Skulpturendepot Großer Garten
Blick auf die großen Skulpturen Foto: SIB

Rund 32 Meter lang, elf Meter breit und sieben Meter hoch ist der Neubau, in dem jener wertvolle Skulpturenbestand jetzt Platz findet, der aufgrund seines Alters oder seine Zustandes nicht mehr im Großen Garten aufgestellt werden kann. Dazu gehören zum Beispiel originale Marmorskulpturen der italienischen Bildhauer Antonio Corradini (1688-1752) und Pietro Balestra (1672-1729), verschiedene Sandsteinskulpturen sowie Gipsabgüsse.

Neues Skulpturendepot bietet Sicherheit, Wärme und gutes Klima

Das 280 Quadratmeter großen Betongebäude mit hoher Speichermasse und dämmendem Mauerwerk kann bis zu 130 Skulpturen, Gipsabgüsse und Fragmente aufnehmen. Die Temperaturen im Inneren liegen zwischen fünf und 35 Grad, die relative Luftfeuchtigkeit zwischen 40 und 65 Prozent. Das Raumklima wird über ein Vollklimagerät reguliert, eine Photovoltaikanlage auf dem Dach liefert einen Teil des benötigten Stroms. Durch eine große Fensterwand an der Nordseite des Baus können Spaziergänger von außen jederzeit einen Blick auf die in der ersten Reihe aufgestellten attraktivsten Werke werfen, ebenso auf die etwa 50 weiteren frei im Raum stehenden Skulpturen. Ein Schwerlastregal an der Rückwand nimmt alle übrigen Objekte auf. „Künftig soll das neue Skulpturendepot zu bestimmten Anlässen oder auf Anfrage in Form von Führungen für die Öffentlichkeit zugänglich sein“, heißt es aus dem Staatsbetrieb Sächsisches Immobilien- und Baumanagement (SIB). Der Neubau hat rund 2,2 Millionen Euro gekostet.

Skulpturendepot Großer GartenAußenansicht Neubau Foto: Matthias Hultsch

Skulpturendepot Großer GartenFoto: SIB

Wie wurden die Skulpturen bisher gelagert?

Nach der Verwüstung des Großen Gartens 1760 wurden fast alle Skulpturen und Bruchstücke in den umliegenden Pavillons eingelagert. Skulpturen, die nach der Umgestaltung des Gartens in den 1830er-Jahren nicht wieder aufgestellt und auch nicht auf der folgenden Auktion veräußert wurden, verblieben in den Depots der königlichen Sammlungen. Etliche Bildwerke, die im Außenraum des Gartens gefährdet waren, wurden 2004 in das Palais gebracht und Teil einer Skulpturenausstellung. Objekte, die aus konservatorischen Gründen nicht mehr im Freiraum stehen konnten, wurden seit 2007 in eine große Depothalle nach Laußnitz verbracht. Im neuen Skulpturendepot sind die Kunstwerke des Großen Gartens nun wieder vereint an einem zentralen Ort.


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