Bad Wörishofen (Bayern) – Das deutsche Familienunternehmen ist in Europa Marktführer für Wildfleisch. Es beliefert Supermärkte und besteht schon seit mehr als 50 Jahren. Jetzt ist die Firma aus Bayern pleite.

Der Wild-Spezialist Josef Maier GmbH & Co. KG hatte beim zuständigen Amtsgericht Memmingen in Bayern einen Antrag auf ein Insolvenzverfahren gestellt. Das Gericht hat am 29. Dezember 2025 die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet.

Jetzt kämpft das Unternehmen ums Überleben.

Das sagt der Insolvenzverwalter

Insolvenzverwalter Alexander Hubl (53) von der Kanzlei SGP Schneider Geiwitz zu BILD: „Der Betrieb wird derzeit fortgeführt. Mein Team und ich sowie die Geschäftsführung suchen Investoren. Einige haben sich schon gemeldet. Es gibt erste Verhandlungen.“

Rehrücken gilt als Delikatesse

Rehrücken gilt als Delikatesse

Foto: Jens Kalaene/dpa-Zentralbild/dpa

Wurst und Tiefkühlware für Supermärkte

Die 190 Mitarbeiter des Unternehmens aus Bad Wörishofen stellen täglich Rehrücken, Hirschbraten oder Wildschwein-Bratwurst her. Sie produzieren auch Tiefkühlware. Der Fleisch-Großhändler verarbeitet nach eigenen Angaben jährlich 5800 Tonnen. Das Fleisch wird ins Ausland, an Gastronomie-Großhändler und an Supermärkte geliefert. Im Internet sind etwa Rehbraten oder Wildschweingulasch bei Rewe zu finden.

In Lkws wird die Ware des Großhändlers abgeholt und ausgeliefert. Jetzt ist er pleite

In Lkws wird die Ware des Großhändlers abgeholt und ausgeliefert. Jetzt ist er pleite

Foto: Josef Maier GmbH

So kam es zu der Insolvenz

Viele Jahre liefen die Geschäfte bei dem 1973 gegründeten Familienunternehmen gut. Eine weitere Niederlassung wurde errichtet. Doch dann wurden rote Zahlen geschrieben. Laut „Lebensmittel Zeitung“ gab es 2024 ein Minus von 2,4 Millionen Euro. Die Banken stoppten offenbar Kredite. Der Grund der Insolvenz laut Unternehmen: eine angespannte Liquiditätssituation. Konsumzurückhaltung führte demnach zu einem Umsatzrückgang.

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Viele Fleischverarbeiter gerieten in den vergangenen Monaten in Schieflagen. Darunter die Traditionsfleischerei Kempe in Sachsen. Die Fleischerei-Kette schließt alle Filialen. Gerade hochwertiges Fleisch können sich nicht mehr alle Menschen leisten. Auch die Firma Dehning in Niedersachsen ist betroffen. Die Fleischerei musste Insolvenz anmelden.

Nach 64 Jahren ging in Niedersachsen eine Fleischfabrik mit 379 Mitarbeitern pleite. Viele Menschen halten sich mit Fleischkonsum auch aus gesundheitlichen Gründen zurück oder um das Klima zu schonen.

Gerade Wildfleisch gilt allerdings als unproblematisch, da es in der Regel nicht aus Massentierhaltung stammt. Von der schwierigen wirtschaftlichen Lage bleibt es dennoch nicht verschont.