Alles neu, muss das sein? Keine Angst: Wenn Gott das Neue bringt, wird es gut!

Ich habe nicht mehr alle Tassen im Schrank. Das merke ich jeden Morgen. Im Schrank stehen jetzt die Gläser. Seit kurzem haben wir eine neue Küche. Also genauer gesagt: seit vier Jahren! Aber ich gehe immer noch zum falschen Schrank. Das ist die Macht der Gewohnheit. Und sie schlägt immer zu, wenn man nicht daran denkt.

Das Motto des neuen Jahres lautet: „Gott spricht: Siehe, ich mache alles neu!“ Und ich denke: Ist das eine Drohung?

Dekan Paul Metzger Dekan Paul MetzgerFoto: Protestantisches Dekanat Ludwigshafen/Gebhardt

Seit vier Jahren laufe ich zum falschen Schrank. In einer Küche, in der nicht alles neu ist. Da ist sogar noch sehr viel beim Alten geblieben und trotzdem laufe ich zum falschen Schrank. Und dann soll alles neu gemacht werden? Dann kenne ich mich ja gar nicht mehr aus.

Alles neu? Das verkrafte ich nicht.

Gott weiß, was er tut

Ich hänge meistens an dem alten Zeug. Selbst wenn meine alte Jacke langsam kaputt geht und meine Frau sagt: „Kauf dir doch mal eine neue Jacke.“ Dann sage ich empört: „Die ist doch noch gut.“ Und wenn ich mir eine neue gekauft habe, behalte ich die alte und ziehe sie im Alltag weiter an. Ich schone die neue Jacke.

Alles neu? Das fühlt sich so fremd an. Dann kann ich mich nicht mehr orientieren. Das macht mir Angst. Selbst wenn ich merke, dass die alte Jacke nicht mehr passt, möchte ich sie trotzdem nicht austauschen. Sie passt nicht mehr, aber ich bin sie gewohnt. Es kommt doch selten etwas Besseres nach, oder?

Es kommt darauf an. Entscheidend ist am Ende, wer alles neu macht: Der Küchenplaner? Der Schneider? Ich?

„Gott spricht: Ich mache alles neu!“ Da habe ich ja nochmal Glück gehabt. Wenn Gott das sagt, dann weiß er, was er tut. Dann kann ich mich darauf verlassen, dass es gut werden wird. Dann wird die neue Jacke passen und ich werde wieder alle Tassen im Schrank haben. Wie das gehen wird, weiß ich nicht genau, aber wenn Gott es verspricht? Ich habe alles Vertrauen und freue mich auf das neue Jahr. Denn es wird neu. Und gut.

Der Autor

Paul Metzger, geboren 1973, ist Dekan des Protestantischen Kirchenbezirks Ludwigshafen.