Stand: 09.01.2026 09:58 Uhr

Seit der Nacht hat „Elli“ nun auch einen Großteil Niedersachsens erreicht. Auf der Autobahn 2 sorgt seit dem Morgen ein liegen gebliebener Lkw für Probleme. Bisher haben Schnee und Glätte nur zu wenigen Unfällen geführt.

+++ Wir stellen die Berichterstattung auf dieser Seite an dieser Stelle ein. Alles weitere zur aktuellen Wetter- und Verkehrslage in Niedersachsen können Sie in unserem Liveticker verfolgen. +++

Auf der A2 zwischen Garbsen und Wunstorf-Luthe in der Region Hannover ist ein Lkw liegen geblieben und hat Feuer gefangen. Der Brand sei vermutlich durch die Bremsen ausgelöst worden, sagte ein Polizeisprecher. Weitere Fahrzeuge seien nicht beteiligt. Die Autobahn ist aktuell in Richtung Dortmund voll gesperrt und es hat sich ein langer Stau gebildet. Der Einsatz dauert zurzeit an. Die Feuerwehr habe aufgrund der Witterung Probleme, zur Unfallstelle zu gelangen, hieß es weiter.

Im Emsland und Osnabrück wenig los auf den Straßen

Autos fahren am frühen Morgen in Hannover bei Schneefall.

Wintersturm „Elli“ ist seit der Nacht auch in Hannover aktiv.

Wie die Polizei mitteilt, gab es im Emsland und in Osnabrück bisher neun Glätteunfälle, mit einigen Leicht- und Schwerverletzten. Auf den Straßen ist deutlich weniger los in der Region. Aktuell sind mehrere hundert Mitarbeiter rund um die Uhr im Einsatz, um die Straßen freizuhalten. Der Osnabrücker Servicebetrieb hat aber darauf hingewiesen, dass zuerst die Hauptstraßen und besonders gefährliche Stellen geräumt werden.

ÖPNV kommt heute in einigen Regionen zum Erliegen:

  • Die S-Bahn Hannover hat laut dem Betreiber Transdev den Betrieb eingestellt.
  • In Braunschweig kommt es beim BSVG zu Einschränkungen bei Bussen und Straßenbahnen, wie die Verkehrsbetriebe auf ihrer Webseite mitteilen.
  • In Osnabrück kommt es im Busverkehr laut den Stadtwerken wegen des Winterwetters zu Einschränkungen.
  • Die Verkehrsbetriebe in Oldenburg haben den Busverkehr bis auf weiteres eingestellt.
  • Der Verkehrsverbund Ems Jade (VEJ) hat – außer in Wilhelmshaven – den Betrieb eingestellt.
  • Bei Wendland Mobil fallen alle Fahrten auf Haupt- und Nebenlinien aus. Außerdem soll bei den Regionalzügen in Richtung Lüneburg zu Ausfällen kommen, wie das private Zugunternehmen Erixx mitteilt.
  • Beim Verkehrsverbund Süd-Niedersachsen (VSN) kommt es ebenfalls zu Einschränkungen wegen des Wetters. Der VSN informiert auf seiner Webseite über die aktuelle Verkehrslage

Alle aktuellen Entwicklungen zum Winterwetter in Niedersachsen im Liveblog:

Zwei Bahn-Mitarbeiterinnen gehen am frühen Morgen an einem ICE im Hauptbahnhof entlang.

Vor allem die Region Braunschweig ist betroffen. Der Fernverkehr im ganzen Norden ist eingestellt. Im Liveblog halten wir Sie auf dem Laufenden.

Hannover, Braunschweig und Celle: Privatpersonen dürfen mit Salz streuen

Das niedersächsische Verkehrsministerium blickt gelassen auf das Winterwetter. Landesweit seien Streufahrzeuge und Schneepflüge erneuert worden, damit möglichst viele Landes-, Bundes- und Kreisstraßen frei bleiben, hieß es. Auch für ausreichend Streusalz sei gesorgt. Vereinzelt erlauben Kommunen mittlerweile aufgrund der Wetterlage das Streuen mit Salz auch für Privatpersonen, so etwa Braunschweig und Celle. Am Donnerstagnachmittag hob dann auch Hannover das Verbot vorübergehend auf: Ab Freitag um 0 Uhr dürfen Bürgerinnen und Bürger – zunächst bis zum 23. Januar – auf den Gehwegen in der Landeshauptstadt Salz einsetzen.

