Kurzfassung des Artikels:
- Am Flughafen Münster/Osnabrück nutzten 2025 rund 1,25 Millionen Passagiere den Airport. Das sind trotz Wegfall der Frankfurt-Anbindung nur zwei Prozent weniger als im Vorjahr.
- Die Rekordauslastung von 83 Prozent und neue Strecken nach London und Málaga trugen zur positiven Entwicklung in Greven bei.
- Für 2026 sind mit LEAV Aviation weitere touristische Ziele wie Fuerteventura und Rhodos geplant, während die Verbindung nach München weiterhin zentrale Bedeutung hat.
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Der Flughafen Münster/Osnabrück hat sich im vergangenen Jahr als robuster Regionalflughafen behauptet. 1,25 Millionen Passagiere nutzten den Grevener Airport – lediglich zwei Prozent weniger als im starken Vorjahr (mit 1,29 Millionen Passagieren). Dieses Ergebnis wiegt umso schwerer, da seit Ende Oktober 2024 die Lufthansa-Verbindung zum internationalen Drehkreuz Frankfurt am Main weggebrochen ist.
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Frankfurt gestrichen, aber kaum Rückgang
Trotz des Wegfalls der Frankfurt-Strecke fiel der Rückgang am FMO moderat aus. Ein Grund dafür: Viele Geschäftsreisende nutzten verstärkt die München-Verbindung als letztes verbliebenes internationales Drehkreuz, um interkontinentale Ziele zu erreichen. Im Vergleich zum letzten Vor-Corona-Jahr 2019 liegt das Passagieraufkommen sogar 26 Prozent höher. Damit entwickelt sich der Flughafen deutlich besser als der deutsche Luftverkehr insgesamt, der nach FMO-Angaben weiterhin rund 13 Prozent unter dem Vorkrisenniveau liegt.
Knapp 400.000 Passagiere flogen nach Antalya
Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die Rekordauslastung der Flüge. Mit durchschnittlich 83 Prozent erreichte der FMO im Jahr 2025 eigenen Angaben zufolge den höchsten Wert seiner Geschichte. Die Konzentration auf etablierte, besonders nachfragestarke Strecken mit hoher Frequenz zahlt sich damit aus. Zu den beliebtesten Zielen zählten erneut Antalya mit 398.000 Passagieren, Palma de Mallorca (339.000) sowie München (233.000).
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London als neues internationales Fenster
Auch neu eingeführte Verbindungen entwickelten sich erfolgreich. Besonders die London-Verbindung setzte ein deutliches Zeichen. Seit Ende März 2025 fliegt Ryanair die britische Hauptstadt dreimal wöchentlich an. Zielflughafen ist der London Stansted Airport, die größte Basis der Airline. Ähnlich positiv fiel die Bilanz der neuen Málaga-Verbindung aus, die sich rasch als stark nachgefragtes Ziel etablierte.
Krisenfest durch ausgewogene Airline-Struktur
Für zusätzliche Stabilität sorgt die ausgewogene Airline-Struktur. SunExpress, Lufthansa und Ryanair vereinen jeweils rund 20 Prozent des Passagieraufkommens auf sich. Diese Verteilung macht den Standort weniger abhängig von einzelnen Gesellschaften und erhöht seine Krisenfestigkeit – ein entscheidender Faktor in einem von starken Schwankungen geprägten Marktumfeld.
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Ausblick 2026: Touristik wächst weiter
Der FMO richtet den Blick bereits auf 2026 und sieht sich gut aufgestellt. Mit LEAV Aviation konnte eine touristische Airline mit stationiertem Flugzeug am Standort gewonnen werden. LEAV wird im Sommer die neuen Ziele Fuerteventura und Rhodos sowie die griechische Insel Kreta anfliegen und damit das touristische Profil am FMO weiter ausbauen.
München bleibt das Tor zur Welt
Von zentraler Bedeutung bleibt die Entscheidung der Lufthansa, die Verbindung nach München fortzuführen. Der Flugplan wurde so angepasst, dass Reisende attraktive Umsteigezeiten für Interkontinentalverbindungen nach Nord- und Südamerika sowie Asien erhalten. Der neue FMO-Chef Andrés Heinemann betont jedoch: „Damit dieses Angebot langfristig Bestand hat, ist eine intensive Nutzung durch Unternehmen und Reisende aus der Region entscheidend.“
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Vom Höchststand zur nachhaltigen Rückkehr
Das fluggastreichste Jahr der FMO-Geschichte bleibt das Jahr 2000 mit rund 1,8 Millionen Passagieren – damals stark geprägt durch Air Berlin. Die spätere Insolvenz der Airline leitete einen tiefgreifenden Einschnitt ein. Ab 2008 gingen die Passagierzahlen zurück, ab 2011 dann deutlich: von knapp 1,3 Millionen Reisenden auf nur noch rund eine Million im Jahr 2012. In den Folgejahren wurde die Millionenmarke lange nicht mehr erreicht.
Trendwende unter Rainer Schwarz
Erst mit dem Amtsantritt von Rainer Schwarz Anfang 2017 setzte eine nachhaltige Trendwende ein. Bereits 2018 überschritt der Flughafen wieder die Marke von einer Million Passagieren. Die 1,29 Millionen Reisenden im Jahr 2024 markierten schließlich den höchsten Wert seit 2011 – und den erfolgreichen Abschluss eines langfristigen Comebacks nach Jahren des strukturellen Rückgangs.
Fluggastzahlen bestätigen die Entwicklung
Das Jahr 2025 bestätigt die gute Entwicklung der vergangenen Jahre und steht für Stabilität auf hohem Niveau. Dass der FMO trotz Wegfalls der Frankfurt-Anbindung nahezu an das hohe Niveau von 2024 anknüpfen konnte, unterstreicht die Tragfähigkeit der strategischen Neuausrichtung.
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