18.3.2025 Bedrohung aus der Luft Immer wieder machen illegale Drohnenfl�ge Schlagzeilen. Mutma�lich von Russland aus gesteuerte Sabotage und Spionagefl�ge finden vermehrt �ber kritischer Infratruktur  ...

Zuletzt wurden Drohnen in Deutschland gesichtet, die Russland zugerechnet werden.Bild: imago images / Daniel Kubirski

Russland

Deutschland und Europa werden von Russland mittlerweile auf viele Arten angegriffen. Wie reagieren wir derzeit darauf – und wie sollte es eigentlich stattdessen sein?

08.01.2026, 10:4308.01.2026, 10:43

Dariusch Rimkus

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Russland führt in der Ukraine seit Jahren einen Krieg, der sich durch klassische Elemente, etwa dem Einsatz von Soldaten und Kriegsgeräten, auszeichnet. Eine grausame Kriegsführung, wie man sie seit Jahrhunderten kennt, auch wenn durch die Technologisierung moderne Geräte wie Drohnen eingesetzt werden.

Das ist jedoch nicht der einzige Krieg, den Russland in Europa führt. Mit gezielten Desinformationskampagnen, der Sabotage von Infrastruktur, Drohneneinsätzen, kleineren Anschlägen und Spionage schwächt der Kreml die Einheit und Sicherheit der europäischen Staaten sowie Europas als Einheit.

Auf diese „hybride Kriegsführung“ haben viele Staaten bisher wenige Antworten, manche kaum eine. Von Deutschland etwa verlangt ein Experte nun ein klares Zeichen – und warnt vor einem Irrglauben.

Russland-Aktivitäten in Deutschland: „Riesenproblem“

Laut dem Sicherheitsexperten Ferdinand Gehringer haben sich etwa russische Fake News in Deutschland mittlerweile weit verbreitet und werden wohl auch in Zukunft kaum weniger werden. Solche habe es demnach etwa am Tag der Bundestagswahl gegeben, „da kann man in der kurzen Zeit nur noch sehr schwer etwas richtigstellen, sodass dadurch tatsächlich die Wahl beeinflusst werden kann“.

Ein „Riesenproblem“ habe man etwa damit, „die Täter zu identifizieren“, wie Gehringer gegenüber dem „Tagesspiegel“ erklärt. In solchen Fällen reiche es als deutsche Reaktion dann ihm zufolge nicht aus, den russischen Botschafter einzubestellen.

Deutschland wie das „Kaninchen vor der Schlange“

Gehringer zufolge verhalte sich Deutschland wie „das Kaninchen vor der Schlange“ und hoffe, „dass die Schlange die Augen zumacht“.

Stattdessen verlangt der Experte für Sicherheitspolitik gegenüber dem „Tagesspiegel„, dass Deutschland ein Zeichen setzt, „dass wir das nicht mit uns machen lassen“.

Es brauche gegen die Fake-News-Flut „einen vertrauenswürdigen Kommunikationskanal“ und das nicht erst im Krisenfall. Diesen will Gehringer beim Staat angesiedelt sehen, etwa beim Bundespresseamt, dem Innenministerium oder dem Kanzleramt.

Ukraine: Friedensdeal ohne Einfluss auf Russlands Attacken

Um gegen all die verschiedenen Attacken Russlands vorzugehen, bräuchte es zudem ein übergeordnetes Vorgehen. Statt Einzelmaßnahmen empfiehlt Gehringer daher ein „Abwehrzentrum gegen hybride Bedrohungen“. Im Dezember hatten Bund und Länder zumindest bereits ein gemeinsames Drohnenabwehrzentrum eröffnet.

Die Wichtigkeit und Dringlichkeit, in jedem Fall zu handeln, unterstreicht der Experte auch, indem er mit einem Irrglauben aufräumt.

Gehringer stellt jedoch klar: „Wenn in der Ukraine Frieden herrscht, wird es in Deutschland nicht weniger Attacken geben. Russland wird sich weiterhin durch Deutschland bedroht fühlen.“

Dabei bezieht er sich auf die seit Monaten laufenden Verhandlungen für ein Ende des Kriegs in der Ukraine. Dass es mit einem solchen auch Hoffnung auf ein Ende der russischen hybriden Attacken auf Deutschland gäbe, ist aber unwahrscheinlich.