Ein Zug steht am Bahnhof Bordesholm.

AUDIO: Nachrichten 20:00 Uhr – 09.01.2026 (4 Min)

Stand: 09.01.2026 22:03 Uhr

Das Sturmtief „Elli“ wirbelt die Fahrpläne in den Städten und Kommunen in Schleswig-Holstein durcheinander. NAH.SH rät – wenn möglich – auf Fahrten mit dem ÖPNV zu verzichten.

Voraussichtlich bis Sonntag kann es im Öffentlichen Nahverkehr wetterbedingt zu Ausfällen, Verspätungen und Einschränkungen kommen. Wer trotzdem nicht auf Fahrten verzichten kann, sollte sich vor Fahrtantritt beim jeweiligen Verkehrsunternehmen informieren, rät NAH.SH.

Die Übersicht:

Einschränkungen der Deutschen Bahn

  • RE6 Westerland (Sylt) – Hamburg-Altona: Es kann zu Verspätungen und einzelnen Zugausfällen kommen. Die Züge fahren stündlich, einige mit verringerter Waggonanzahl.
  • Die Züge der Linie RE7 verkehren zwischen Hamburg Hbf und Neumünster mit verringerter Wagenanzahl. Am Freitag fahren Züge der Linie RE7 aus Richtung Kiel/ Flensburg in Richtung Hamburg bis Betriebsschluss lediglich bis Neumünster. Die Halte zwischen Neumünster und Hamburg Hbf entfallen. Züge der Linie RE70 entfallen komplett. Reisende aus Hamburg in Richtung Flensburg fahren im Zugteil in Richtung Kiel und steigen in Neumünster in den Zugteil Richtung Flensburg um.
  • RE8, RE80 und RE8X Lübeck – Hamburg: Der Zugverkehr auf der Strecke ist laut Bahn bis Betriebsschluss am Freitag eingestellt. Beeinträchtigungen ab dem 10. Januar sind derzeit nicht absehbar.
  • Die Züge der Linie RE8X entfallen ab Freitag.
  • RB81 Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) – Hamburg: Aufgrund der Witterungsverhältnisse ist die Strecke bis Betriebsschluss eingestellt.

Ausfall des Fernverkehrs – Zugbindung ist aufgehoben

Nachdem die Bahn am Freitag den gesamten Fernverkehr im Norden aufgrund der Wetterlage eingestellt hatte, soll der Betrieb ab Sonnabendmorgen schrittweise wieder aufgenommen werden. Dennoch ist mit Einschränkungen und Zugausfällen zu rechnen. Reisende werden gebeten, vor Fahrtantritt die Verbindungen online im DB Navigator zu prüfen. Aktuelle Verkehrsmeldungen gibt es ebenfalls auf der Webseite der Bahn. Weitere kurzfristige Einschränkungen sind auf der Seite der Bahn nachzulesen. Ein Ersatzverkehr ist aufgrund der Verhältnisse im Straßenverkehr nicht möglich.

Alle Fahrgäste, die bis einschließlich 7. Januar ein Ticket für eine Reise im Zeitraum vom 8. bis 10. Januar gekauft haben und die Fahrt aufgrund der Winterwitterung verschieben möchten, können ihr Ticket nach Angaben der Deutschen Bahn zu einem späteren Zeitpunkt nutzen. Außerdem ist die Zugbindung aufgehoben.

Nordbahn-Betrieb größtenteils eingestellt

Die Nordbahn hatte am Freitag ihren Betrieb größtenteils eingestellt. Am Sonnabend will die Eisenbahngesellschaft zunächst alle Strecken prüfen, bevor der Betrieb wieder aufgenommen wird. Von diesen Maßnahmen betroffen sind die Strecken zwischen Hamburg und Wrist/Itzehoe (Kreis Steinburg), von Bad Oldesloe (Kreis Stormarn) und Neumünster und Heide bis Büsum (Kreis Dithmarschen), von Flensburg über Eckernförde nach Kiel sowie von Kiel über Rendsburg und Husum nach Bad St. Peter-Ording (Kreis Nordfriesland). Am Freitag war der Zugverkehr auf einigen dieser Strecken nach Sondierungsarbeiten möglich gewesen.

„Im Fokus aller Entscheidungen steht die Sicherheit unserer Fahrgäste. Wenn ein Zug auf freier Strecke steckenbleiben sollte, kann eine Evakuierung sehr problematisch werden, weil Straßen und Zufahrtswege genauso stark von den Witterungsverhältnissen betroffen sind. Ein Wagnis, das wir nicht eingehen werden“, teilte Nordbahn-Geschäftsführer Karsten Steinhoff am Freitag mit. Ein Ersatzverkehr mit Bussen werde je nach Witterungslage auf den Straßen eingerichtet.

Einschränkungen bei Erixx Holstein

Erixx Holstein hatte bereits einige Einschränkungen für Donnerstag und Freitag angekündigt. Bei anhaltender Witterung gelten diese auch am Wochenende. Die Linien RE83, RB84 und RB76 zwischen Kiel und Lübeck fuhren am Freitagabend laut Erixx „relativ stabil“. Einige Züge verzeichneten aufgrund des Wetters jedoch Verspätungen „im geringen bis mittleren Bereich“.

Auf der Linie RE83 und RB84 zwischen Lübeck und Eutin (Kreis Ostholstein) kollidierte am Freitagabend ein Zug mit einem umgestürzten Baum. Die Strecke wurde infolge dessen gesperrt. Ein Ersatzverkehr wurde eingerichtet. Der Erixx (RE83 und RB84) zwischen Kiel und Eutin fährt weiter regulär. Die Linie RE83 zwischen Lüneburg und Lauenburg (Elbe) ist wegen eines defekten Stellwerks bis voraussichtlich April 2026 gesperrt. Ein Ersatzverkehr mit Bussen ist eingerichtet.

Kurzfristige Änderung seien möglich, teilte Erixx mit. Der Anbieter bittet Zugreisende deshalb, sich vor Fahrtantritt über die Reiseverbindung zu informieren.

Betrieb bei Autokraft in mehreren Kreisen eingestellt

Bei Autokraft kam es wegen des Wetters teilweise zu Einschränkungen im Busverkehr. Am Freitag fuhren in den Kreisen Dithmarschen, Steinburg, Nordfriesland, Stormarn, und Herzogtum Lauenburg keine Autokraft-Busse. Ob sie am Sonnabend wieder fahren, war am Freitagabend noch unklar. Im Kreis Segeberg fuhren am Freitag ebenfalls keine Busse, der Betrieb soll am Sonnabend aber wieder aufgenommen werden. Im Kreis Schleswig-Flensburg wurde der Betrieb am Freitag bis auf den Stadtverkehr Schleswig stückweise eingestellt. Im Kreis Ostholstein fuhren die Autokraft-Busse wie gewohnt, ebenso im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Fährverbindungen zu den Halligen und Inseln

Am Freitag und Sonnabend werden nach Angaben der Wyker Dampfschiffs-Reederei alle Verbindungen von und zu den Halligen ausfallen. Außerdem wurden für den Freitagvormittag bis kurz nach 12 Uhr alle Verbindungen zwischen den Inseln und Dagebüll gestrichen. Am Freitagmittag gab es dafür zusätzliche Verbindungen. Betroffene sollen von den ausgefallenen Verbindungen selbstständig auf freie Kapazitäten umbuchen.

Die Fahrten ab Cuxhaven nach Helgoland und zurück entfielen am Freitag vollständig.

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