- Anne-Marie und Juhani Front campen mit ihrem wintertauglichen Wohnmobil am Bremer Stellplatz am Kuhhirten als Teil ihrer Rückreise von Spanien nach Finnland.
- Stellplatzbetreiber Hans Bahrenburg erklärt, dass etwa 75 Prozent der Wohnmobile mittlerweile wintertauglich sind und nennt Ausstattungsmerkmale wie Warmwasserheizung und isolierte Tanks.
- Weitere Camper, wie Helmut Kriegel und Angelika Strauß sowie Rainer und Regina Schmidt, nutzen den winterlich vorbereiteten Stellplatz für Städtereisen und ruhige Aufenthalte abseits von Feiern.
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Wer geht mit seinem Wohnmobil auf Reisen, wenn statt des Flieders höchstens Eisblumen blühen? Anne-Marie Front (61) und ihr Mann Juhani Front (49) sind schon einige Wochen unterwegs. Die beiden Finnen aus der Nähe von Helsinki haben im katalanischen Roses nahe der französischen Grenze ihre Ferien verbracht und machen mit ihrem Wohnmobil nun Station auf dem Stellplatz am Kuhhirten auf dem Bremer Stadtwerder.
In ihrer Heimat betreiben die beiden eine Reisebusvermietung. Daher machen sie dann Urlaub, wenn keine Saison ist. „Wir sind das Fahren gewöhnt und die kalten Temperaturen auch“, sagt Anne-Marie Front über ihre winterliche Urlaubstour. Mit ihrem Luxusreisemobil der deutschen Marke Concorde haben die beiden keine Schwierigkeiten im Winter, erzählen sie.

Juhani und Anne-Marie Front sind auf dem Rückweg einer Spanienreise.
Foto:
Christina Kuhaupt
Wintercamping wird beliebter
Die Tour nach Spanien haben sie schon ein halbes Dutzend Mal unternommen, wie Juhani Front erzählt. Nach ihrer Nacht in Bremen wollen sie weiter nach Puttgarden, um ins dänische Rødby überzusetzen. Von dort geht es dann nach Schweden, um dort per Fähre nach Finnland überzusetzen. „Das Wintercamping nimmt zu“, hat Juhani Front festgestellt. Auf ihrer Rückfahrt sei es ihnen schon passiert, dass sie erst am dritten Stellplatz einen Platz für die Nacht ergattern konnten.

Auch bei den aktuellen Wintertemperaturen sind Wohnmobile auf dem Stellplatz am Kuhhirten anzutreffen.
Foto:
Christina Kuhaupt
In Bremen ist derweil noch massig Platz. Gerade mal ein Dutzend Fahrzeuge steht hier. Anne-Marie Front wundert sich über die Fahrweise einiger Deutscher bei winterlichen Bedingungen. „Manche sind deutlich zu schnell unterwegs“, sagt die Frau, die reichlich Erfahrung im Auto- und Busfahren bei Schnee und Eis hat.
Das erste Mal im Winter unterwegs
Andere Gründe für ihre winterliche Tour haben der 66-jährige Helmut Kriegel und seine 63-jährige Ehefrau Angelika Strauß aus dem sauerländischen Arnsberg. Für zwei Nächte stehen die beiden mit ihrem Pössl-Hochdach-Campervan in Bremen. Am nächsten Tag wollen sich die beiden die Giacometti-Ausstellung in der Kunsthalle ansehen, die Retrospektive auf den berühmten Schweizer Maler und Bildhauer.

Helmut Kriegel und Angelika Strauß wollen die Giacometti-Ausstellung besuchen.
Foto:
Christina Kuhaupt
Für ihren Trip haben sie zwei Übernachtungen eingeplant. „Wir haben das Wohnmobil ohnehin, so können wir auf das Hotelzimmer verzichten“, sagt Strauß. Es sei ihre erste Tour bei derart kalten Bedingungen. „Wir haben eine Heizung im Fahrzeug, da ist die Kälte nicht so das Problem“, sagt ihr Mann. Statt eines Glühweins können sich die beiden also ein kühles Bier gönnen. Sollten sie nachts mal zur Toilette müssen, würden sie sich den Weg raus zum Stellplatz-WC sparen. „Wir haben eine Toilette an Bord“, sagt Kriegel.
Was macht ein Wohnmobil wintertauglich?
Kann man mit jedem Wohnmobil bei Minusgraden campen? „Rund 75 Prozent der Fahrzeuge sind inzwischen wintertauglich“, sagt Hans Bahrenburg, Betreiber des Stellplatzes am Kuhhirten und selbst erfahrener Camper. „Wagen, die 10 bis 15 Jahre alt sind, die haben noch so ihre Problemchen.“ Aktuelle Fahrzeuge ab der gehobenen Mittelklasse hätten statt einer Gebläse- eine Warmwasserheizung, deren Heizkörper eine gleichbleibende Wärme erzeugen.
Entscheidend für die Wintertauglichkeit sei ein beheizter Abwassertank, um ein Einfrieren zu verhindern. Der Frischwassertank sei meist ohnehin nicht frostgefährdet, da er in der Regel im Zwischenboden untergebracht oder beheizt sei. Empfehlenswert sei es, sagt Bahrenburg, die Windschutz- und die Scheiben der Fahrer- und Beifahrertür mit einer Isoliermatte abzudecken. „Das ist die größte Kältebrücke, weil es in der Regel nur einfache Autoscheiben sind.“
Der Stellplatz ist vorbereitet
Nicht nur die Fahrzeuge der Gäste, auch der Stellplatz am Kuhhirten selbst ist auf winterlichen Einsatz vorbereitet. So verfügten zum Beispiel die Wassersäulen über eine Heizung und auch die Entsorgung sei beheizt, sagt der Betreiber. Die Wünsche der Kunden seien derweil nicht temperaturabhängig: „Ob Sommer oder Winter, der Anspruch der Gäste ist der gleiche“, sagt Bahrenburg. Im Winter sei allerdings die Möglichkeit, zu Bürozeiten eine leere gegen eine volle Gasflasche austauschen zu können, beliebter. Auch der Brötchenlieferdienst werde bei den kalten Temperaturen öfter in Anspruch genommen.

