EHRE FÜR STEIRISCHEN ARCHITEKTEN


Die wichtigste französische Architektur-Institution hat fortan ein österreichisches Mitglied. Die französische Architektur-Akademie zeichnet damit den gebürtigen Steirer Dietmar Feichtinger für seine bisher geleistete Arbeit aus.

10.01.2026 14.26

Online seit heute, 14.26 Uhr

Feichtinger ist in Frankreich vor allem für seine Brückenkonstruktionen bekannt, wie jene, die zum legendären Mont-Saint-Michel führt. Eleganz und Zweckmäßigkeit – dies entspricht dem Selbstverständnis der wichtigsten Architektur-Institution Frankreichs.

Die Brücke zur Felsen-Insel Mont Saint Michel in der Normandie hat der Grazer Architekt Dietmar Feichtinger entworfen

ORF

Mont-Saint-Michel mit Zubringerbrücke

„Macht mich sehr stolz“

Einer, der eben zwischen diesen Polen arbeitet, wurde nun in die Reihen der Academie d’architecture geholt: Der steirische Architekt Dietmar Feichtinger wird zum Ehrenmitglied ernannt – eine Auszeichnung, die nur wenige internationale Architekten erhalten. „Es ist eine sehr schöne Anerkennung. Sie macht mich sehr stolz. Man wird vorgeschlagen von Architekten, die ein großes Renommee haben. Das ist etwas Einzigartiges“, so Feichtinger.

Frankreich: Auszeichnung für österreichischen Architekt Feichtinger

Die wichtigste französische Architektur-Institution hat künftig ein österreichisches Mitglied. Der gebürtige Steirer Dietmar Feichtinger wird damit für seine bisherige Arbeit ausgezeichnet. In Frankreich ist der Architekt vor allem für seine Brückenkonstruktionen bekannt, darunter die Brücke zum Mont-Saint-Michel.

Technisch geprägt

Feichtinger lebt und arbeitet seit Ende der 1980er-Jahre in Paris. Ausgebildet an der TU Graz, bringt er eine stark technische Prägung mit, wodurch er sich von seinen französischen Kolleginnen und Kollegen deutlich unterscheidet. „Ich habe eine relativ technische Ausbildung. Französische Architekten verstehen sich stark als Künstler, und haben lange den technischen Aspekt an zweite Stelle gestellt“, so der Steirer.

Diese Verbindung aus österreichischer Präzision und französischem Gestaltungsanspruch prägt sein Werk – sichtbar an der Passerelle Simone de Beauvoir, eine Fußgängerbrücke die in Paris über die Seine führt oder an einem weiteren Prestige-Projekt, dem neuen Zugang zum UNESCO-Weltkulturerbe Mont-Saint-Michel. Erfolge, denen Dietmar Feichtinger mit bestechender Bescheidenheit begegnet: „Was mir am meisten Spaß macht, ist, was gerade auf dem Tisch liegt. Ich denke, wenn man eine Schule in einem Viertel baut, ist das genauso wichtig und interessant wie eine große Brücke zum Beispiel.“

„Ein großer europäischer Architekt

Es sei seine Fähigkeit, Infrastruktur in Architektur zu verwandeln, die die Akademie von Dietmar Feichtinger überzeugt habe, sagte Präsidentin Cahterine Jacquot: „Sein Gesamtwerk würde ich als sehr facettenreich bezeichnen, da es sowohl technisch als auch poetisch ist. Er ist ganz einfach ein großer europäischer Architekt.“