Noch mehr Schnee in der Nacht

Der Schwerpunkt des Unwetters mit Schneeverwehungen wird heute in einem Dreieck zwischen Bremen, Hannover und Hamburg erwartet. Es soll im ganzen Norden neben den teils kräftigen Schneefällen auch stürmen. Im Flachland seien zwischen 15 und 20 Zentimeter Neuschnee möglich, sagte Wetterexperte Frank Böttcher dem NDR. Im Weserbergland und im Harz könnte noch deutlich mehr Schnee fallen.

Video:
Wetter extrem: Zweithöchste Warnstufe für Freitag (1 Min)

Bahn reduziert vorsorglich Fernverkehr

Die Deutsche Bahn (DB) reduziert eigenen Angaben zufolge ab heute vorsorglich den Fernverkehr im Norden und Nordosten Deutschlands. Das Unternehmen erwartet in den nächsten Tagen „spürbare Beeinträchtigungen des Bahnverkehrs“, wie es in der Mitteilung heißt. Demnach kommt zu Verspätungen und Zugausfällen unter anderem auf der Strecke Norddeich/Emden – Hannover. Von den Einschränkungen sind auch Verbindungen nach Kiel, Westerland/Sylt, Rostock, Binz/Rügen und Kopenhagen betroffen. Zudem wird auf den Schnellfahrstrecken Berlin-Wolfsburg, Hannover-Würzburg und Köln-Rhein/Main die Höchstgeschwindigkeit der ICE auf 200 Kilometer pro Stunde begrenzt, teilte die DB weiter mit. Das sei notwendig, um Schäden an den Zügen und der Strecke zu vermeiden. Die Fahrtzeit verlängere sich dadurch um bis zu 30 Minuten.

Rechtswissenschaftler Michael Fuhlrott.

Müssen Arbeitnehmende zur Arbeit gehen, wenn sie Angst um ihre Gesundheit haben. Dazu Arbeitsrechtler Michael Fuhlrott.

Bahn: „Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab“

In ganz Niedersachsen und Bremen kann es nach Angaben der DB voraussichtlich noch bis zum 11. Januar zu Beeinträchtigungen kommen. Die Bahn bittet Fahrgäste auf ihrer Webseite, nicht nötige Fahrten ausfallen zu lassen oder zu verschieben. Bei Extremfrost oder starken Schneeverwehungen kämen auch vorhandene Weichenheizungen an ihre Grenzen, sagte eine Bahn-Sprecherin am Dienstag. In diesen Fällen müssten Räumkräfte ausrücken und die Strecke per Hand freischaufeln. Verspätungen und Ausfälle seien mögliche Folgen des Winterwetters. Reisende sollten sich vor Reiseantritt über die Verbindungen informieren.

Sehen Sie bitte von nicht notwendigen Fahrten ab und verschieben diese nach Möglichkeit auf einen späteren Zeitpunkt.

Deutsche Bahn, Webseite (Stand: 07.01.2026)

Einschränkungen im Regionalverkehr – S-Bahn fällt bis Februar aus

Auch auf den Strecken des privaten Bahnunternehmens Metronom kann es aufgrund der Wetterlage zu Einschränkungen kommen. Das teilte das Unternehmen auf seiner Webseite mit. Auch Erixx und Nordwestbahn kündigen auf ihren Internetseiten an, dass Einschränkungen möglich sind. Betroffen ist auch die S-Bahn im Raum Hannover: Die S-Bahn Linie 4 soll bis zum 1. Februar nicht fahren. Als Grund nennt der Betreiber Transdev umfangreiche technische Störungen an den Bahnen. Aufgrund der Witterung sei es zu mehreren Schäden gekommen. Deshalb seien viele Fahrzeuge defekt. Dazu komme, dass Ersatzteile nicht geliefert wurden. Auf der Strecke sollen Busse fahren. Auch die Harzer Schmalspurbahn fährt ab Freitag nicht – ausgenommen ist der Abschnitt im Südharz zwischen Nordhausen und Ilfeld Neanderklinik, wie das Unternehmen mitteilte.

