Einbruchserie in Stuttgart: Fassungslosigkeit bei Schulen  – Einbrecher hinterlassen beispiellose Zerstörung Wie hier am Solitude-Gymnasium sind zahlreiche Schulgebäude teils schwer beschädigt worden. Foto: Solitude-Gymnasium

Die Liste der verwüsteten Schulen in Stuttgart wird immer länger. Bei Stadt und Polizei gehen ständig neue Fälle ein. Darunter finden sich beispiellose Zerstörungen.

Die Fassungslosigkeit bei Schulen, Stadtverwaltung und Polizei wird immer größer. Denn in den ersten Tagen nach Schulbeginn zeigen sich ständig neue Fälle von Einbrüchen während der Weihnachtsferien. Inzwischen sind es neben drei Kindergärten schon 13 Schulen im gesamten Stadtgebiet, die Verwüstungen gemeldet haben, zum Teil auch Diebstähle. Es handelt sich um eine beispiellose Serie mit bisher nicht gekannter Zerstörungswut. Bisher ist völlig unklar, ob es sich bei den Tätern um eine Gruppe, eine zufällige Häufung von Einzeltätern, Gelegenheitskriminelle oder professionelle Einbrecher handelt.

Nach neuen Erkenntnissen von Polizei und Schulverwaltungsamt hat es auch die Bodelschwingh-Schule im Stuttgarter Westen getroffen. „Die Täter schlugen im ersten Stock eine Fensterscheibe ein. Im Gebäude sind eine Glasscheibe zerstört, das Rektorat und das Lehrerzimmer durchsucht und verwüstet worden“, sagt Polizeisprecher Stephan Widmann. Die Schadenshöhe ist noch nicht bekannt, unklar ist auch, ob etwas gestohlen wurde.

Das verwüstete Lehrerzimmer des Solitude-Gymnasiums Foto: Solitude-Gymnasium Einbrecher zerstören Waschbecken in Schule

Das ist im Fall der Degerlocher Albschule anders. Dort erbeuteten die Täter einen PC. Sie hatten zunächst erfolglos versucht, die Eingangstür aufzuhebeln. Daraufhin schlugen sie eine Fensterscheibe ein. Im Gebäude beschädigten sie mehrere verschlossene Türen und durchsuchten im Sekretariat die Schränke. Außerdem zerstörten sie ein Waschbecken, sodass Wasser herausfloss.

Dasselbe ist im übrigen in der Weilimdorfer Wolfbuschschule passiert: Dort entstand in der Folge ein Rohrbruch, das Wasser flutete das gesamte Untergeschoss. Es entstand ein Schaden in Höhe von mehreren Hunderttausend Euro. Auch in der Heilbrunnen-Schule in Möhringen sowie in der Margarete-Steiff-Schule in Vaihingen hat es offenbar Einbrüche mit Zerstörungen gegeben.

Einbrecher an Schulen in Stuttgart: Sechsstellige Schadenssumme

Noch am Donnerstagmorgen ist man beim Schulverwaltungsamt insgesamt von einem höheren sechsstelligen Gesamtschaden an Gebäuden und Ausstattung in den betroffenen Schulen ausgegangen. Neben den baulichen Schäden – etwa am Solitude-Gymnasium in Wolfbusch allein 40 000 bis 50 000 Euro – sei auch Inventar wie Möbel, Medien- und EDV-Ausstattung massiv beschädigt worden. „Es wird aktuell erfasst, was wie beschädigt ist. Gut möglich, dass noch weitere Schäden gemeldet werden“, sagt Stadtsprecher Sven Matis. Nach den neuesten Meldungen sei zu befürchten, dass man sich beim Gesamtschaden womöglich in Richtung Millionenbereich bewege.

Auch Sozialbürgermeisterin Isabel Fezer äußerte sich am Freitag zu der Einbruchserie. „Sie macht mich fassungslos und wütend. Das Ausmaß der Zerstörung ist beispiellos und geht weit über gewöhnlichen Vandalismus hinaus“, sagt sie. Schulen und Kitas seien „geschützte Räume für unsere Kinder – Orte des Lernens, der Geborgenheit und des Vertrauens“. Diese mutwillige Zerstörung treffe nicht nur die einzelnen Schulen, sondern die gesamte Stuttgarter Stadtgesellschaft.

Zerstörung an Stuttgarter Schulen: Anwohner sollen wachsam sein

Fezer betont, man arbeite sehr eng mit der Polizei zusammen, um die Täter schnellstmöglich zu fassen. „Parallel suchen wir Schulen auf, um standortbezogene Schutzmaßnahmen einleiten zu können. Unsere Schulgemeinschaften haben immer wieder gezeigt, wie resilient sie sind und sein können. Gemeinsam werden wir dafür sorgen, dass unsere Schulen und Kitas auch künftig sichere Orte bleiben, an denen sich Kinder und Jugendliche frei entfalten können und die bestmöglichen Lernbedingungen vorfinden.“

Gleichzeitig bitte sie die Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger um Wachsamkeit: „Schulen und die Kitas prägen unsere Stadt. Verdächtige Beobachtungen sollten umgehend an die Polizei gemeldet werden, weil wir gemeinsam Verantwortung tragen“, so Fezer. Die Schadensbehebung der betroffenen Schulen und Kindergärten habe nun absolute Priorität – personell, finanziell und organisatorisch.