Stellplatzbetreiber Hans Bahrenburg, hier an einer der Stromsäulen, sieht die Anlage auf Wintercamping gut vorbereitet.
Foto:
Christina Kuhaupt
Vermutlich sogar mit Bedingungen, wie sie in der Nähe des Polarkreises herrschen, käme das Fernreisemobil der Firma bimobil klar, mit dem Rainer (72) und Regina Schmidt (69) aus Bad Marienberg im Westerwald unterwegs sind. Mit seiner Vollisolierung, eingebautem Gastank, Allradantrieb, sperrbaren Differenzialen und Reifen mit Geländeprofil ist das Fahrzeug auch für Fahrten bei deutlichen Minusgraden sowie Schnee und Eis geeignet.
Die Schmidts sind vor dem Silvestergetöse sowie vor Geburtstagsfeierlichkeiten geflohen und haben ihrem Hund zuliebe den Jahreswechsel knallerfrei in der Lüneburger Heide verbracht, erzählen sie. Das Campen im Winter sei anders als das im Sommer, sagt Regina Schmidt. „Während man sonst überwiegend draußen ist, ist man nun ausschließlich drinnen.“ Stellplatzbetreiber Bahrenburg rechnet nicht damit, dass Besucher seines Platzes aufgrund der Kälte Überraschungen erleben. Er sagt: „In der Regel wissen die Leute, worauf sie sich einlassen.“
Welche technischen Merkmale machen ein Wohnmobil laut Hans Bahrenburg wintertauglich?
Laut Hans Bahrenburg ist ein Wohnmobil dann wintertauglich, wenn es über eine gute Dämmung, insbesondere im Wohnbereich und an den Fenstern, sowie eine zusätzliche Isolierung durch Thermomatten verfügt. Außerdem ist eine frostfeste Wasseranlage notwendig, damit Leitungen und Tanks bei Minusgraden nicht einfrieren. Ergänzt wird die Wintertauglichkeit durch passende Heizsysteme wie eine Standheizung (Gas oder Diesel) und gegebenenfalls beheizbare Fußböden sowie Winterbereifung.
Quellen
Wie unterscheiden sich die Gründe und Erfahrungen der interviewten Camper beim Wintercamping auf dem Stellplatz am Kuhhirten?
Die interviewten Camper am Stellplatz am Kuhhirten unterscheiden sich in ihren Gründen für das Wintercamping: Während das Ehepaar Hövel den Stellplatz als Teil einer längeren Urlaubsreise und zum Stadtbummel nutzt, steht für Familie Schultz vor allem das Wiedersehen mit Angehörigen und das Stadtflair im Mittelpunkt; beide betonen die zentrale Lage und Preiswürdigkeit des Platzes. Jörg Meins hingegen nutzt das Angebot aus pragmatischen Gründen nach einem Restaurantbesuch, um eine Heimfahrt zu vermeiden, und vergleicht die Stellplatzkosten mit Parkhausgebühren. Die Erfahrungen der Camper zeigen, dass Wintercamping am Kuhhirten sowohl für mehrtägige Aufenthalte als auch für spontane Übernachtungen mit unterschiedlichen Zielsetzungen attraktiv sein kann.
Quellen
Wie entwickelt sich der Anteil wintertauglicher Wohnmobile und welche Trends beobachtet der Betreiber des Bremer Stellplatzes beim Wintercamping?
Der Anteil wintertauglicher Wohnmobile wächst langsam, da das Geschäft mit Wintercamping laut Experten und Plattformbetreibern zunimmt, jedoch weiterhin auf einem niedrigen Niveau bleibt (Artikel 1 und 2). Michael Woltmann, Betreiber des Bremer Stellplatzes und Vorsitzender des Camping Club Bremen, beobachtet beim Wintercamping vor allem einen Trend zu mehr Familienfreundlichkeit, bezahlbarem Urlaub und einer Rückkehr zu ursprünglichen Campingformen wie dem Zelten, wobei luxuriöse Ausstattungen und Glamping bewusst vermieden werden (Artikel 3). Insgesamt hält er fest, dass alle Campingformen ihre Berechtigung haben und der Bedarf an alltagstauglichen Standards, wie Strom und sanitären Anlagen, steigt.
Quellen
Diese Fragen und Antworten wurden mit KI basierend auf unseren Artikeln erstellt.
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