Białystok (Polen) – Stöbern in Second-Hand-Shops ist wie eine Schatzsuche: Man weiß nie, ob und was man findet. Das erlebte auch ein Paar auf der Suche nach Schnäppchen. In einem Geschäft entdeckte es ein spottbilliges Brautkleid und griff zu. Ein Sensationsfund, wie sich herausstellte.
Der Social-Media-Post eines modebegeisterten Shoppers sorgte in dieser Woche für Aufsehen bei anderen Usern. Der Mann aus der polnischen Großstadt Białystok (300.000 Einwohner) teilte auf Facebook Fotos einer weißen Robe und schrieb dazu: „Das ist ein Brautkleid von Dior.“
Wie viel Geld das Kleid wert ist
Weiter behauptete er, es für 30 Złoty (etwa 7 Euro) gekauft und für mehr als 12.000 Złoty (rund 2850 Euro) wieder verkauft zu haben – also zum 400-fachen Preis!

So unscheinbar hing die Luxus-Robe in einem polnischen Second-Hand-Shop
Foto: Facebook/Daniel Übung Olender
„Im September 2019 entdeckten wir das Brautkleid in einem Second-Hand-Laden in der Provinz Podlachien“, heißt es in dem Post. Der Preis von zunächst 37 Złoty (etwa 8,80 Euro) erschien dem Paar als „ein Schnäppchen für ein schlichtes Kleid, das man nur einmal im Leben trägt“.
So alt ist das Brautkleid
Doch dann entdeckten sie das Etikett: Es trug das Label der französischen Luxus-Modemarke „Christian Dior“. In einer inzwischen aufgelösten Online-Gruppe sei ihnen zwar bestätigt worden, dass es sich um ein Original handelte. Trotzdem hatten beide Zweifel, das Kleid zu kaufen und ließen es im Geschäft hängen.

Das Etikett im Kleid mit dem Label von Modeschöpfer Christian Dior
Foto: Facebook/Daniel Übung Olender
Doch dem Mann habe es keine Ruhe gelassen. Er begann zu recherchieren und wurde fündig: Der Traum in Weiß stammte aus einer Dior-Hochzeitskollektion aus den 1990er- Jahren. Er rief im Laden an, reservierte das Kleid und handelte es sogar noch auf 30 Złoty runter.

Das Luxus-Fundstück stammt aus einer Hochzeitskleider-Kollektion von Christian Dior
Foto: Facebook/Daniel Übung Olender
Modestück von Dior soll echt sein
Doch statt selbst in dem Brautkleid zu heiraten, stellte das Paar eine Anzeige ins Internet. Und zwar auf einer Plattform für den Kauf und Verkauf von gebrauchter Luxus- und Designermode.
„Fast vier Jahre später erhielten wir ein Angebot über 12.000 Złoty und sagten sofort zu“, so der User. Vor dem Verkauf hatte zudem der Betreiber der Plattform die Echtheit des Dior-Kleides bestätigt. „Das Kleid hatte seine endgültige Qualitätskontrolle bestanden.“
Obwohl das späte Geständnis viele Menschen begeisterte, gibt es auch Kritik unter dem Facebook-Post: „Es ist sinnlos, in Second-Hand-Läden einzukaufen, um diese Kleidung dann weiterzuverkaufen“, „Leute wie diese machen Second-Hand-Läden überflüssig“ und „Jemand kauft teure Sachen nur deshalb, um sie online teurer zu verkaufen“, hieß es in einigen Kommentaren.