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Ein Polizist steht vor einem Wohnhaus, in dem zuvor Polizisten bei einem Einsatz auf einen 25-Jährigen geschossen haben. © picture alliance/dpa | Daniel Karmann
Bei einem Polizeieinsatz am Samstagmorgen (10. Januar) in Kleinschwarzenlohe ist ein junger Mann lebensgefährlich verletzt worden.
Wendelstein – Ein 25-jähriger Mann ist am Samstagmorgen bei einem Polizeieinsatz in Kleinschwarzenlohe im Landkreis Roth durch Schüsse eines Spezialeinsatzkommandos lebensgefährlich verletzt worden.
Der Vorfall ereignete sich nach Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken am frühen Samstagmorgen (10. Januar) in der Porschestraße. Wie die Polizei mitteilt, hatte sich gegen 4.15 Uhr eine Angehörige des Mannes über den Notruf gemeldet. Sie gab an, mit dem 25-Jährigen telefonisch in Kontakt zu stehen. Der Mann habe sich in einem psychischen Ausnahmezustand befunden und mehrfach Suizid angekündigt. Während des Gesprächs seien zudem wiederholt Schussgeräusche zu hören gewesen.
Daraufhin rückten mehrere Streifenbesatzungen an und sperrten den Bereich um das Wohnhaus ab. Aufgrund der Hinweise auf eine mögliche Schusswaffe wurden laut Angaben des Polizeipräsidiums Mittelfranken Spezialkräfte des Spezialeinsatzkommandos (SEK) hinzugezogen. Parallel versuchten sowohl Angehörige als auch Beamte der polizeilichen Verhandlungsgruppe, den 25-Jährigen zu beruhigen und ihn dazu zu bewegen, das Haus unbewaffnet zu verlassen.
Gegen 7 Uhr betraten SEK-Beamte das Wohnhaus, um den Bereich zu sichern. Nach Polizeiangaben blieb das Ziel zu diesem Zeitpunkt weiterhin, kommunikativ auf den Mann einzuwirken. Kurz darauf kam der 25-Jährige den Einsatzkräften im Erdgeschoss jedoch mit einer augenscheinlichen Schusswaffe und einem Messer in den Händen entgegen. Da er der Aufforderung, die Waffen abzulegen, nicht nachkam, setzten die Beamten ihre Schusswaffen ein.
Ermittlungen des BLKA laufen
Der Mann erlitt dabei lebensgefährliche Verletzungen im Oberkörperbereich. Ein bereits vor Ort befindlicher Notarzt übernahm umgehend die Erstversorgung. Inzwischen befindet sich der 25-Jährige laut Polizei in einem Klinikum.
Nach aktuellem Ermittlungsstand geht das Polizeipräsidium Mittelfranken davon aus, dass die Schussabgabe in einer Notwehrsituation erfolgte. Zur Klärung des genauen Ablaufs und zur Prüfung der Rechtmäßigkeit des polizeilichen Schusswaffengebrauchs nahmen neben Ermittlern mittelfränkischer Kriminaldienststellen auch Beamte des Bayerischen Landeskriminalamts (BLKA) die Arbeit am Einsatzort auf.
Wie in derartigen Fällen üblich, werden die Untersuchungen zur Rechtmäßigkeit des Einsatzes aus Neutralitätsgründen durch das BLKA geführt, wie die Polizei weiter mitteilt. Sämtliche Maßnahmen erfolgen demnach in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth. (red)
Generell berichten weder Polizei noch wir über Selbsttötungen, damit solche Fälle mögliche Nachahmer nicht ermutigen. Im vorliegenden Fall überwiegt jedoch das öffentliche Informationsinteresse. Wenn Sie oder eine Ihnen bekannte Person unter einer existentiellen Lebenskrise oder Depressionen leidet, kontaktieren Sie bitte die Telefonseelsorge unter der Nummer: 0800-1110111. Hilfe bieten auch die Krisendienste Bayern täglich unter 0800 / 655 3000 – rund um die Uhr kostenfrei innerhalb Bayerns, auch an Sonn- und Feiertagen – an. Weitere Infos finden Sie auf der Webseite www.krisendienst-psychiatrie.de.