Dass Regeln eingehalten werden, sollte eigentlich selbstverständlich sein. Ist es aber leider nicht. Deshalb gibt es den Ordnungsdienst, der Ordnungswidrigkeiten ermittelt, die Einhaltung einer Vielzahl von Gesetzen kontrolliert, Verwarnungen ausspricht und Verwarnungsgelder erhebt. Sicherheit und Sauberkeit gibt es nicht umsonst. Es ist gut, dass der Ordnungsdienst aufgestockt wird, obwohl der Senat beschlossen hatte, den Personalaufwuchs im öffentlichen Dienst abzubremsen. Doch die Aufstockung um vier zusätzliche Kräfte auf dann 84,24 Vollzeitstellen für die gesamte Stadt ist zu wenig.

Der Ordnungsdienst kann nicht überall sein, weil es an Kräften fehlt. Das ist in den Stadtteilen täglich sichtbar. Regelmäßig falsch parkende Autos, wilde Müllkippen und freilaufende Hunde, deren Besitzer sich nicht an die Leinenpflicht halten, sind nur einige Beispiele, die das zeigen. Auch das Sicherheitsgefühl der Bremerinnen und Bremer sollte es der Landesregierung wert sein, mehr Geld in die Hand zu nehmen – damit sie Ansprechpartner haben, die präsent sind, wenn es um die Einhaltung von Regeln geht. Vier zusätzliche Stellen sind gut, aber nicht ausreichend. Bei insgesamt 23 Bremer Stadtteilen werden sie in Bremen-Nord kaum spürbar sein.

Investiert werden sollte außerdem in die Ausbildung und in die Attraktivität der Jobs. Wer in der Lage ist, ein breites Aufgabenfeld abzudecken, kann auch flexibler eingesetzt werden. Und wenn ein Job gut bezahlt wird, dann wird es auch leichter, Stellen zu besetzen. Das geplante Pilotprojekt, bei dem Mitarbeiter geschult werden, damit sie künftig in allen Bereichen arbeiten können, ist ein guter erster Schritt. Doch künftig sollten alle Kräfte so ausgebildet werden, dass sie gleichermaßen und zusammen mit der Polizei, der Bremer Stadtreinigung, der Gewerbeaufsicht und weiteren Akteuren für die Sicherheit und Ordnung im öffentlichen Raum sorgen können. Bei guter und einheitlicher Bezahlung dürfte es dann auch weniger schwerfallen, neue Leute zu finden.

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