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Solange Hunde in Bewegung bleiben, können sie in der Regel auch bei Minusgraden problemlos nach draußen gehen. © Benjamin Nolte/dpa
Kälte gefährdet Tiere auf vielfältige Weise. Streusalz und Schnee führen zu Schmerzen. Der Tierschutzverein rät zu vorbeugender Pflege.
Eisige Temperaturen, Schnee und Streusalz können Haustieren derzeit erheblich zusetzen. Darauf weist der Bremer Tierschutzverein hin und appelliert an Tierhalterinnen und Tierhalter, ihre Tiere im Winter besonders aufmerksam zu schützen und gewohnte Routinen an die Witterung anzupassen.
Hunde brauchen auch in der kalten Jahreszeit ausreichend Bewegung, doch Kälte, Nässe und vor allem Streusalz bergen Gesundheitsrisiken. Spaziergänge sollten nach Angaben des Vereins möglichst nicht über stark gestreute Wege führen. Lasse sich das nicht vermeiden, sei eine gründliche Pfotenreinigung nach jedem Gassigang unerlässlich. Streusalz könne schmerzhafte Risse und Entzündungen an den Ballen verursachen und beim Ablecken zu Magen-Darm-Problemen führen. Bei bereits rissigen oder trockenen Pfoten empfiehlt der Tierschutzverein den Einsatz geeigneter Pfotencremes zum Schutz der Hautbarriere. Besonders gefährdet seien Hunde ohne Unterfell sowie alte oder kranke Tiere – sie sollten bei frostigen Temperaturen zusätzlich durch einen wärmenden Mantel geschützt werden.
Schneekonsum ist gefährlich
Ein oft unterschätztes Risiko ist laut Bremer Tierschutzverein das Schneefressen. Viele Hunde nähmen beim Spielen oder Schnüffeln größere Mengen Schnee auf. Die Folge könnten Bauchschmerzen, Durchfall und eine sogenannte Schneegastritis sein. Verantwortlich seien nicht nur die niedrigen Temperaturen, sondern auch Verunreinigungen wie Streusalz, Splitt oder Frostschutzmittel im Schnee. Tierhalter sollten ihre Hunde daher bewusst vom Schneefressen abhalten.
Freigänger-Katzen kommen mit winterlicher Kälte grundsätzlich zurecht, sofern sie jederzeit Zugang zu einem warmen, trockenen Rückzugsort haben. Gerade bei Dauerfrost sollten Katzenklappen eisfrei gehalten und zusätzliche geschützte Schlafplätze angeboten werden, wie der Verein mitteilt. Alte, kranke oder sehr junge Katzen reagierten empfindlicher auf Kälte und sollten möglichst im Haus bleiben. Zudem steigt im Winter der Energiebedarf: Eine leicht erhöhte Futtermenge könne helfen, den Wärmehaushalt stabil zu halten.
Schutzhäuser müssen isoliert sein
Für Kleintiere wie Kaninchen und Meerschweinchen ist eine Außenhaltung im Winter nur unter klaren Voraussetzungen tierschutzgerecht. Die Tiere benötigten gut isolierte, zugluftfreie Schutzhäuser, reichlich Stroh oder Heu als Wärmedämmung sowie jederzeit frostfreies Trinkwasser. Nicht an Kälte gewöhnte Tiere dürften im Winter keinesfalls nach draußen gesetzt werden, betont der Bremer Tierschutzverein. Kleintiere in Innenhaltung müssten zudem konsequent vor Zugluft geschützt werden.
Abschließend weist der Bremer Tierschutzverein darauf hin, dass der Einsatz von Streusalz für Privatpersonen verboten ist. Salz schädige Pfoten, Böden und Pflanzen und beeinträchtige letztlich auch die Gesundheit von Tieren. Als tier- und umweltfreundlichere Alternativen empfiehlt der Verein Sand oder entsprechend zertifizierte Streumittel aus dem Handel.