldlose Bezahlung und SB-Kassen weiter durchsetzen, weisen Verbraucherschutzorganisationen auf die Probleme hin.

Selbstbedienungskassen werden in immer mehr Geschäften zu einem gewohnten Anblick. Vor allem große Lebensmittelketten und Discounter wie Rewe, Lidl oder Edeka setzen verstärkt auf die neue Technologie. Wer nicht in der Schlange warten will, kann schnell und einfach selbst auschecken. Eine Einschränkung gibt es dabei dennoch: Bargeld wird nicht angenommen. Es ist ein Trend, vor dem die Verbraucherschützer warnen. 

Trotz steigendem Geldvermögens wird es für viele Haushalte schwieriger, Geld beiseite zu legen.Digitale Zahlungsmittel werden immer beliebter © Patrick Pleul/dpa

Die digitale Zahlung ist für die Anbieter sehr bequem. Einerseits sinkt dadurch der Aufwand um den Schein- und Münzbestand in dem Geschäft, andererseits sinkt zum Teil auch das Diebstahlrisiko. Am wichtigsten ist allerdings die Tatsache, dass jeder digitale Kauf erfasst und dokumentiert wird. Auf diese Weise können die Anbieter das Kaufverhalten von Kunden sehr viel einfacher beobachten und analysieren. Diese Daten sind für sie wertvoll. Verbraucherschützer warnen allerdings, dass Bargeld den Kunden Vorteile bietet, die es zu bewahren gilt (via stimme.de). 

Verbraucherschützer warnen vor dem digitalen Trend

Das größte Argument für Bargeld ist, dass nicht alle über digitale Zahlungsmittel verfügen. Kinder und Jugendliche, die noch kein eigenes Konto eröffnen können, aber auch viele ältere Menschen, wären ohne die Möglichkeit, mit Bargeld zu zahlen, sehr eingeschränkt. Zudem kann es bei Karten- und Smartphonezahlung zu Problemen kommen, wenn etwa die Karte nicht akzeptiert wird oder es Verbindungsprobleme mit dem Internet gibt.

Dorothea Mohn, die Finanzexpertin des Bundesverbandes, sagte gegenüber der dpa: “Die Akzeptanz von Bargeld für Zahlungen im Handel, der Gastronomie und für öffentliche Verwaltungsleistungen sinkt kontinuierlich.“ In dem Zusammenhang fordern Verbraucherschützer, dass bei den neuen Technologien auch Bargeldzahlung berücksichtigt werden muss. Das gilt für SB-Kassen, aber auch bei Parkschein- und Ticketautomaten für öffentliche Verkehrsmittel. 

Dies muss durch eine Quote von Bargeld annehmenden Ticketautomaten, Selbstbedienungskassen oder besetzten Bedienkassen je Geschäft erreicht werden.

Ein Verbraucheraufruf des Verbands von Anfang März 2025 sammelte etwa 1.300 Onlinemeldungen, in denen unter anderem schwierige Fälle beim Bezahlen mit Bargeld geschildert wurden. Zwar wäre Barzahlung in Geschäften und bei Behörden weiterhin möglich, die Akzeptanz dafür nehme immer mehr ab: „Selbst Kleinstbeträge müssen in einigen Geschäften digital bezahlt werden.“

Wie verbreitet ist die reine Kartenzahlung?

Eine Studie des Handelsforschungsinstituts EHI ergab, dass von den insgesamt 710.000 Kassen im Einzelhandel über 38.650 Selbstbedienungskassen sind. Sie sind branchenübergreifend allerdings ungleich verteilt, da ein ganzes Drittel der Geräte im Lebensmittelhandel steht und die Barzahlung nicht überall möglich ist.

Laut einer Untersuchung der Bundesbank ist die Bargeldakzeptanz in Deutschland aber weiterhin flächendeckend. 2.000 Testkäufe im Einzelhandel, in der Gastronomie und bei anderen Dienstleistern haben ergeben, dass in 98,7 Prozent der Fälle problemlos mit Bargeld bezahlt werden konnte. Manchmal musste nachgefragt werden oder die Kunden wurden an andere Kassen verwiesen. Bei Behörden war die Zahlung nicht immer möglich: In 8 von 30 Fällen wurde Bargeld abgelehnt, so die Bundesbank. An der Nordsee ist eine hitzige Diskussion zum Bargeld entbrannt.