- Die Stadt Blumenthal hat den maroden Wohnkomplex an der George-Albrecht-Straße gekauft, 150 Menschen und 30 Haushalte müssen dauerhaft ausziehen.
- Ein Jahr soll es dauern, alle Mieter umzusiedeln; Ersatzwohnungen werden stadtweit gesucht, bevorzugt für Familien mit Kindern im Stadtteil.
- Eine Rückkehr der Mieter ist nicht garantiert, Sanierung oder Abriss sind offen; zum Jahresende soll der Gebäudekomplex vollständig leer sein.
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Die Stadt hat immer wieder marode Mietblocks in Quartieren sanieren lassen – nur musste sie dabei nicht immer machen, was sie jetzt in Blumenthal machen muss: Gebäude komplett leerziehen und allen Parteien eine Ersatzwohnung verschaffen. Ein Jahr wird es voraussichtlich dauern, bis sämtliche Etagen des Klinkerkomplexes an der George-Albrecht-Straße frei sind. Was auch mit der Größe der Familien zu tun hat, die dort leben. Entscheider der Baubehörde sprechen von einer Herausforderung. Und von 30 Haushalten und 150 Menschen, die woanders untergebracht werden müssen. Dauerhaft.
Dass sie bis Ende des Jahres ausziehen müssen, soll den Mietern zweimal mitgeteilt werden: erst in einem Schreiben, später bei Vor-Ort-Terminen. Hanna Augustin und Arne Sünnemann sagen, dass die Post und die Infoveranstaltungen gerade vorbereitet werden. Die Stadtumbauplanerin und der Abteilungsleiter gehen davon aus, dass im Januar alle Parteien in den Häusern informiert sein werden. Den Mietern noch im alten Jahr und damit kurz vor Weihnachten zu kündigen, wollte die Behörde nicht. Seit November steht für sie fest, dass sich die Mietshäuser an der George-Albrecht-Straße – anders als in anderen Fällen – nicht sanieren lassen, wenn in ihnen noch jemand wohnt.
Über Monate haben Sachverständige den Komplex analysiert, der von der Stadt vor einem Jahr gekauft wurde, um das Quartier im Blumenthaler Zentrum voranzubringen. Der Zustand einiger der 66 Wohnungen, von denen die Hälfte leer steht, war von Anfang an so desolat, dass sie für unbewohnbar erklärt wurden. Bei allen anderen machten die Experten dringenden Handlungsbedarf aus. Die Behörde hat mit sogenannten Sofortmaßnahmen reagiert. Fenster und Türen wurden ausgetauscht, Schädlingsbekämpfer eingesetzt, Schäden in einem Treppenhaus beseitigt. Doch inzwischen steht für die Gutachter fest, dass das nicht reicht, um die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern.
Darum sollen jetzt alle Mieter nach und nach umziehen – und dabei Hilfe bekommen. Die Behörde will demnächst jemanden einsetzen, der die Menschen berät. Abteilungsleiter Sünnemann spricht von einem Wohnungslotsen, der sich vor Ort um die Mieter kümmern soll. Und darum, dass sie bis zum Jahresende einen Ersatz finden. So der Plan. Damit er aufgeht, hat das Ressort alle großen Wohnungsgesellschaften eingeschaltet, die städtischen wie die privaten. Gewoba und Gewosie sollen ebenso die Suche unterstützen wie Brebau und Vonovia. Laut Sünnemann werden mindestens 30 Wohnungen gebraucht, wegen der Größe der Familien aber wahrscheinlich mehr.
Die Stadtumbauplaner schließen nicht aus, dass es vereinzelte Fälle geben wird, in denen die Mieter nicht ausziehen wollen. Die Mehrheit, sagt Augustin, ist dazu aber schon jetzt bereit. Die Behördenmitarbeiterin verweist auf Gespräche, die es inzwischen gab. Und darauf, dass einige Familien längst umgezogen sind. Ihr zufolge wird nach Ersatzwohnungen in ganz Bremen gesucht. Was nicht heißt, dass für jeden jeder Stadtteil infrage kommt. Eltern mit Kindern, die in Blumenthal einen Kita- oder Schulplatz haben, sollen beispielsweise weiterhin im Stadtteil bleiben können. Auch deshalb geht das Ressort davon aus, dass es ungefähr ein Jahr dauern wird, ehe alle Mieter eine neue Wohnung haben.
