Gefährliche Verhältnisse auf Hessens Straßen: Bei einem Unfall in Nordhessen ist ein 38-Jähriger ums Leben gekommen. Der Fernverkehr der Bahn hat weiter mit Sturmtief Elli zu kämpfen.

Ein Verkehrschild warnt vor Gefahr von Schnee- oder Eisglätte auf der Fahrbahn, während Schnee fällt

In Hessen kann es gebietsweise zu Schnee- und Eisglätte kommen (Archivbild)
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03:25 Min.|10.01.26

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Sturmtief Elli bringt derzeit weitere Niederschläge nach Hessen. Nachdem die Nacht verhältnismäßig ruhig verlaufen ist, ereignete sich am Samstagmorgen in Korbach (Waldeck-Frankenberg) ein schwerer Unfall auf glatter Fahrbahn.

Dabei kam ein 38-Jähriger ums Leben, wie die Polizei mitteilte. Er war mit seinem Auto zwischen Korbach und dem Ortsteil Strothe auf die Gegenfahrbahn geraten und mit einem anderen Fahrzeug zusammengestoßen. Die Fahrerin des entgegenkommenden Autos wurde schwer verletzt. Die Kreisstraße 15 war stundenlang gesperrt.

Glätte-Gefahr: Gefrierender Regen möglich

In höheren Lagen, etwa der Rhön oder dem Upland, kam es am frühen Morgen zu Schneefall. Die Polizei berichtete von wenigen querstehenden Lkw, aber sonst von keinen größeren Verkehrsbehinderungen. Am Vortag hatten Lastwagen für Chaos auf einigen hessischen Autobahnen gesorgt.

Die Glätte-Gefahr durch Sturmtief Elli ist längst nicht gebannt. Wo die Tropfen auf gefrorenen Boden fallen, können sie sich in spiegelglatte Eisflächen verwandeln, warnt hr-Meteorologe Michael Köckritz. Das ist nicht nur für Autofahrer gefährlich. Auch Fußgänger und Radfahrer müssen auf den rutschigen Wegen aufpassen.

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02:59 Min.|09.01.26, 19:30 Uhr|hr

Sturmtief „Elli“ sorgt für Schnee und Verkehrschaos in Hessen

hs0901-1930

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Wie sich die Niederschlage in Ihrer Region entwickeln, können Sie auf unserem Hessen-Radar sehen.

Der Deutsche Wetterdienst (DWD) spricht von markantem Wetter in weiten Teilen Hessens – von Frost über Schnee und Glätte bis Windböen.

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Verspätungen und Zugausfälle im Bahnverkehr

Die Deutsche Bahn (DB) warnt ihre Fahrgäste angesichts der Witterung noch bis Sonntag vor Verspätungen und Zugausfällen oder verpassten Anschlüssen. Zwischen Frankfurt und Hannover sowie Kassel und Berlin fuhren am Freitag und Samstag früh keine Züge. Die Deutsche Bahn hatte den Fernverkehr in ganz Norddeutschland vorübergehend eingestellt. Die Nacht konnten Reisende in Kassel nach DB-Angaben in Zügen verbringen – auch tagsüber standen dort laut DB Züge zum Unterkommen bereit.

Menschen auf Bahnsteig neben zwei ICE

Volle Bahnsteige am Samstag in Kassel-Wilhelmshöhe
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Der Fernverkehr lief am Samstag im Laufe des Tages schrittweise wieder an. Am frühen Nachmittag teilte die Bahn mit, dass der Fernverkehr zwischen Hamburg und Frankfurt in den Mittagsstunden wieder aufgenommen wurde, erste überfüllte ICEs fuhren von Kassel-Wilhelmshöhe in Richtung Hamburg ab.

Allerdings gilt das nur für die Verbindung über Bremen und Köln. „Züge nach Hamburg über Fulda und Kassel enden in Frankfurt“, hieß es auf der Webseite des Unternehmens. Das soll voraussichtlich bis Sonntag so bleiben.

Schneebedeckte Straße und Verkehrsschilder

Die Schnellfahrstrecke zwischen Frankfurt-Flughafen und Köln ist auch von den Sturmtief-Auswirkungen betroffen, hier wird vorsorglich die Höchstgeschwindigkeit reduziert.

„Bitte prüfen Sie, ob Sie Ihre Reise verschieben können“, lautet der Appell der Bahn. Hier geht es zu den Störungsmeldungen auf der Internetseite der Bahn.

RMV warnt vor möglichen Einschränkungen

Der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) warnte, dass es durch gefrierende Nässe, Eis und Neuschnee auch im Busverkehr zu Einschränkungen kommen könnte. Verspätungen und Ausfälle seien möglich. Der RMV bat darum, kurz vor Fahrtantritt die Fahrplanauskunft zu nutzen, um sich über die aktuelle Lage und witterungsbedingten Ausfälle zu informieren.

Regen

In Frankfurt hält die Verkehrsgesellschaft Frankfurt (VGF) in den Nächten bis Montag zusätzliches Personal bereit, um auf die winterliche Witterung vorbereitet zu sein. Für Straßenbahnen stehen beheizbare Weichen zur Verfügung. Zudem ist der Winterdienst verstärkt im Einsatz, um Fahrwege, Gleise und Haltestellen von Schnee und Eis zu befreien.

Mehr Zeit am Flughafen einplanen

Am Frankfurter Flughafen kann es witterungsbedingt zu Verspätungen und vereinzelten Flugausfällen kommen. Fluggäste sollten auch am Samstag in jedem Fall drei Stunden vor Abflug im Terminal erscheinen und vor der Anreise ihren Flugstatus prüfen, heißt es auf der Homepage. Eine Flughafen-Sprecherin sagte am Samstag, es herrsche „normaler Winterbetrieb“.

Weitere Informationen ADAC gibt Tipps für Winterfahrten

Autofahrer sollten im Winter vorsichtshalber stets Decken, Nahrungsmittel und Getränke im Wagen haben. „Bei längeren Urlaubsfahrten lohnt es sich, eine Thermoskanne mit heißem Tee einzupacken“, teilte der ADAC in Frankfurt mit. Generell sollten aber immer ein Wasser-Notvorrat sowie ein paar Snacks oder Müsliriegel im Auto liegen.

In einem langen Stau sollte der Motor nicht dauerhaft laufengelassen werden, sondern lediglich jeweils für einige Minuten. Dies sei besser für den Motor. Um die Batterie bei ausgeschaltetem Motor nicht zu sehr zu strapazieren, sollten unnötige Stromverbraucher ausgestellt werden. Sinnvoll ist es zudem, sich vor und während der Fahrt über die aktuelle Verkehrslage sowie Unwetterwarnungen auf der Strecke zu informieren und gegebenenfalls auf Alternativrouten ausweichen. 

Generell weist der ADAC darauf hin, dass ein Wagen vollständig von Eis und Schnee befreit werden muss, bevor es bewegt wird. Denn ansonsten könne sich loser Schnee während der Fahrt lösen und den Verkehr behindern. Wer erwischt wird, kann ein Verwarnungsgeld von 25 Euro kassieren.

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Weitere Informationen Unwetterwarnungen für Ihre Region

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Sendung:
hr-fernsehen, hessenschau, 09.01.2026 16:45, Smartspeaker / hessenschau zum Hören, 10.01.2026, 4.32 Uhr,

09.01.26, 19:30 Uhr

Quelle: hessenschau.de

Veröffentlicht am 09.01.26 um 19:51 Uhr