Der Wasserpegel am Stadthafen in Schleswig

AUDIO: Nachrichten 11:00 Uhr – 09.01.2026 (4 Min)

Stand: 09.01.2026 19:19 Uhr

Sturmtief „Elli“ bringt neben Schnee auch reichlich Sturm mit. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie warnt vor einer möglichen Ostsee-Sturmflut. Wetterexperte Wache erwartet höhere Pegelstände als prognostiziert.

Das Sturmtief „Elli“ pustet Sturmböen übers Land. Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) warnt vor einer möglichen Sturmflut an der Ostseeküste. Aktuell werden laut Wetterexperte Sebastian Wache bereits Windstärken von 10 beispielsweise in Kiel am Leuchtturm oder auf der Hallig Hooge (Kreis Nordfriesland) und auf Helgoland (Kreis Pinneberg) gemessen. „Ich gehe davon aus, dass wir auch 11 sehen können“, so Wache. Neben Schneeverwehungen rechnet der Experte deshalb auch mit einer Sturmflut an der Ostseeküste.

In Flensburg läuft das Wasser über die Kaikante

In Flensburg steht Wasser auf den Straßen.

Hohe Wasserstände haben in Flensburg die Ostsee über die Kaikante auf die Straßen gedrückt.

In Flensburg steigt laut eines NDR Reporters der Pegelstand schneller als erwartet. Am frühen Abend sorgten die erhöhten Pegelstände bereits für nasse Füße: Weil die Ostsee über die Kaikante getreten ist, standen am Flensburger Hafen unter anderem die Straße Schiffbrücke unter Wasser. Der Ostwind drückt das Wasser in die Förde hinein. Den Prognosen zufolge werden in Flensburg die höchsten Stände am späten Abend erwartet. In der Nacht können in der Förde noch Pegelstände von 1,40 Meter über Normalhöhennull erreicht werden. Die Feuerwehr verteilt Sandsäcke.

Blick auf Hochwasser und Eis im Flensburger Hafen.

Am späten Freitagabend könnte das Wasser über die Kaikante steigen. Anwohner sollten sich ab Freitag Sandsäcke bei der Feuerwehr holen.

Wasser in Schleswig schon übers Ufer getreten

In Schleswig trat die Schlei bereits an der Promenade über die Ufer. Der Höhepunkt wird aber erst am Sonnabend in den frühen Morgenstunden erwartet. Bürgermeister Stephan Dose (SPD) stellt sich auf 1,30 Meter ein. Eine Turnhalle steht als Notunterkunft bereit.

Die Feuerwehr in Lübeck warnt vor einer bestehenden Hochwassergefahr mit stark steigender Tendenz für die Bereiche Innenstadt, Travemünde und Priwall. Laut Vorhersage soll der Pegel gegen 22 Uhr einen Höchststand von 1,20 Meter über Normalhöhennull erreichen. Im Laufe des Sonnabends ist mit 1,10 Meter über Normalhöhennull zu rechnen.

Sebastian Wache mit den Aussichten für Sturmtief Elli

NDR Schleswig-Holstein Wetterexperte Sebastian Wache mit der aktuellen Lage für Sturmtief „Elli“

Pegelstände: „Zehn bis 15 Zentimeter mehr als prognostiziert“

Das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie erwartet ab Freitagabend bis zum Sonnabendmorgen folgende Wasserstände (Stand: 13.21 Uhr):

  • Kieler Bucht: bis 1,40 Meter über Normalhöhennull
  • Lübeck Bucht: bis 1,20 Meter über Normalhöhennull
  • Flensburger Förde: bis 1,40 Meter über Normalhöhenull

An der Ostseeküste gibt es laut Sebastian Wache ein Hochwasser. Die Pegelstände steigen bereits deutlicher an, als die Prognosen es anzeigen. Er geht davon aus, dass es noch zehn bis 15 Zentimeter über die Prognosen hinaus geht. Der Wind drängt das Wasser an Land. Durch die kalten Temperaturen kann es im Hafenbereich glatt werden, so Wache weiter.

Hohe Pegelstände auch in Mecklenburg-Vorpommern

Auch für die Ostseeküste in Mecklenburg-Vorpommern werden bis Sonnabend erhöhte Wasserstände erwartet. In der Wismarer Bucht sollen diese bis Freitagabend bis zu 90 Zentimeter über Normalnull liegen. Am Sonnabend kann tagsüber der Stand auf bis zu 1,05 Meter über dem Referenzwert steigen.

Schnee in Westmecklenburg

Das Sturmtief „Elli“ sollte vor allem den Südwesten des Landes treffen. Hier finden Sie alle Meldungen des Livetickers.

Teil der Kiellinie wegen Glatteisgefahr gesperrt

Wellen schlagen an eine Kaimauer

Teile der Kiellinie sind aufgrund der Witterung aktuell gesperrt. Übertretenes Wasser könnte gefährliche Glatteisflächen bilden.

Aufgrund der zu erwartenden Hochwasserlage und der Glatteisfahr aufgrund frostiger Temperaturen ist seit dem Mittag der nördliche Teil der Kiellinie gesperrt, teilte die Stadt mit. Betroffen ist der Abschnitt der Kiellinie zwischen Lindenallee und Koesterallee. Die Sperrung soll nach aktuellen Stand bis mindestens Sonnabendmittag bestehen. Eine Freigabe erfolge erst, wenn das Befahren und Begehen gefahrlos wieder möglich ist.

Eine Schneefräse der Deutschen Bahn ist auf dem Streckenabschnitt zwischen Eckernförde und Rieseby Süd unterwegs

Das Sturmtief zieht langsam aus Schleswig-Holstein ab. Auch am Sonnabend ist jedoch mit Sturmböen und Schneeschauern zu rechnen.

In Flensburg steht Wasser auf den Straßen.

Sturmtief „Elli“ bläst über das nördlichste Bundesland – im Liveticker berichten wir über die Auswirkungen auf SH.

Ein Verkehrsschild "Achtung, Schule!" bei Schneefall.

Wegen Sturmtief „Elli“ fand am Freitag vielerorts kein Unterricht statt. Am Montag soll laut Bildungsministerium der Unterricht wieder stattfinden.

Wellen schlagen gegen die Seebrücke in Haffkrug.

Wie ist die Lage durch Sturmtief „Elli“ in Schleswig-Holstein? Unsere Reporter haben uns heute auf dem Laufenden gehalten.

Ein Zug der Nordbahn steht an einem Gleis des Bahnhofs in Heide.

Zugefrorene Gleise, glatte Straßen und kräftige Windböen: Der angekündigte Schneesturm „Elli“ wirkt sich auf Züge, Busse und Fähren aus.