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Ein Beispiel für eine transparente Lärmschutzwand: Könnte eine solche Lösung die mitunter aufgeheizte Stimmung in Münster und Altheim befrieden? © PRIVAT/Kohlhauer
Eine Firma aus Baden-Württemberg bietet eine Alternative zu Betonmauern. Die transparenten Lärmschutzwände sind nur geringfügig teurer.
Münster – Am kommenden Dienstag (13. Januar, 19 Uhr, Kulturhalle) veranstaltet die Gemeinde Münster auf Beschluss des Ortsparlaments eine Informationsveranstaltung, die das Thema Lärmschutz an der Bahnstrecke Darmstadt–Aschaffenburg westlich des Altheimer Bahnhofs noch einmal öffentlich beleuchten soll. Vertreter der Deutschen Bahn sollen dabei referieren, während jene Bürgerinitiative, die den Bürgerentscheid am 15. März erreicht hat, der Bühne fernbleiben will.
Wie mehrfach berichtet, hatten SPD, FDP und ALMA-Die Grünen im März 2025 den Weg in der Gemeindevertretung dafür freigemacht, dass die Bahn zeitnah zwei 2,50 Meter hohe Wände auf rund einem Kilometer Länge auf besagtem Teil der Strecke bauen darf, um damit den Bahnlärm für Einwohner im Münsterer Süden und Altheimer Norden zu mindern. Mehr als 2000 Wahlberechtigte aus der Gemeinde hatten in der Folge unterschrieben, diese Entscheidung im ersten Bürgerentscheid der Münsterer Geschichte basisdemokratisch überprüfen zu lassen.
Sorge vor hässlichen Betonbauwerken
So weit, so bekannt. Sollten im März auf die Frage, ob der Parlamentsbeschluss rückgängig gemacht werden soll, mehr „Ja“- als „Nein“-Stimmen eingehen und die Ja-Stimmen zugleich mehr als 25 Prozent aller Wahlberechtigten abbilden, hätte die Bürgerinitiative ihr Ziel erreicht und die Wände wären zumindest auf absehbare Zeit vom Tisch. Andernfalls behielte der Beschluss seine Gültigkeit und die Bahn könnte schon im kommenden Jahr mit den Arbeiten beginnen.
Für die Bahnstrecke bei Münster könnte ich mir vorstellen, dass transparente Lärmschutzwände die Lösung sein könnten.
Auch für letztgenannten Fall täte es der in dieser Frage mitunter aufgeheizten politischen und gesellschaftlichen Stimmung in Münster und Altheim indes gut, eine Lösung zu finden, mit der alle Seiten einigermaßen leben können. Einen Kompromiss zwischen Lärmschutz und einer nicht allzu trist wirkenden „Mauer“ zwischen Münster und seinem Ortsteil – die Sorge vor zwei langen, hässlichen Betonbauwerken. Die Firma Kohlhauer könnte die Lösung liefern: Der im badischen Gaggenau sitzende Mittelständler ist europäischer Marktführer für transparenten Lärmschutz.
CEO Andreas Held, der die Münsterer Debatte aus der Ferne mitverfolgt hat, erläutert: „Wir machen alles außer Beton. Für die Bahnstrecke bei Münster könnte ich mir vorstellen, dass transparente Lärmschutzwände die Lösung sein könnten.“ Diesbezüglich habe man Elemente im Portfolio, die „von der Deutschen Bahn zugelassen“ seien. Diese Wände seien „ein bisschen teurer als die Standard-Aluminiumwände“. Allerdings machten die transparenten Elemente „nur fünf Prozent der Gesamtkosten der Wand“ aus, weshalb die Mehrkosten in diesem Bereich nicht allzu stark ins Gewicht fielen. „Gründung, Fundament, die Pfosten und das Einsetzen der Elemente sind die größten Kostenposten“, sagt Held.
Bahn für Lösung offen
Technisch werde „der Lärm über die Rahmen der transparenten Elemente aufgenommen“. Diese könne man je nach Auftrag lärmreflektierend oder -absorbierend gestalten – oder teils, teils. Die Bahn als Auftraggeber mit einem „nicht unbeträchtlichen Gestaltungsbudget“ sei für derlei Lösungen „offen, auch wenn das regional von Projektleiter zu Projektleiter unterschiedlich ist“.