Die Wählerinnen und Wähler in der Landeshauptstadt werden zur Landtagswahl am 8. März in den vier Stuttgarter Wahlkreisen neun (Wahlkreise I und IV) oder zehn Bewerber auf ihrem Stimmzettel vorfinden. Der Kreiswahlausschuss hat am Freitag in öffentlicher Sitzung im Rathaus die Vorschläge der Parteien und Einzelbewerber geprüft. Dabei sind acht Bewerbungen zurückgewiesen worden, weil für diese jeweils die Mindestzahl von 150 Unterstützungsunterschriften nicht vorlag.

Die Zurückweisung trifft im Wahlkreis Stuttgart I einen Einzelbewerber, im Wahlkreis Stuttgart II Die Partei und die Werteunion, im Wahlkreis III die Freien Wähler und die Tierschutzpartei und im Wahlkreis IV Die Partei, Werteunion und Tierschutzpartei. In Wahlkreis I hatte zudem der Bewerber für das BSW seine Bewerbung zurückgenommen.

Zahl der Unterschriften nach Corona-Pandemie wieder erhöht

Die Zahl der Unterstützungsunterschriften war bei der Landtagswahl 2021 wegen der Corona-Pandemie, die die Unterschriftensammlung damals erschwerte, auf 75 reduziert worden, für die Wahl im März 2026 mussten aber wieder 150 Unterschriften gesammelt werden. Für die Bewerber der Freien Wähler und der Werteunion in den Wahlkreisen III und IV lagen gar keine Unterschriften vor.

Neben den fünf im Parlament vertretenen Parteien Grüne, CDU, AfD, SPD und FDP treten Linke und Volt in allen vier Stuttgarter Kreisen mit Bewerberinnen und Bewerbern an. Darüber hinaus sind Die Partei, Tierschutzpartei und das BSW in mehreren, die ÖDP, das Bündnis C (Christen für Deutschland) und Bündnis Deutschland in je einem Kreis vertreten.

Auch 16-Jährige dürfen diesmal bei der Landtagswahl wählen

Erstmals können bei der Wahl am 8. März zwei Stimmen abgegeben werden und auch 16-Jährige wählen, die seit mindestens drei Monaten in Baden-Württemberg ihren Hauptwohnsitz haben. Mit der ersten Stimme werden die Direktmandate für die 70 Wahlkreise in Baden-Württemberg vergeben, die zweite geht an die Landesliste einer Partei. Die erstplatzierten Direktkandidaten sind gesichert im Parlament, auch wenn der Anteil ihrer Partei an Zweitstimmen für die Gesamtzahl der Direktmandate zu gering sein sollte. Wer mindestens fünf Prozent der Zweitstimmen erhält, kann außerdem Parlamentssitze bekommen, auch wenn er keine Direktkandidaten durchbringt. Dann greift die Landesliste.

Am neuen Wahlverfahren gibt es Kritik, weil es je nach Wahlausgang möglich ist, dass dadurch der Landtag auf deutlich über 120 Parlamentssitze wachsen könnte. Zwei Volksbegehren der FDP gegen einen „XXL-Landtag“ und das einer Privatperson scheiterten am geforderten Quorum.

CDU liegt in Umfragen zur Landtagswahl 2026 klar vorn Bei der Landtagswahl 2026 haben die Baden-Württemberger erstmals zwei Stimmen. Foto: dpa/Uli Deck

In der jüngsten Umfrage zur Landtagswahl von Stuttgarter Zeitung und SWR von Infratest Dimap lag die CDU mit 29 Prozent deutlich vor der AfD mit 21 Prozent. Die Grünen kamen auf 20, die SPD auf zehn, Die Linke auf sieben, die FDP auf fünf und das BSW auf drei und sonstige Parteien zusammengenommen auf fünf Prozent. Klar ist, dass es für den Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann (Grüne) einen Nachfolger geben wird, denn der tritt nach 28 Jahren im Parlament und 15 Jahren als Regierungschef nicht mehr an.