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Derby-Reibereien: Löwe Matthew Wedman (Mitte) rauft mit dem Mannheimer Zachary Solow. © Patrick Scheiber/Patrick Scheiber/Jan Huebner
Die Frankfurter Löwen verlieren das Derby gegen Mannheim klar.
Diesmal war der Stecker früh gezogen. Zuletzt hatten die Frankfurter Löwen ja des Öfteren ihren Lieblingsrivalen überrascht und gute Erinnerungen aus diesen Nachbarschaftstreffen geschaffen, insbesondere das stimmungsvolle Wintermärchen vor gut einem Jahr unter freiem Waldstadionhimmel, das berauschende 5:1 gegen die Adler Mannheim. Das bleibt im kollektiven Löwen-Gedächtnis haften, die Derby-Auflage vom Januar 2026 wohl eher weniger. Am Freitagabend jedenfalls hatten die Gäste aus Mannheim in der mit 6990 Zuschauern ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg eindeutig das bessere Ende für sich. Sie gewannen mit 6:2 (2:0, 2:1, 2:1) – und die Löwen sitzen mit der dritten Niederlage in Folge immer mehr auf dem vorletzten Tabellenplatz der Deutschen Eishockey Liga fest, immerhin mit weiterhin 13 Zählern Vorsprung auf den einzigen Abstiegsrang.
„Wenn wir weniger Fehler machen, haben wir auch eine Chance, das Spiel zu gewinnen. Heute haben wir mehr gemacht, das waren teilweise Geschenke“, haderte Löwen-Stürmer Daniel Pfaffengut bei Magenta-Sport. „Mannheim hat auch zum richtigen Zeitpunkt die Tore geschossen. Nach dem fünften waren die Hoffnungen raus.“
Das schoss Matthias Plachta in der 54. Minute, ehe Zachary Solow kurz darauf das sechste nachlegte. Beide hatten schon im ersten Drittel getroffen, Brendan O‘Donnell (26.) das dritte Mannheimer Tor nachgelegt. Die Löwen verkürzten durch Pfaffenguts schön herausgespieltes Powerplaytor (37.). Die Chance auf einen doch noch spannenden Schlussabschnitt nahmen sich die Frankfurter aber selbst: Ihr Routinier Ryan McKiernan verlor am eigenen Tor den Puck, Kristian Reichel nutzte das zum 1:4 (40.). Ehe ganz am Ende Mannheim ein kurioses Eigentor unterlief, das Löwen-Verteidiger Michael Joyaux zugeschrieben wurde.
Erstaunlicherweise hatte sich die Branchengröße Mannheim, mit einem rund doppelt so hohen Etat, in der jüngeren Vergangenheit als Löwen-Punktelieferant erwiesen: Sechs der sieben zurückliegenden Begegnungen hatten die Frankfurter gewonnen. Diesmal waren die Gäste von Anfang bis Ende erfolgreich darum bemüht, sich die eigentlichen Kräfteverhältnisse nicht schon wieder umkehren zu lassen. Während für die Löwen, die am Sonntag (14 Uhr) in Wolfsburg spielen, vor allem galt: „Wir“, forderte Stürmer Pfaffengut, „müssen die Fehler abstellen“.