Verkehr zu Wasser betroffen: Lüneburg und Inseln

Im Landkreis Lüneburg fällt die Fähre „Amt Neuhaus“ zwischen Bleckede und Neu Bleckede bis auf Weiteres aus – Grund ist der starke Eisgang auf der Elbe. Nach Angaben des Fährteams haben sich dort seit Mittwochabend zahlreiche Eisschollen gesammelt. Diese könnten den Antrieb der Fähre verstopfen. Der angekündigte Sturm beeinträchtigt auch den Betrieb der Fähren zu den Inseln. Weil der Wind aus östlichen Richtungen kommt, drückt er das Wasser von der Küste weg. Am Freitag fährt kein Schiff nach Spiekeroog, außerdem ist der Fahrplan für Borkum, Langeoog und Baltrum ausgedünnt. Laut der Reederei Norden-Frisia fallen die Fahrten von und nach Juist und Norderney am Freitag aus.

Auf einer Tafel in eine leeren Schulklasse steht "Der Unterricht fällt aus".

Bereits gestern war vielen Landkreisen im Nordwesten ist der Präsenzunterricht ausgefallen. Heute fällt die Schule landesweit aus.

Wilhelmshaven rechnet mit Verkehrsproblemen

Bei Lüneburg haben Schnee und Glätte zu ersten Schäden auf den Straßen geführt. Auf der B4 ist im Bereich der Umgehungsstraße an einigen Stellen der Asphalt aufgebrochen. Nach Angaben der zuständigen Straßenbaubehörde von Mittwoch sind die Schäden provisorisch geflickt, es gilt aber jetzt ein Tempolimit. In Oldenburg wurden wegen der Schneelast auf den Dächern zwei Schulsporthallen gesperrt. In Wilhelmshaven wird in den kommenden Tagen wegen des Wetters mit Verkehrsproblemen gerechnet. Vor allem bei starken Schneefällen kann es laut Stadtverwaltung zu Einschränkungen im Straßenverkehr und somit auch im Busverkehr kommen. Dass dieser dann ganz oder in Teilen vorübergehend eingestellt wird, könne die Stadt nicht ausschließen. Das könne dann auch Folgen für den Schulbetrieb haben, so die Stadtverwaltung.

Schnee bedeckt Äste in einem Wald in Brietlingen.

Es handelt sich laut Verwaltung um eine vorsorgliche Maßnahme. Die Landesforsten mahnen zudem Spaziergänger zur Vorsicht.

Schulen bleiben in Niedersachsen geschlossen

Aufgrund der Wetterlage bleiben die Schulen heute in ganz Niedersachsen geschlossen – auch in Bremen gibt es Distanz-Unterricht. Wegen glatter Straßen gab es bereits am Donnerstag landesweit viele Unfälle. In Gehrde im Landkreis Osnabrück kam ein junger Mann ums Leben – vermutlich aufgrund der vereisten Straße. Allein im Raum Osnabrück kam es zwischen Mittwoch- und Donnerstagmorgen laut Polizei zu 98 Glätteunfällen. In Ostfriesland gab es zudem erste Schneeverwehungen, einige Landesstraßen sind gesperrt. Im Landkreis Aurich wird das Streusalz langsam knapp. In Göttingen raten die Entsorgungsbetriebe, das Auto bis zum Sonntag stehen zu lassen. Selbst Räumfahrzeuge und Abschleppunternehmen haben zum Teil Probleme, auf den Straßen durchzukommen.

