Der Bund Naturschutz fordert zwei Monate vor der Kommunalwahl von den Augsburger Parteien, sich eindeutig zu positionieren, was die Zukunft des Parks an der Uniklinik betrifft. Wie berichtet ist vorgesehen, den geplanten Neubau der Uniklinik westlich des Bestands-Komplexes auf Ackerflächen und dem Parkgelände zu errichten. Dafür müsste der Patientengarten mit seinen rund 40 Jahre alten Bäumen gerodet werden. Das Bebauungsplan-Verfahren, das die Überlegungen des Freistaats in Baurecht überführen würde, soll wohl im Frühjahr starten. Zuletzt war davon die Rede, dass der Stadtrat im Februar, also noch vor der Wahl, den Aufstellungsbeschluss fassen soll. Ursprünglich war ein Start des Verfahrens noch im vergangenen Jahr angepeilt worden.
Wie Ludwig Fink, Vorsitzender der Stadtberger Ortsgruppe des Bund Naturschutz und früherer Stadtberger Bürgermeister, sagt, sollten die Parteien Farbe bekennen, wie sie zur Thematik stehen. Neben der westlichen Variante wurde auch die Möglichkeit geprüft, im Osten auf dem Areal der früheren Kinderklinik entlang der Neusässer Straße neu zu bauen. Dafür gäbe es unter anderem städtebauliche Gründe, allerdings führt der Freistaat ins Feld, dass man dort länger brauchen werde und das neue Intensivzentrum im Westen, das aktuell gebaut wird, nicht mehr nutzbar wäre.
Bund Naturschutz geht von 40.000 Lkw-Ladungen Erdreich aus
Die Fraktionen aus dem Augsburger, Neusässer und Stadtberger Stadtrat bekamen vor wenigen Tagen einen Fragenkatalog zugeschickt, dessen Antworten der Bund Naturschutz veröffentlichen will. Abgefragt wird dort unter anderem, ob die Parteien die Erwartung haben, dass ein Bebauungsplanverfahren tatsächlich ergebnisoffen die Varianten gegeneinander abwägt, ob sie vom Freistaat konkrete Zeitpläne für beide Varianten vorgelegt bekommen haben und wie sie dazu stehen, dass mit einem Neubau im Westen die Ortsränder von Augsburg und Westheim miteinander verschmelzen würden. Da der Park mit dem Aushub des Bestandsgebäudes modelliert wurde, wären rund 40.000 Lkw-Ladungen Erdreich abzutransportieren, heißt es von den Naturschützern, versehen mit der Frage, ob das den Stadträten bekannt sei.
Bei Diskussionen im Augsburger Stadtrat wurde bisher mehrheitlich immer Rückenwind für einen Neubau im Westen des Krankenhauses signalisiert. Dies betrifft auch die Grünen, die aber die Wichtigkeit von Ausgleichsflächen betonen. Der Widerstand gegen die Bebauung im Westen geht vor allem vom Bund Naturschutz in Stadtbergen und Neusäß aus.
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Stefan Krog
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