Bundesverdienstkreuz am Bande für Edeltraud Müller

Ich habe sie als Ordensschwester kennen gelernt.
Mit einer Krankenschwester Ausbildung, hat sie in Krankenhäusern bei schwer Erkrankten Patienten, Nachtwache am Bett gehalten. Da die Intensivstationen früher noch nicht so gut ausgerüstet waren, musste es so gemacht werden. Dabei gab es für die Kranken auch jederzeit, tröstende und aufmunternde Worte.

Nachdem sie ihren Orden verlassen hatte, übernahm sie die Leitung des alten und Pflegeheims Lambertus in Essen Rellinghausen. Dort führte sie als erstes Heim ein, das die Bewohner ihre Haustiere mitbringen konnten.

In den schwersten Stunden Sterbebegleitung

Bei mehr als 500 Personen, war sie am Sterbebett, bis zum Ende, damit diese auf ihrem letzten Weg nicht alleine waren.


Nach der Rente kommt der Wünsche Wagen

Nach ihrem aktiven Dienst als Heimleitung, trat sie dem Projekt Wünschewagen, von Ralph Steiner bei. Dort ist sie immer noch sehr aktiv und leistet in ihrem Alter auch selber, bis heute über 100 Fahrten mit totkranken. Sie erhielt bereits, den Ehrentaler der Stadt Essen, vom OB Thomas Kufen.

Artikel dazu im Lokalkompass:
Ein letzter Wunsch: 10 Jahre Letzte Wünsche Wagen – Essen-Süd 

Im Mai 2024 wurde das Projekt auf Zollverein, in einem Festakt, von unserer damaligen Bundestagspräsidentin Bärbel Bas geehrt.

Der Wünschewagen, ist eine Herzensangelegenheit, von Frau Müller.
Es reicht ihr aber nicht. So unterstützt sie auch immer noch das Alten und Pflegeheim Ludgeri in Essen Werden, im Beirat und übernimmt Betreuungen sowie den Pfortendienst.
Alles noch Ehrenamtlich. Eine Person, voller Energie, für die Allgemeinheit.

Sogar Armin Laschet, konnte sie vor dem Landtag in Düsseldorf, zu einer Spende für den Wünschewagen animieren, da er den Teddy des Projektes gerne wollte.

Verleihung des Bundesverdienstkreuzes

Edeltraud Müller wurde nun am 28. November 2025 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Die feierliche Verleihung erfolgte durch den Oberbürgermeister der Stadt Essen, Thomas Kufen, der damit das langjährige und außergewöhnliche ehrenamtliche Engagement Müllers würdigte. Im Mittelpunkt der Ehrung stand natürlich auch ihr unermüdlicher Einsatz für den „Wünschewagen“.

Auszug aus der Laudatio:

Edeltraud Müller blickt auf ein Leben zurück, das in besonderem Maße von sozialer Verantwortung und Mitmenschlichkeit geprägt ist. Nach ihrem beruflichen Werdegang, in dem sie sich stets durch Zuverlässigkeit und Verantwortungsbewusstsein auszeichnete, engagierte sie sich frühzeitig ehrenamtlich. Der Einsatz für andere Menschen wurde für sie zu einer Lebensaufgabe, die sie auch über das Berufsleben hinaus konsequent weiterverfolgte.

Besondere Bedeutung gewann dabei ihr Engagement für den Wünschewagen, ein Projekt des Arbeiter-Samariter-Bundes. Der Wünschewagen erfüllt schwerstkranken Menschen in ihrer letzten Lebensphase einen Herzenswunsch! Sei es ein Besuch am Meer, ein letztes Konzert oder das Wiedersehen mit vertrauten Orten und Menschen, oder einfach noch einmal mit der Familie Weihnachten feiern. Edeltraud Müller unterstützte dieses Projekt über viele Jahre hinweg mit großem persönlichem Einsatz. Sie war sowohl organisatorisch als auch menschlich eine tragende Säule, begleitete Fahrten, unterstützte Angehörige und setzte sich für die Weiterentwicklung und Bekanntmachung des Projekts ein.

Durch ihre ruhige, empathische Art und ihre Verlässlichkeit gewann sie das Vertrauen von Betroffenen, Familien und ehrenamtlichen Mitstreiterinnen und Mitstreitern gleichermaßen. Ihr Engagement ging dabei weit über das Erwartbare hinaus und war stets von dem Wunsch getragen, Menschen in schwierigen Lebenssituationen Würde, Nähe und Hoffnung zu schenken.

Oberbürgermeister Thomas Kufen hob in seiner auch Laudatio hervor, dass Edeltraud Müller mit ihrem Wirken ein Beispiel für gelebte Solidarität und gesellschaftlichen Zusammenhalt sei. Mit dem Bundesverdienstkreuz werde nicht nur ihr persönlicher Einsatz gewürdigt, sondern auch die Bedeutung des Ehrenamts insgesamt hervorgehoben.

Die Auszeichnung stellt einen weiteren Höhepunkt in einem Leben dar, das von Mitgefühl, Tatkraft und dem festen Willen geprägt ist, für andere da zu sein. Edeltraud Müller hat mit ihrem Einsatz bleibende Spuren hinterlassen. Bei den Menschen, deren Wünsche erfüllt wurden, und in der Gemeinschaft, die sie über viele Jahre mitgestaltet hat.

Zu der Urkunde und dem Bundesverdienstkreuzes, gehört noch eine Anstecknadel. Dazu gibt es dann natürlich noch einen Tragehinweis.

So kann man jemanden Vorschlagen

Sollte noch jemand eine Person kennen, bei der man der Meinung ist, die hätte das Bundesverdienstkreuz verdient, der kann einen Vorschlag online einreichen. Man muss auch nicht so viele Angaben machen. Vorschlagen geht schnell, aber die Prüfung dauert dann doch schon zwei Jahre.