Viele Knochenbrüche: Klinikum Lüneburg verschiebt OPs

Das Wetter bekommt auch das Klinikum Lüneburg zu spüren. Durch die rutschigen Straßen gibt es viele Knochenbrüche, teilte das Krankenhaus mit. Hinzu kämen zahlreiche Lungenentzündungen, die ebenfalls behandelt werden müssen. Das Klinikum Lüneburg verschiebt deshalb vorerst geplante Operationen, die nicht zeitkritisch sind. Patienten müssten sich zudem auf lange Wartezeiten in der Notaufnahme einstellen, heißt es vom Klinikum. Auch die Asklepios Harzklinik in Goslar verschiebt geplante OPs und überweist Patienten an die Schwesterklinik in Seesen. Alle Betten der Klinik seien unter anderem wegen Knochenbrüchen belegt, sagte der Chefarzt der Zentralen Notaufnahme, Jürgen Kluth. Für das Wochenende sollen – zusätzlich zur Rufbereitschaft – Reserveärzte bereitgehalten werden. Außerdem sollen so viele Patienten wie möglich entlassen werden. Auch die Niels-Stensen-Klinik in Osnabrück zieht einer Sprecherin zufolge mehr Personal ein, geplante OPs würden bislang aber nicht verschoben.

Schild mit der Aufschrift: "Notaufnahme" an einer Häuserwand

Die Harzklinik Goslar bestückt OP-Säle mit noch mehr Platten und Schrauben für Brüche. In Lüneburg werden Operationen verschoben.

Hunderte Unfälle durch Schnee und Eisglätte gemeldet

Polizei und DWD rufen weiter dazu auf, vorsichtig zu fahren. Vor allem auf kleineren Straßen in Städten und Dörfern könne es landesweit weiterhin glatt sein. Seit dem vergangenen Wochenende hatten Schnee und Eisglätte in Niedersachsen bereits einige spürbare Folgen. Es kam landesweit zu Hunderten Unfällen auf den Straßen.

Ein Räumfahrzeug auf einer verschneiten Straße

Ein Linienbus ist von der Bundesstraße 199 nahe Schafflund gerutscht. In Hamburg drohen Rohre wegen der Temperaturen zu bersten.

Großer Andrang in Wintersportorten und Baumärkten

Während das winterliche Wetter in Niedersachsen für einige Verkehrsbehinderungen auf den Straßen und den Schienen sorgt, freut man sich anderswo über den Schnee. So erwarten die Betreiber im Harz weiter einen starken Ansturm auf ihre Lifte. Auch im Weserbergland soll Skilanglauf und Rodeln im Deister sowie im Solling möglich sein. Skilifte sind dort aktuell aber noch nicht in Betrieb. In mehreren Baumärkten in Niedersachsen sorgt das Winterwetter für große Nachfrage nach Winterequipment. In einigen Geschäften in der Region Lüneburg sind die Regale so gut wie leergefegt.

07.01.2026 13:02 Uhr

Hinweis der Redaktion: In einer vorherigen Version dieses Artikels hieß es auf Basis einer Pressemitteilung des Klinikums Lüneburg, dass die Notaufnahme in Geesthacht (Schleswig-Holstein) derzeit geschlossen ist. Dies ist laut dem Krankenhaus in Geesthacht nicht korrekt. Zwar soll die Notaufnahme dort voraussichtlich Ende März 2026 geschlossen werden, derzeit ist sie aber im regulären Betrieb. Wir haben die Stelle entsprechend korrigiert.

Ein Blick auf die Stadt Lüneburg durch zugschneite Äste.

Im Interview mit dem Wetterexperten Martin Gudd geht es unter anderem um die erwarteten Sturmböen in der Nacht zu Freitag.

Eine Frau sitzt mit einem Laptop an einem Tisch im Homeoffice.

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Ein Mann räumt mit einer Schneefräse in Braunschweig den Gehweg frei .

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Eine Frau befreit einen Gehweg vor ihrem Wohnhaus vom Schnee.

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Hannover: Eine Eisfläche mit Mustern bedeckt den Maschsee an der Löwenbastion (Luftaufnahme mit Drohne)

Die Eisfläche sei noch lange nicht dick genug. Es bestehe Lebensgefahr, hieß es. Auch die Stadt Osnabrück warnt.

Zwei HSV-Fans stehen mit einer Kiste Bier vor einem ICE der Deutschen Bahn in Hannover.

Wegen des stürmischen Winterwetters fahren keine Fernzüge mehr im Norden – bis mindestens zum Mittag. Auch im Nahverkehr gibt es Ausfälle, an den Flughäfen sieht es nicht besser aus.

Eine 150 Jahre alte Windmühle bei Schnee in Handorf im Landkreis Lüneburg

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