
Das DHB-Team will bei der Handball-EM eine Medaille. Der Turnierbaum macht der deutschen Mannschaft den Weg dorthin aber schon früh extrem schwer.
Sechs Vorrundengruppen mit vier Mannschaften, die besten zwei pro Gruppe ziehen in eine von zwei sechs Teams umfassenden Hauptrundengruppen ein, wo dann die jeweils besten zwei Teams wiederum das Halbfinale erreichen. So weit, so klar ist der Weg, den die Mannschaft von Alfred Gislason gehen muss, wenn sie bis ins Halbfinale vorstoßen will.
Unter Umständen kann man sich zwei Niederlagen leisten
Bei der EM 2024 konnte man sich in diesem Modus wegen der Ausgeglichenheit des Teilnehmerfeldes sogar unter gewissen Umständen zwei Niederlagen erlauben, bei der EM 2022 durfte es maximal eine sein, wollte man seine Hauptrundengruppe auf einem der ersten beiden Plätze beenden.
Vorrundengruppe A ist eine echte Hammergruppe
Die deutsche Mannschaft spielt in der Vorrundengruppe A – mit Spanien, Österreich und Serbien. Bei einer EM sind viele Vorrundengruppen wegen der Abwesenheit sogenannter „kleiner“ Handballnationen traditionell ohnehin stark besetzt, doch diese Gruppe A gehört schon zu einer der schwersten im Turnier.
Gegen Österreich spielte man in der Qualifikation noch unentschieden, Spanien und Serbien lieferten sich in der Qualifikation hochklassige Partien, von denen jeweils eine an Spanien und eine an Serbien ging. Man braucht nicht viel Fantasie, um sich vorzustellen. dass jedes Spiel in dieser Vorrundengruppe eng und umkämpft sein wird.
Dänemark, Frankreich, Portugal – die Hauptrunde wird wohl happig
Wenn die deutsche Mannschaft diese schwere Gruppe aber übersteht und die Punkte (oder Minuspunkte) gegen den Gegner, der aus Gruppe A ebenfalls die Hauptrunde erreicht, mitnimmt, könnten die Gegner in der Hauptrundengruppe I folgende sein: Gastgeber und Weltmeister Dänemark, das über die vergangenen Jahre den Welthandball dominiert, der WM-Vierte Portugal, gegen den Deutschland bei der vergangenen WM ausschied, der Titelverteidiger Frankreich und Mit-Gastgeber Norwegen.
Nun ist das DHB-Team seinerseits natürlich auch für all die genannten (potenziellen) hochkarätigen Gegner ein sehr unangenehmes Los und zweifelsohne ebenfalls ein „dicker Brocken“, den es aus dem Weg zu räumen gilt, doch aus deutscher Sicht ist der Turnierbaum definitiv kein Bonsai, sondern eher ein echter Mammutbaum.
Das Motto des Turniers ist aber, und das ist ja auch beruhigend, wie eigentlich immer: Will man den Titel, muss man eh jeden schlagen (oder seine Niederlage(n) gegen einen günstigen Gegner kassieren).