Rebels-Verteidiger David Kirchhoff (rechts) überzeugte gegen Erding. Foto: Archiv Günter Bergmann
Der Eishockey-Oberligist Stuttgart Rebels gewinnt in Erding nach einem ganz starken ersten Drittel souverän mit 6:1. Verteidiger Ben Holden feiert einen gelungenen Einstand.
Nach dem eindrucksvollen 7:6-Sieg unter der Woche beim Spitzenreiter Deggendorfer SC haben sich die Stuttgart Rebels auch am Freitagabend einen Dreier gesichert. Beim Vorletzten Erding Gladiators siegte das Team von Trainer Jan Melichar mit 6:1 und bleibt damit auf dem zehnten Tabellenplatz und auf Pre-Playoff-Kurs. Im Team stand in Ben Holden einer von zwei neuen Akteuren, den die Stuttgarter kurzfristig verpflichtet haben.
Bei all den dramatischen und nervenaufreibenden Partien, die die Rebels in dieser Runde bereits abgeliefert haben, hatte das aktuelle eher Wohlfühlcharakter für Coach Melichar und die wenigen Stuttgarter Anhänger unter den insgesamt 946 Zuschauern in der Stadtwerke Erding Arena. Denn die Rebels, von Beginn an „mit viel Energie unterwegs waren und alle Akteure durchweg überzeugten“, so der mitspielende Stürmer und Sportliche Leiter Matt Pistilli, führten bereits nach dem ersten Drittel durch die Treffer von David Kirchhoff (2), Nico Geidl und Calvin Fischer mit 4:0. Die Degerlocher ließen in der Defensive weiterhin wenig zu und Reagan Poncelet und Alex Blais hießen die weiteren Torschützen bis zum Abpfiff. Aus einem starken Team stach am Freitagabend ein Akteur hervor: Verteidiger Kirchhoff. Dieser schnürte einen Doppelpack und brachte es zudem auf drei Assists. Dementsprechend gab es ein Sonderlob von Pistilli. „Wie sich David in dieser Saison weiterentwickelt hat, einfach sensationell.“
Ein Ärgernis und einen Wermutstropfen brachte die Erding-Partie für die Stuttgarter aber dennoch mit sich. Nick Vieregge verpasste den für einen Torwart seltenen und freudigen Shutout (ohne Gegentor) nur knapp – Thomas Matheson traf zwei Minuten vor der Schlusssirene zum Erdinger Ehrentreffer. Zudem verletzte sich Rebels-Kapitän und Topscorer Dane Montgomery nach einem Check am Oberkörper. „Wir glauben, dass es nicht so schlimm ist und Dane am nächsten Freitag wieder einsatzfähig sein wird“, so Pistilli. Das bedeutet voraussichtlich, dass Montgomery an diesem Sonntag im Heimspiel (17.30 Uhr) gegen den EC Peitingen zum Zuschauen verdammt ist. Bedeutet aber auch, dass Matteas Derraugh, der weiterhin auf seinen deutschen Pass wartet, zum Einsatz kommen könnte.
Derweil feierte der 20-jährige Deutsch-Kanadier Ben Holden einen gelungenen Einstand im Rebels-Trikot. Der 20-Jährige spielte zuletzt in der kanadischen Junioren-Liga KIJHL. Zum Jahreswechsel endete dort sein Vertrag als Free-Agent und er unterschrieb vor wenigen Tagen beim Team unterm Fernsehturm. Gebürtig ist Holden in Selb – sein Vater Cory ging von 1991 bis 2011 für verschiedene 3. Liga-Clubs aufs Eis und trainierte anschließend zahlreiche Jugend- und Herrenteams der Selber Wölfe. Von Selb über den Nachwuchs in Weiden zog es Holden nach Dresden, wo er bei den dortigen Löwen zwei Jahre lang in der Jugend-Bundesliga (DNL) spielte, ehe er nach Kanada wechselte.
Neuverpflichtung Nummer zwei ist kein unbekannter Name auf der Waldau: Stürmer Elvis Gorontzy-Slack. Mit dem 23-Jährigen waren sich die Degerlocher Verantwortlichen bereits Ende Juni einig. Doch noch nicht einmal getrocknet war die Tinte der Unterschrift auf dem Vertrag, da wurde dieser auch wieder aufgelöst. Bei einem privaten Training auf dem Eis in Tschechien passierte es, zog sich Gorontzy-Slack eine schwere Knieverletzung zu. Die aktuelle Saison schien für den Mann, der bis Ende 2024 torreich für die Nipissing University in der höchsten kanadischen Uni-Liga unterwegs war, und es dann beim Regionalligisten Weserstars Bremen in zehn Spielen auf sieben Tore und 17 Assists brachte, gelaufen. Doch nun die Wende. Der Genesungsprozess des Kanadiers mit deutschem Pass verlief überraschend gut, dementsprechend verpflichteten die Rebels Gorontzy-Slack erneut. „Wir haben ihn im Auge behalten und ich bin mir sicher, er wird uns weiterbringen“, sagt Pistilli. An diesem Montag folgt noch der Medizin-Check. Sollte alles in Ordnung sein – wovon der Sportliche Leite ausgeht – soll der „Zurückkehrer“ an diesem Freitag bei der Auswärtspartie in Selb erstmals für die Stuttgarter auf Torejagd gehen.
Statistik zum Spiel
Tore: 0:1 Kirchhoff (3:51), 0:2 Geidl (12:14), 0:3 Kirchhoff (14:19), 0:4 Fischer (14:58), 0:5 Poncelet (25:43), 0:6 Blais (47:47), 1:6 Matheson (57:56).
Zeitstrafen: Erding 14 Minuten/Stuttgart 10 Minuten
Zuschauer: 946