Polizisten bewachen das Metropolitan Detention Center in Brooklyn, New York (USA).

Stand: 08.01.2026 14:39 Uhr

Der frühere venezolanische Machthaber Maduro befindet sich seit dem Wochenende in einem Bundesgefängnis in New York. Die Haftanstalt hat einen schlechten Ruf, Häftlinge beklagen immer wieder Missstände.


Martin Ganslmeier

Für Nicolás Maduro und seine Frau Cilia Flores könnte der Kontrast kaum größer sein. Noch vor wenigen Tagen lebten sie im Miraflores-Palast, der neoklassizistischen Präsidenten-Villa in Caracas. Jetzt sind die beiden in kargen Einzelzellen untergebracht: zweieinhalb mal drei Meter, darin ein Bett mit einer dünnen Matratze und wenig Platz zum Bewegen.

Der Rechtsexperte beim Sender CNN, Elie Honig, war als Strafverteidiger schon oft im Brooklyn Detention Center. Für ihn ist das Gefängnis „hell on earth“ – die Hölle auf Erden. Das bestätigen auch die Schilderungen anderer prominenter Insassen, die bis zu ihrem Gerichtsurteil im Brooklyn Detention Center ausharren mussten.

Schimmel und Ratten im New Yorker Gefängnis

Wie zuletzt der Hip-Hop-Mogul Sean „Diddy“ Combs. Er beschwerte sich über „unmenschliche Haftbedingungen“ und verdorbenes Essen, in dem sich manchmal Maden befanden. Rapper R. Kelly galt als Selbstmord-gefährdet und durfte beim Essen kein Besteck benutzen.

Ebenfalls zeitweise in Brooklyn untergebracht: Ghislaine Maxwell, die Vertraute des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Sie beklagte sich über Fäkalien, Schimmel und Ratten in ihrer Zelle.

Strikte Regeln für Maduro in Haft

Aufgrund seiner Prominenz gelten für Nicolás Maduro besonders strenge Auflagen. Auch zu seinem eigenen Schutz, sagt Brian Buckmire, der Rechtsexperte des Senders ABC. Denn unter den Häftlingen gibt es immer wieder gewalttätige Übergriffe. „Er wird die meiste Zeit in seiner Zelle bleiben und darf sie nur selten verlassen, wenn er zum Gericht muss oder duschen geht“, so Buckmire.

Duschen ist drei Mal pro Woche gestattet. Nur eine Stunde am Tag dürfen die Häftlinge in einem kleinen, von Gittern umgebenen Bereich frische Luft schnappen. Das spartanische Essen wird den Maduros in ihre Einzelzellen gebracht, sagt Rechtsexperte Brian Buckmire.

Und da reden wir nicht über Lobster und Steak, was er als Präsident gewohnt war. Es gibt Erdnussbutter-Brot mit Marmelade, Makkaroni mit Käse, Milch, Apfelsaft und Wasser.

Brian Buckmire, Rechtsexperte des US-Senders ABC

Das einzig Angenehme an der Haftanstalt ist seine Lage: direkt am Wasser, mit Blick auf die Bucht von New York und ironischerweise auf die Freiheitsstatue. Ansonsten gilt das Gefängnis mit 1.300 Insassen als überfüllt und miserabel geführt.

Schwere Missstände und Entschädigungen für Häftlinge

Im kalten Winter 2019 fielen tagelang Heizung und Strom aus. Die Insassen froren in eiskalten dunklen Zellen. Die Gefängnisbehörde musste ihnen später eine Entschädigung zahlen – in einer Gesamthöhe von zehn Millionen Dollar.

2024 wurden zwei Insassen von Mithäftlingen ermordet. Immer wieder werden Drogen und Waffen eingeschmuggelt. Richterverbände kritisieren, dass die Haftbedingungen nicht den Mindestgrundsätzen der Vereinten Nationen für die Behandlung Gefangener entsprechen.

Präsident von Honduras im selben Detention Center

Nicolás Maduro ist übrigens nicht der erste frühere Staatschef im Brooklyn Detention Center. Der ehemalige Präsident von Honduras, der rechtsgerichtete Juan Orlando Hernandez, war dort mehr als zwei Jahre eingesperrt, bevor er wegen Drogen- und Kokainschmuggels zu 45 Jahren Haft verurteilt und anschließend verlegt wurde. Ausgerechnet ihn hat US-Präsident Donald Trump kürzlich begnadigt.