Am Sonntag wollen tausende Menschen zur Gedenkstätte der Sozialisten auf dem Zentralfriedhof Friedrichsfelde ziehen. Anlass ist der Jahrestag des Mordes an den linken Revolutionären Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht am 15. Januar.

Die Demonstration startet um 10 Uhr am U-Bahnhof Frankfurter Tor und zieht dann entlang der Frankfurter Allee zum Lichtenberger Friedhofsgelände an der Gudrunstraße. Dort soll die Abschlusskundgebung an der Gedenkstätte stattfinden, in der auch weitere frühere Führer:innen der Arbeiterbewegung beerdigt sind.

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Zu dem alljährlich stattfindenden Gedenkzug ruft ein Bündnis linker Gruppen auf, an dem auch die Partei Die Linke beteiligt ist. Deren Vorsitzende Ines Schwerdtner und Jan van Aken sowie die Berliner Spitzenkandidatin für das Bürgermeisteramt, Elif Eralp, haben ihre Teilnahme angekündigt. Angemeldet sind laut Polizei 10.000 Teilnehmende.

Gegen Kapitalismus und Militarisierung

Neben der Erinnerung an die ermordeten Sozialistenführer:innen richtet sich die Demonstration vorwiegend gegen den Kapitalismus und den aus Sicht des Bündnisses „drohenden Dritten Weltkrieg“.

„Heute droht infolge der Militarisierung das atomare Inferno“, heißt es in dem Aufruf, der auch von „schnell zunehmenden Faschisierungstendenzen“ spricht. Zudem erklärt sich das Bündnis solidarisch mit „allen Unterdrückten, besonders mit den Menschen in Palästina“, sowie mit „dem sozialistischen Kuba“.

Erschwert wird die Demo in diesem Jahr durch eine Baustelle am Eingang des Zentralfriedhofs: Dort gestaltet der Bezirk seit einiger Zeit den Vorplatz um. Lange war unklar, ob der Aufzug in der geplanten Form überhaupt stattfinden kann. Das soll nun durch eine provisorische Verschiebung der Baustellenzäune gewährleistet werden.

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In den vergangenen Jahren kam es bei der Demonstration immer wieder zu Ausschreitungen. 2025 sollen einige der rund 3000 Teilnehmenden die Polizei mit Pyrotechnik und Fahnenstangen attackiert haben. Insgesamt nahm die Polizei nach eigenen Angaben 31 Menschen fest, unter anderem auch wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen. 24 Polizist:innen wurden verletzt.

Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht gründeten unter anderem die Kommunistische Partei Deutschlands mit. Nach dem Spartakusaufstand im Januar 1919 wurden beide von rechten Milizen ermordet. Während Liebknecht bereits kurz danach in Friedrichsfelde bestattet wurde, wurde für Luxemburg zunächst symbolisch ein leerer Sarg beerdigt. Im Juni 1919 fand ein Arbeiter ihre mutmaßliche Leiche im Landwehrkanal. Nach einer Grabschändung durch die Nationalsozialisten ist der Verbleib ihrer sterblichen Überreste bis heute umstritten.