Marode Brücken in Stuttgart: Verkehrsbehinderungen auf  B 10 und B 27 durch Erkundungsbohrungen Stau garantiert? Einzelne Fahrspuren der B 10 und B 27 in Zuffenhausen müssen für die Untersuchungen zeitweise gesperrt werden. Foto: Andreas Rosar

Bis 2030 werden 31 Brücken im Land für 150 Millionen Euro neu gebaut, alleine 15 in Stuttgart. Für die genaueren Untersuchungen müssen nun vereinzelt Fahrspuren gesperrt werden.

Autofahrer müssen von Montag, 12. Januar, bis voraussichtlich Samstag, 17. Januar, mit Verkehrsbehinderungen auf den Bundesstraßen 10 und 27 in Stammheim und Zuffenhausen rechnen. Hintergrund sind Probebohrungen für die geplanten Neubauten der Brücken. Dafür müssen nach Angaben des zuständigen Regierungspräsidiums Stuttgart (RP) zeitweise vereinzelte Fahrspuren gesperrt werden.

Brücken können nicht mehr saniert werden

Insgesamt 500 Milliarden Euro umfasst das vom Bund bereit gestellte Sondervermögen für die Infrastruktur. Davon profitiert auch Baden-Württemberg. Laut der Straßenbauverwaltung liegt der Sanierungsbedarf im Land bei rund 1,8 Milliarden Euro. In einem ersten Schritt des von Verkehrsminister Winfried Hermann (Bündnis 90/Grüne) ins Leben gerufenen Brückenerhaltungsprogramms wurde der Abriss und Neubau von insgesamt 31 Bauwerken über eine Sammelausschreibung an eine Arbeitsgemeinschaft aus vier Ingenieurbüros (ARGE) in Auftrag gegeben. Die Kosten werden auf rund 150 Millionen Euro geschätzt. Alleine 15 der Brücken, die sich in einem sehr schlechten Zustand befinden und nicht mehr saniert werden können, liegen im Regierungsbezirk Stuttgart. Darunter unter anderem die B-10-Brücke in Stammheim, die Brücke der B 10 und B 27 in Zuffenhausen oder die B-27-Körschtalbrücke in Möhringen.

Klare Absprachen mit Deutscher Bahn gefordert

Eine Mammutaufgabe, vor der der Verband Region Stuttgart warnt. Zwar soll der Schwerpunkt der Sanierungen erst ab 2028 beginnen und voraussichtlich 2030 enden. Einzelne Brückenmaßnahmen könnten aber bereits zuvor in Angriff genommen werden. Die Regionalräte befürchten einen Verkehrskollaps in der Region Stuttgart, wenn Straßenbaustellen an neuralgischen Punkten zeitgleich mit den weiter zu befürchtenden Streckensperrungen im S-Bahn-Netz Stuttgart zusammentreffen. Schließlich seien diese Unterbrechungen für den Ausbau der digitalen Leit- und Sicherungstechnik im Rahmen vom erneut verschobenen Startschuss von Stuttgart 21 unerlässlich. Der Verband fordert daher klare Absprachen zwischen Regierungspräsidium und Deutsche Bahn.

Dennoch werden nach den ersten Untersuchungen im vergangenen Jahr nunmehr abschließende Erkundungsbohrungen durchgeführt. Davon betroffen sind ab am Montag und Dienstag, 12./13. Januar, die Brücken über die Abfahrt der B 10 bei Stammheim/Nord und Stammheim/Süd. Die 1972 in Spannbetonweise errichteten Bauwerke müssen neu gebaut werden. Die geotechnischen Untersuchungen werden dabei im Fahrbahnbereich durchgeführt. Dafür müssen laut den Experten einzelne Spuren der B 10 in Richtung Stuttgart gesperrt. Um den Verkehr nicht zu sehr zu beeinträchtigen, soll dies laut Regierungspräsidium in eher verkehrsärmeren Zeiten erfolgen. Dennoch sei mit Behinderungen zu rechnen.

Zeitweise werden Fahrspuren der Bundesstraßen gesperrt

Gleiches trifft auch auf die B-10- und B-27-Brücken in Zuffenhausen zu. Die in Stahlkonstruktion errichteten Bauwerke aus dem Jahr 1975 können nicht mehr in Stand gesetzt und müssen neu gebaut werden. Die als Grundlage für die weiteren Planungsschritte notwendigen Erkundungsbohrungen finden von Donnerstag bis voraussichtlich Samstag, 15. bis 17. Januar, statt. Auch dort werden zeitweise Fahrspuren der B 10 und B 27 in Richtung Stuttgart gesperrt. Verkehrsteilnehmer müssen nicht nur aufgrund von Eis und Schnee mit Behinderungen rechnen.

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