Und zwar nicht bloß übergangsweise, sondern für immer. Augustin und Sünnemann sagen, dass – Stand jetzt – keiner Familie eine Rückkehr in den Gebäudekomplex verbindlich zugesichert werden kann und es deshalb unfair wäre, so zu tun, als gäbe es diese Garantie. Ob der Mietblock an der George-Albrecht-Straße tatsächlich saniert wird, ist nämlich nach wie vor unklar. Planer haben immer gesagt, dass er auch teilweise oder ganz abgerissen werden könnte. Ein Termin, wann feststehen soll, was wird, steht noch aus. Dafür gilt ein anderer als sicher: der für die Endabrechnung, wie viel der Umzug der Mieter und der Einsatz des Wohnungslotsen die Stadt gekostet hat. Er fällt mit dem Zeitpunkt zusammen, an dem der Komplex leer sein soll. Im Dezember.
Welche Maßnahmen plant die Stadt Blumenthal zur Unterstützung der Mieter beim Umzug aus dem Wohnkomplex an der George-Albrecht-Straße?
Die Stadt Blumenthal unterstützt die Mieter beim Umzug aus dem Wohnkomplex an der George-Albrecht-Straße, indem sie mit großen Bremer Wohnungsunternehmen zusammenarbeitet, um Ersatzunterkünfte bereitzustellen – bislang wurden schon einzelne Familien kurzfristig oder dauerhaft umgesiedelt. Ein Umzugsplan für die Mietparteien wird vorbereitet, damit die Sanierung der Wohnungen nach und nach erfolgen kann. Zusätzlich werden Gespräche mit den Bewohnern geführt sowie akute Baumängel behoben, um die Wohnsituation bis zum endgültigen Umzug zu verbessern.
Quellen
Weshalb kann der Wohnkomplex an der George-Albrecht-Straße laut Gutachtern nicht bewohnt und gleichzeitig saniert werden?
Laut Gutachtern kann der Wohnkomplex an der George-Albrecht-Straße nicht bewohnt und gleichzeitig saniert werden, weil die erforderlichen Sanierungsmaßnahmen so umfassend sind, dass die Sicherheit und das Wohlbefinden der Bewohner während der Bauarbeiten nicht gewährleistet werden können. Insbesondere sind bauliche Mängel, Schäden durch Vandalismus, Schimmelbefall und defekte Heizungs- sowie Elektroanlagen so gravierend, dass eine parallele Nutzung der Wohnungen und gleichzeitige Instandsetzung nicht möglich ist. Eine Sanierung im bewohnten Zustand würde sowohl den Sanierungsprozess erheblich erschweren als auch die Bewohner gesundheitlichen und sicherheitsrelevanten Risiken aussetzen.
Quellen
Wie wird entschieden, ob der Gebäudekomplex an der George-Albrecht-Straße abgerissen oder saniert wird, und wer ist dafür zuständig?
Ob über Abriss oder Sanierung des Gebäudekomplexes an der George-Albrecht-Straße entschieden wird, hängt vom Ergebnis eines von der Stadt in Auftrag gegebenen Gutachtens ab, das Bausubstanz, Wirtschaftlichkeit und verschiedene Handlungsoptionen (Sanierung, Teilrückbau, Komplettabriss) prüft. Zuständig für die Entscheidung und die Durchführung des Prüfprozesses ist die Baubehörde der Stadt Bremen, innerhalb der verschiedene Abteilungen und externe Sachverständige zusammenarbeiten. Ein Abschluss der Untersuchungen und die darauf aufbauende Entscheidung werden frühestens im Verlauf des kommenden Jahres erwartet.
Quellen
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