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In einem Hotel in der Münchner Altstadt wird ein Mischlingshund plötzlich aggressiv. Die Familie wagt es nicht mehr, das Zimmer zu verlassen und ruft die Polizei.
München – Immer wieder fordern Tierschützer die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins – besonders laut wird diese Forderung nach Vorfällen, bei denen die Besitzer mit ihren Vierbeinern nicht fertig werden. So auch nach einem Zwischenfall am Samstag (3. Januar) in München, bei dem ein Familienvater wegen des eigenen Hundes den Notruf wählte.
Ein Familienvater rief aufgrund ihres eigenen Hundes die Polizei – Tierschützer fordern aufgrund Fälle wie dieser die Einführung eines Hundeführerscheins (Symbolbild). © IMAGO / ZoonarFamilie traut sich nicht, das Hotelzimmer zu verlassen – wegen ihres eigenen Hundes
Nach Angaben der Polizei befand sich eine dreiköpfige Familie in ihrem Zimmer eines Hotels in der Münchner Altstadt. Gegen 23.30 Uhr verständigte der 35-jährige Familienvater über den Notruf die Polizei: Der eigene Mischlingshund hätte sich vor der Tür übergeben, sich anschließend dort positioniert, die Familie angebellt und deutliche Drohgebärden gezeigt – und zwar so, dass die Familie sich nicht traute, das Zimmer zu verlassen. Eine Streife wurde zum Einsatzort geschickt, laut Polizeiangaben sicherten die hinzugezogene Beamten den Hund und legten ihm einen Maulkorb an. Anschließend brachten sie ihn in ein Tierheim.
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Mittlerweile hat sich die Tierschutzorganisation Peta eingeschaltet: Sie fordern einmal mehr die Einführung eines sogenannten Hundeführerscheins in Bayern. „Meist liegt das Problem nicht bei den Hunden selbst, sondern in der Unwissenheit der Halterinnen und Halter“, erläutert Björn Thun, Fachreferent bei Peta. Viele der Besitzer hätten Schwierigkeiten, die Signale und die Körpersprache der Vierbeiner richtig zu interpretieren und zu verstehen. „Unabhängig davon, ob ein Hund einer ‚Rasse‘ angehört oder ein ‚Mix‘ ist – jeder Hund, der falsch gehalten, missverstanden oder schlecht behandelt wird, kann potenziell für Mensch und Tier gefährlich werden.“
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Ein Hundeführerschein würde vorsehen, dass künftige Halter einen Theoriekurs absolvieren, noch bevor sie einen Hund aufnehmen. Dort würden sie Fachwissen über eine tiergerechte Haltung und Aspekte wie Kommunikation und Bedürfnisse von Hunden erwerben. Zusätzlich würden Halter und Hund ein gemeinsames Praxisseminar in einer Hundeschule absolvieren. „Ein solcher Nachweis kann sicherstellen, dass Menschen, die Hunde halten, fachkundig mit dem Tier umgehen und die Signale des Vierbeiners richtig deuten“, heißt es vonseiten Petas. Eine funktionierende Kommunikation zwischen Hund und Halter sei unerlässlich, um Beißvorfälle zu verhindern. (Quellen: Pressebericht der Polizei München vom 4. Januar, Peta Deutschland), (leo)