Manuel Alberg (l.) von den Iserlohn Roosters im Duell mit Frederik Tiffels von den Eisbären Berlin.

Stand: 08.01.2026 22:47 Uhr

Die Iserlohn Roosters haben in der DEL den nächsten Sieg gefeiert und dank eines späten Treffers die Eisbären Berlin geschlagen.

Nur zwei Tage nach dem Sieg in Penaltyschießen in Augsburg besiegten die Roosters die favorisierten Eisbären in eigener Halle mit 4:3 (2:0, 0:3, 2:0). Die Sauerländer stehen damit nun bei 41 Punkten und verschaffen sich weiter Luft im Tabellenkeller. Der Abstand auf die Dresdner Eislöwen auf dem Abstiegsplatz beträgt satte 19 Punkte. Der erste Pre-Playoff-Platz ist dagegen nur sieben Punkte entfernt.

Daniel Neumann (10.), Anthony Camara (17.) brachten Iserlohn zunächst mit 2:0 in Führung. Liam Kirk (28./39.) und Blaine Byron drehten das Spiel zwischenzeitlich für die Gäste. Mann des Spiels war aber Iserlohns Colin Ugbekile, der mit zwei Toren im Schlussdrittel die drei Punkte sicherte (51./59.).

Die Eisbären haben es damit verpasst, Druck auf die Playoff-Plätze zu machen und bleiben mit 59 Punkten auf Rang sieben, vier Punkte hinter den Fischtown Pinguins.

Törnqvist düpiert die Eisbären-Abwehr

Das Spiel brauchte eine ganze Weile, um in Fahrt zu kommen. Viele Unterbrechungen sorgten nicht gerade für Spielfluss. Berlin hatte mehr Schüsse, wurde aber kaum gefährlich. Ganz anders die Roosters, die mit dem ersten flüssigen Angriff des Spiels direkt in Führung gingen: Camara legte ab auf Neumann, der den Puck im zweiten Versuch über die Linie stocherte.

Die Eisbären mussten sich kurz schütteln, hatten in der 16. Minute aber die große Chance zum Ausgleich. Nach einem Iserlohner Scheibenverlust fuhr Jonas Müller allein auf das Roosters-Tor zu, Torwart Andreas Jenike war aber mit dem Schoner zu Stelle.

Und quasi im direkten Gegenzug stand es dann plötzlich 2:0. Henrik Törnqvist düpierte die Eisbären-Abwehr, als er einen Bully nicht nach hinten spielte, sondern einfach nach vorne lief. Seine Vorlage schob der vor dem Tor völlig freie Camara in die Maschen (17.).

Berlin übernimmt im Mitteldrittel

So gingen die Roosters mit einer Führung in das zweite Drittel, doch der Mittelabschnitt sollte nicht der Abschnitt der Iserlohner werden. Zunächst hatte der IEC Glück, weil Ty Ronning im Berliner Powerplay nur die Latte traf (22.). Dann hatte der IEC Pech, als Berlins Goalie Jonas Stettmer stark gegen Jakub Borzecki parierte (24.).

Doch dann brachten die Roosters die Eisbären selbst zurück ins Spiel. Kirk eroberte im eigenen Drittel die Scheibe und blieb auch vor Jenike cool – es war sein zwölftes Tor im achten Spiel in Folge. Und der Anschlusstreffer gab den Gästen sichtlich auftrieb, denn nur eine Minute und 35 Sekunden später legte Frederik Tiffels den Puck von hinter dem Tor in den Slot, wo Byron wuhig zum Ausgleich traf.

Fortan sah es aus wie Berliner Powerplay, obwohl gar kein Iserlohner auf der Strafbak saß. Die Eisbären schnürten die Gäste im eigenen Drittel ein. Und dann hatte Kirk eine Idee. Der Brite kurvte mit dem Puck einmal durch das komplette Iserlohner Drittel und legte dann Jenike mit dem Bauerntrick rein. Von hinter dem Tor legte er die Scheibe zum 3:2 für die Berliner ins Netz – Spiel gedreht (39.).

Ugbekile mit dem Ausgleich

Die Roosters liefen also plötzlich einem Rückstand hinterher. Die Eisbären blieben zunächst aber auf dem Gaspedal und verlagerten das Spiel weiter ins Drittel der Roosters. Gefährlich wurde es aber nur selten.

Erst gegen Mitte des Abschnitts bekamen die Roosters wieder mehr Luft zum Atmen – und nutzten das: Ugbekile zog freistehend aus der Distanz ab. Stettmer hatte viel Verkehr vor sich und ließ die Scheibe pasieren. Der Goalie beschwerte sich, doch der Treffer hielt auch dem Videobeweis stand (51.).

Knapp sechs Minuten vor dem Ende hatten die Roosters dann sogar die Chance, in Überzahl in Führung zu gehen, ließen diese aber verstreichen. Viel größer war zudem die Chance, die Camara in Gleichzahl hatte. Ronning blockte den Schuss mit seinem Schläger (57.).

Ugbekile mit dem Lucky Punch

Iserlohn war gegen Ende des Drittels das deutlich aktivere Team – und kam tatsächlich noch zum Lucky Punch. Nach einem Bullygewinn landete der Puck bei Ugbekile, der von der blauen Linie abzog und an Freund und Feind vorbei in die untere Ecke traf (59.). Eisbären-Goalie Stettmer ging anschließend vom Eis, der Ausgleich gelang Berlin aber nicht mehr.

Weiter geht es für Iserlohn am Sonntag (16.30 Uhr) mit einem Auswärtsspiel beim EHC München. Die Eisbären sind bereits am Samstag (17 Uhr) bei den Dresdner Eislöwen zu Gast.

Unsere Quellen:

  • Spiel Iserlohn Roosters gegen Eisbären Berlin vom 08.01.2026

Sendung: „Eisbären Berlin verlieren in Iserlohn“, WDR.de, 08.01.2026, 22:23 Uhr

Westdeutscher Rundfunk