Zebras bleiben lieber im Stall
So kommt der Tiergarten Nürnberg durch den Winter
08.01.2026 – 14:11 UhrLesedauer: 2 Min.
Hirsche im Schnee: Im Tiergarten Nürnberg wird unterschiedlich auf die Kälte reagiert. (Quelle: Tiergarten Nürnberg/Thomas Hahn)
Während Eisbären den Winter lieben, brauchen etwa Zebras in diesen Tagen besonderen Schutz. Die Kälte fordert den Tiergarten. Und lässt die Besucher ausbleiben.
Trotz frostiger Temperaturen: Im Nürnberger Tiergarten wird gespielt, gescharrt und getobt – zumindest bei den Tieren, die an den Winter angepasst sind. Andere Bewohner hingegen brauchen Schutzvorkehrungen.
„Immer wieder ist zu beobachten, dass die Tiere sichtlich Freude am winterlichen Wetter haben und im Schnee spielen“, erklärt eine Sprecherin der Nürnberger Lokalredaktion von t-online. Viele dieser Tierarten kennen Schnee aus ihrem natürlichen Lebensraum. Dazu zählen Eisbären, Trampeltiere, Rentiere, Wisente, Schneeleoparden oder Tiger. Sie seien im Winter sogar aktiver als im Sommer, da sie sich an Kälte besser anpassen können.
Sie benötigten keine besonderen Schutzmaßnahmen: Sie haben sich Fettreserven angefressen. Und sie seien durch dickes Fell, Fettpolster oder breite Hufe bestens an winterliche Bedingungen angepasst, so die Sprecherin.
Anders sieht es bei empfindlicheren Arten aus. Zebras und Ducker – eine kleine Antilopenart – etwa dürften in diesen Tagen nur unter Aufsicht und bei geeigneten Bedingungen nach draußen. Sie werden „nur gezielt in die Außenanlagen gelassen“. Nur, wenn keine Rutschgefahr herrsche und auch nur für kürzere Zeit und unter Beobachtung. Ist es nasskalt und windig, „bleiben die Tiere eher in den Ställen als bei trockener Kälte“.
Manche Tiere wie die Kronenmakis hätten freie Wahl zwischen Innen- und Außengehege. Wechselwarme Tierarten wie Reptilien und Amphibien überwintern in beheizten Terrarien oder Tierhäusern oder in Winterruhe im Gehege. Manche würden gar künstlich zur Überwinterung im Kühlschrank gehalten, heißt es.
Für das Personal bedeute die Kälte zusätzliche Arbeit. Der Winterdienst sei im Dauereinsatz, um Besucherwege sicher zu halten, klärt die Sprecherin auf. Gleichzeitig steige der Energieverbrauch, da viele Tierhäuser stärker beheizt werden müssten.
Die Kälte mache sich auch an den Besucherzahlen bemerkbar. In den ersten sechs Tagen des neuen Jahres seien 29 Prozent weniger Gäste als im Vorjahr erschienen. Und sogar 39 Prozent weniger als 2024. Zum Vergleich: Während es 2024 durchschnittlich 8 Grad warm war, liegen die Temperaturen demnach aktuell deutlich tiefer.
