• James von Moltke, Vorstandsvize der Deutschen Bank, sprach beim Neujahrsempfang am Domshof in Bremen über Reformbedarf und Wirtschaftsprognosen für Deutschland.
  • Von Moltke forderte mehr Tempo bei Reformen, um Produktivität und Wachstum zu sichern, und sieht internationalen Investoren verstärktes Interesse an Deutschland und Europa.
  • Er warnte vor Rückständen bei Technologie und betonte die Notwendigkeit von Investitionsinitiativen in Europa sowie privatem Kapital in historischem Ausmaß.

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James von Moltke befindet sich auf Abschiedstour. Der Vorstandsvize der Deutschen Bank wird den Konzern in diesem Jahr verlassen. Ein letztes Mal also sprach er am Donnerstagabend beim Neujahrsempfang in Bremen am Domshof – wie gewohnt mit einem Blick auf die Lage der Nation. Der Finanzvorstand forderte dabei unter anderem mehr Tempo bei den Reformen in Deutschland. Die Aussicht auf Wirtschaftswachstum in diesem Jahr sei ein Hoffnungsschimmer. Die Dinge verbesserten sich aber nur, wenn jetzt tatsächlich entschlossen gehandelt werde, um Produktivität und Wachstum zu sichern: „Die Welt wartet nicht auf Deutschland.“ Aktuell sieht die Bank zugleich ein steigendes Interesse an Deutschland und Europa, berichtete von Moltke in seiner Rede: „Internationale Investoren suchen Stabilität, Verlässlichkeit und neue Wachstumschancen – als Alternativen zu den USA oder China.“ Allerdings würden hier unter anderem Reformen für mehr Wachstum vermisst.

Seiner Einschätzung zufolge liegt Deutschland bei der Technologie weiterhin zurück. „Das ist mit Blick auf die künftige Wettbewerbsfähigkeit gefährlich“, warnte der Finanzchef der Deutschen Bank. Die USA und China hätten die Bedeutung von Technologie – von Chips bis KI – erkannt. Deutschland müsse bei den Innovationen dieser Zeit mithalten. Die Aussichten seien nicht schlecht: „Das Potenzial, vorne mitzuspielen, ist absolut vorhanden.“ Deutschland habe „reihenweise Weltmarktführer und einen einzigartigen Mittelstand“, brillante Forscherinnen und Ingenieure und ein „starkes industrielles Rückgrat“. Allerdings habe man sich zu lange auf Sicherheiten verlassen, die keine mehr seien, wie die billige Energie oder auch offene Märkte. James von Moltke zählte an der Stelle auch auf, dass das sicherheitspolitische Bekenntnis der USA gegenüber Europa nachlasse. Wie der Krieg in der Ukraine oder die Pandemie mit ihren Auswirkungen sei dies ein „Schock“. In Europa brauche es eine „Investitionsinitiative“ in den Bereichen Infrastruktur, Verteidigung und Technologie. Dort sei der Rückstand am größten. Um Europa im Wettbewerb voranzubringen, sei zudem auch privates Kapital nötig, „und zwar in historischem Ausmaß“.

Seit 2017 ist von Moltke Finanzvorstand der Deutschen Bank. Wie es dem Unternehmen selbst geht? Zum Jahresergebnis der Bank könne er natürlich noch nichts verraten. Der Manager konstatierte aber selbstbewusst: „Die Deutsche Bank steht so stark da wie nie zuvor in ihrer Geschichte.“

Welche spezifischen Reformen fordert James von Moltke für Deutschland, um Produktivität und Wachstum zu sichern?

James von Moltke fordert für Deutschland eine Entschlackung der Regulierungen, insbesondere im Bereich Datenschutz und Baurecht, um Produktivität und Wachstum zu sichern. Zudem spricht er sich für Reformen der Sozialsysteme, beispielsweise eine Anhebung des Renteneintrittsalters, und für die Zulassung eines wachstumsorientierten Strukturwandels in technologiegetriebenen Branchen wie Bio- und Medizintechnologie aus. Er betont, dass staatliche Unterstützung nicht auf den Erhalt bestehender Industrien abzielen solle, sondern vielmehr auf die Förderung von Innovation und technologische Führerschaft.

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Welche Investitionsinitiativen werden in Europa laut James von Moltke benötigt, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Verteidigung und Technologie?

Laut James von Moltke sind in Europa umfassende Investitionsinitiativen in den Bereichen Infrastruktur, Verteidigung und Technologie erforderlich, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und den Anschluss an die USA und China nicht zu verlieren. Ein deutlicher Investitionsbedarf besteht insbesondere im Technologiesektor, wo jährlich mindestens 750 bis 800 Milliarden Euro zusätzlich mobilisiert werden müssten, sowie im Bereich Verkehrsinfrastruktur, wo nachhaltige und langfristig angelegte Finanzierungsmodelle, unter Einbindung privaten Kapitals, nötig sind. Zudem wird betont, dass gezielte, gemeinschaftliche Projekte und die Modernisierung bestehender Systeme, auch unter Nutzung von öffentlich-privaten Partnerschaften, notwendig sind, um Wachstum, Sicherheit und Innovation in Europa zu stärken.

Quellen

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