Erinnerungskultur: Kostenlose Führungen durch die Halle 116
Der Erinnerungs- und Lernort „Halle 116“ in Augsburg bietet am Sonntag, 11. Januar, und am Sonntag, 25. Januar 2026 jeweils um 11.30 Uhr kostenlose Führungen durch seine Dauerausstellung an.
Flyercover – Quelle: Stadt Augsburg
Eine Anmeldung ist nicht erforderlich; Treffpunkt ist die Halle 116 in der Karl-Nolan-Straße 2 bis 4. Regulär ist der Lernort mittwochs von 10 bis 15 Uhr sowie samstags und sonntags von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Für Schulklassen und Gruppen ab zehn Personen können gesonderte Führungen auch außerhalb dieser Zeiten vereinbart werden. Die Ausstellung ist barrierefrei gestaltet und in mehreren Sprach- und Vermittlungsformen zugänglich.
Anfragen und weitere Informationen sind per E-Mail an halle116@augsburg.de oder telefonisch bei der Fachstelle für Erinnerungskultur der Stadt Augsburg unter (0821) 324-3213 möglich. Weitere Hinweise finden sich unter halle116.de.
Die Geschichte der Halle 116
Die Halle 116 in Pfersee wurde zwischen 1935 und 1937 als Teil einer Luftnachrichten-Kaserne der Wehrmacht errichtet und zunächst als Fahrzeuggarage genutzt. 1944 wandelten die Nationalsozialisten das Gebäude in ein Außenlager des KZ Dachau um. Bis zu zweitausend Häftlinge waren dort gleichzeitig unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert und wurden zur Zwangsarbeit, vor allem bei der Messerschmitt AG, gezwungen.
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nutzten die amerikanischen Besatzer die Anlage weiter, ehe sie 1998 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben fiel. Anfang 2020 erwarb die Stadt Augsburg das Gebäude, um dort in Zusammenarbeit mit einer zivilgesellschaftlichen Arbeitsgruppe einen Erinnerungs- und Lernort einzurichten.
Die Ausstellung widmet sich der Augsburger Zeitgeschichte im 20. Jahrhundert. Sie beleuchtet den Aufstieg des Nationalsozialismus, die Militarisierung der Stadt und Augsburgs Rolle als bedeutendes Rüstungszentrum ebenso wie die Verfolgung und Ausbeutung von Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeitern sowie die KZ-Außenlager im Stadtgebiet.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Nachkriegszeit und der amerikanischen Besatzung, die Augsburg nachhaltig prägte. Ein Epilog zur „Friedensstadt Augsburg“ lädt dazu ein, Themen wie Widerstand, Propaganda und Demokratie an interaktiven Stationen zu vertiefen.
Artikel vom
10.01.2026
| Autor: Bruno Stubenrauch
Rubrik: Ausstellung, Erinnerungsarbeit, Veranstaltungshinweise
